English Woman's Journal - US-Justiz lässt Anklage gegen Arzt wegen Corona-Betrugs fallen

US-Justiz lässt Anklage gegen Arzt wegen Corona-Betrugs fallen


US-Justiz lässt Anklage gegen Arzt wegen Corona-Betrugs fallen
US-Justiz lässt Anklage gegen Arzt wegen Corona-Betrugs fallen / Foto: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS - AFP

Die US-Justiz hat auf Betreiben von Justizministerin und Generalstaatsanwältin Pam Bondi eine Anklage gegen einen Arzt fallengelassen, der während der Corona-Pandemie Impfstoff vernichtet und gefälschte Impfbescheinigungen ausgestellt haben soll. Bondi gab die Entscheidung am Samstag bekannt - nur wenige Tage nach Prozessbeginn.

Textgröße ändern:

Das Justizministerium hatte 2023 Anklage gegen den Schönheitschirurgen Michael Kirk Moore aus dem Bundesstaat Utah erhoben und ihm ein "Komplott" zum Betrug an der Regierung zur Last gelegt. Angeklagt wurden auch seine Klinik und drei mutmaßliche Mittäter.

Moore wurde vorgeworfen, von der Regierung bereitgestellten Corona-Impfstoff im Wert von mehr als 28.000 Dollar (rund 24.000 Euro) vernichtet und gegen Bezahlung mehr als 1900 gefälschte Impfbescheinigungen ausgestellt zu haben. Außerdem soll er Kindern auf Wunsch der Eltern eine Kochsalzlösung verabreicht haben, um ihnen eine Corona-Impfung vorzutäuschen. Im Falle einer Verurteilung hätte ihm jahrzehntelange Haft gedroht.

Der Prozess gegen Moore begann diese Woche vor einem Bundesgericht in Salt Lake City. Am Dienstag meldete sich dann die ultrarechte republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, eine der vehementesten Unterstützerinnen von US-Präsident Donald Trump, zu Wort: Sie hatte nach eigenen Angaben an Bondi geschrieben und eine Einstellung des Verfahrens gegen Moore gefordert.

"Dr. Moore gab seinen Patienten eine Wahl, als die Regierung ihnen dies verweigerte", erklärte Bondi nun zur Begründung für die Einstellung des Verfahrens. "Er hat die Jahre im Gefängnis, die ihm bevorstanden, nicht verdient." Sie bedankte sich bei Greene und dem Senator Mike Lee aus Utah, einem weiteren ultrarechten Parlamentarier, für ihr Eintreten für Moore.

Seit der Corona-Pandemie gibt es in den USA eine wachsende Impfskepsis. Der von Präsident Donald Trump ernannte Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat früher Falschinformationen über Impfungen verbreitet und seit seinem Amtsantritt eine Überarbeitung der Impfempfehlungen eingeleitet. Seit Ende Mai empfehlen die US-Behörden etwa keine Corona-Impfungen mehr für Kinder und schwangere Frauen.

Im April hatte Kennedy im Onlinedienst X geschrieben, Moore verdiene "eine Medaille für seinen Mut und seinen Einsatz für Heilung".

Ch.McDonald--EWJ

Empfohlen

Kassenärzte sagen deutlich längere Termin-Wartezeiten ab 2027 voraus

Die Kassenärzte in Deutschland erwarten, dass gesetzlich Versicherte ab kommendem Jahr deutlich länger auf einen Arzttermin als bisher warten müssen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, verwies dazu in der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) auf die Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung. Dadurch seien "mehr als 50 Millionen Termine" gestrichen worden. Die Terminnot werde sich daher weiter verschärfen, sagte Gassen.

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Nach Lungenkrebs-OP: Papst Leo XIV. wird am Samstag aus Klinik entlassen

Vier Tage nach seiner Lungenkrebsoperation kann Papst Leo XIV. am Samstag das Gemelli-Krankenhaus in Rom verlassen. "Unter Berücksichtigung der Blutuntersuchungen, des heute Morgen angefertigten Röntgenbildes des Brustkorbs und der klinischen Gesamtbewertung ist der Heilige Vater als entlassungsfähig eingestuft worden", hieß es in einer vom Vatikan verbreiteten Mitteilung der behandelnden Ärzte. Der Papst werde am frühen Nachmittag in den Vatikan zurückkehren.

Textgröße ändern: