English Woman's Journal - Stromausfall in Cannes wegen Sabotage: Stromversorgung wiederhergestellt

Stromausfall in Cannes wegen Sabotage: Stromversorgung wiederhergestellt


Stromausfall in Cannes wegen Sabotage: Stromversorgung wiederhergestellt
Stromausfall in Cannes wegen Sabotage: Stromversorgung wiederhergestellt / Foto: Sameer AL-DOUMY - AFP

Nach einem durch mögliche Sabotage verursachten Stromausfall in Südfrankreich ist die Stromversorgung wenige Stunden vor der großen Abschluss-Gala beim Filmfestival in Cannes wiederhergestellt worden. Alle betroffenen 160.000 Haushalte würden wieder mit Strom versorgt, erklärte der Stromnetzbetreiber RTE der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. Zuvor hatten örtliche Behörden ein Feuer in einer Umspannstation und Beschädigungen an einem Hochspannungsmast gemeldet. Das Filmfestival geht am Abend ab 19.00 Uhr mit der Verleihung der Goldenen Palme für den besten Film zu Ende.

Textgröße ändern:

Bei einem Strommast in Villeneuve-Loubet seien drei der vier Beine durchgesägt worden, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft AFP mit. Wegen der Beschädigungen habe RTE die Leitung abschalten müssen, um eine Reparatur zu ermöglichen. Dies habe indirekt zu dem massiven Stromausfall in Cannes geführt.

Zuvor hatten örtliche Behörden erklärt, an einer Umspannstation in Tanneron sei um 2.00 Uhr (Ortszeit) ein Brand gelegt worden. Die Hochspannungsstelle versorge die Stadt Cannes.

Die französischen Behörden gehen in beiden Fällen von Sabotage aus. Die Staatsanwaltschaft von Grasse im Südosten des Landes sprach gegenüber AFP von einem "böswilligen Akt". Der Bürgermeister von Cannes, David Lisnard, erklärte, die Stadt sei "Ziel einer Straftat" geworden.

Nach Angaben der Organisatoren des Filmfestivals in Cannes war die Verleihung der Filmpreise am Samstagabend aber nie in Gefahr, weil das Filmfest auf eine eigene Stromversorgung ausweichen konnte. Indes fiel im Rest der Stadt und in der umliegenden Region der Strom am Samstagvormittag größtenteils aus. Ampeln funktionierten nicht mehr, die Verkehrspolizei musste den Straßenverkehr regeln. Geschäfte konnten nur noch Bargeld annehmen. Viele Restaurants blieben infolge des Stromausfalls leer.

Das Filmfestival geht am Abend ab 19.00 Uhr mit der Verleihung der Goldenen Palme für den besten Film zu Ende. Zu den Favoriten zählen die Streifen "Ein einfacher Unfall" des Iraners Jafar Panahi, "The Secret Agent" des Brasilianers Kleber Mendonça Filho und "Zwei Staatsanwälte" des Ukrainers Sergei Losniza. Als Geheimfavorit gilt jedoch der Film "Sentimental Value" des norwegischen Regisseurs Joachim Trier. Besucher der Premiere des Familiendramas am Donnerstag applaudierten im Anschluss 19 Minuten lang stehend.

Auch die Berliner Regisseurin Mascha Schilinski hat für ihren Film "In die Sonne schauen" gute Kritiken bekommen. Die Jury unter Vorsitz der französischen Schauspielerin Juliette Binoche muss sich zwischen 22 Filmen entscheiden.

Das Festival an der Côte d'Azur schlug in diesem Jahr häufig den Bogen zu aktuellen Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten. So unterzeichneten mehr als 900 Schauspieler und Regisseure einen offenen Brief, in dem der "Genozid" in den Palästinensergebieten verurteilt wird. Zu den Unterzeichnern zählen der Regisseur Jim Jarmusch und WikiLeaks-Gründer Julian Assange.

Auch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump wurde von Teilnehmern des Filmfestes kritisiert. Der US-Regisseur Todd Haynes bezeichnete die Präsidentschaft Trumps als "barbarisch", während der US-chilenische Schauspieler Pedro Pascal erklärte, es sei "angsteinflößend", den US-Präsidenten öffentlich zu kritisieren.

Zudem standen aktuelle gesellschaftliche Debatten im Zentrum einiger in Cannes gezeigter Filme. So wurde am Freitag der chilenische Film "The Mysterious Gaze of the Flamingo" über eine Gruppe von Transfrauen vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Krankheit Aids in den 1980er-Jahren in der renommierten Nebenreihe "Un certain regard" ausgezeichnet. Der thailändische LGBTQ-Film "Useful Ghost" hatte zuvor einen Kritikerpreis gewonnen.

St.Ch.Russell--EWJ

Empfohlen

Gericht: Berliner Clanchef muss knapp 1,8 Millionen Euro an Rapper Bushido zahlen

Der bekannte Berliner Clanchef Arafat A.-C. muss einem Gerichtsbeschluss zufolge knapp 1,8 Millionen Euro an den früher geschäftlich eng mit ihm verbundenen Rapper Bushido zahlen. Das Berliner Kammergericht wies die Berufung von A.-C. gegen ein entsprechendes Urteil des Berliner Landgerichts vom September 2023 nach Angaben vom Mittwoch ab. Der zwischen A.-C. und Bushido geschlossene Managementvertrag war dem Beschluss zufolge sittenwidrig, weil er den Künstler unangemessen benachteiligte.

Prinz Harry vor Gericht: Boulevardmedien haben Meghans Leben "zur Qual" gemacht

Der britische Prinz Harry hat Boulevardmedien vorgeworfen, das Leben seiner Frau Meghan "zur Qual" gemacht zu haben. Das Vorgehen der von ihm verklagten Zeitungen sei "schrecklich" gewesen, sagte der 41-Jährige am Mittwoch in einem von ihm und anderen Prominenten angestrengten Prozess gegen den Boulevardzeitungsverlag ANL in London. Der jüngere Sohn von König Charles III. zeigte sich bei seiner Aussage vor dem High Court sehr bewegt und den Tränen nahe.

Harry: Im Prozess gegen Medien geht es um "Gerechtigkeit" für alle Betroffenen

Der britische Prinz Harry hat in seinem Prozess gegen britische Boulevardmedien erklärt, dass es ihm mit seiner Klage um "Wahrheit und Gerechtigkeit" gehe - und das nicht nur für ihn selbst. "Diese Klage hat natürlich auch eine persönliche Komponente, motiviert durch Wahrheit und Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit, aber es geht nicht nur um mich", erklärte der 41-Jährige am Mittwoch in einer schriftlichen Aussage vor dem High Court in London.

Kronenkranich ist Zootier des Jahres 2026 - Bestand in Wildnis nimmt stark ab

Der Kronenkranich ist das Zootier des Jahres 2026. Die in Afrika vorkommende Vogelart gilt in weiten Teilen des Kontinents als Glücksbote, wie der Verband der Zoologischen Gärten am Mittwoch mitteilte. Der Bestand in der Wildnis nimmt jedoch seit Jahren rapide ab. In Ostafrika sank die Population in den vergangenen 40 Jahren um 80 Prozent.

Textgröße ändern: