English Woman's Journal - Studie: Tiefseebergbau kann Meeresfauna beeinträchtigen

Studie: Tiefseebergbau kann Meeresfauna beeinträchtigen


Studie: Tiefseebergbau kann Meeresfauna beeinträchtigen
Studie: Tiefseebergbau kann Meeresfauna beeinträchtigen / Foto: ERNESTO BENAVIDES - AFP/Archiv

Der Tiefseebergbau kann die Meeresfauna - von den kleinsten Organismen bis hin zu großen Raubtieren wie Schwertfischen und Haien - beeinträchtigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie, die das Unternehmen The Metals Company (TMC) bei einem australischen Forschungsinstitut in Auftrag gegeben hatte. Die kanadische Firma will selbst als eine der ersten am Grund des pazifischen Ozeans im großen Stil Metalle abbauen.

Textgröße ändern:

Wissenschaftler und Umweltgruppen befürchten, dass der Abbau sogenannter Manganknollen unberührte Unterwasser-Ökosysteme dauerhaft zerstören könnte. Umfassende Untersuchungen zu den Auswirkungen gab es bislang jedoch nicht. TMC bezahlte rund eine Million Dollar für die Studie durch die staatliche Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO).

Den Forschern zufolge dürfte die Methode des Absaugens von Manganknollen am Meeresgrund substanzielle Schäden verursachen. Die Populationen von Seegurken, Seewürmer, Seesterne oder Krustentiere würden dadurch "signifikante Rückgänge" erfahren. Einige Arten würden sich demnach recht schnell wieder erholen. Insbesondere kleine Organismen, die sich von Sedimenten ernähren, hätten jedoch langsame Erholungsraten aufgezeigt.

Größere Tiere und insbesondere Raubfische würden den Ergebnissen zufolge zudem unter der Ablagerung von toxischen Metallen in ihren Körpern leiden, wenn sie über längere Zeit durch den Bergbau freigesetzen Stoffen ausgesetzt sind. "Schwertfisch und große Haie sammelten die höchsten simulierten Metallkonzentrationen an", stellen die Wissenschaftler fest.

Piers Dunstan, Ko-Autor der Studie, betonte die Bedeutung der Untersuchung. Sollte der Tiefseebergbau vorangetrieben werden, brauche es "einen klaren Ansatz, um die potenziellen Risiken und Auswirkungen auf das Meeresleben und die Ökosysteme zu verstehen". Die Forscherin Tina Soliman-Hunter fügte hinzu: "Ohne eine solche Forschung besteht die Gefahr, dass Schäden durch Bergbauaktivitäten über Generationen hinweg bestehen bleiben können."

Manganknollen enthalten neben Mangan auch Kobalt, Kupfer und Nickel - Metalle, die zum Bau von Batterien für Elektrofahrzeuge verwendet werden. Bergbaukonzerne drängen seit langem darauf, wertvolle Mineralien am Meeresgrund abzubauen. Ihr kommerzieller Abbau steckt technologisch noch in den Kinderschuhen, wegen der wachsenden Bedeutung der Rohstoffe preschen manche Unternehmen jedoch vor. Dazu gehört insbesondere TMC.

R.Mcintosh--EWJ

Empfohlen

Nächster IPCC-Bericht: Chef des Weltklimarats drängt zu schneller Einigung bei Termin

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen über den Zeitplan für den nächsten großen Sachstandsbericht strebt der Weltklimarat (IPCC) eine rasche Einigung an. Einen Konsens zu erzielen, sei "entscheidend", sagte der Chef des Weltklimarats, Jim Skea, am Montag. Das Gremium der Vereinten Nationen ist die maßgebliche Instanz für Klimawissenschaft.

Geld pro eingesparter Tonne CO2: Staatliche Förderung für Industrieinvestitionen

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt 2027 das Förderprogramm für die energieintensive Industrie im Rahmen sogenannter CO2-Differenzverträge fort. Für 2026 sei das Interesse der Unternehmen sehr groß gewesen, es seien "substantiell" mehr Fördermittel als die zur Verfügung stehenden fünf Milliarden Euro beantragt worden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag. Deshalb werde nun bereits das Verfahren für die nächste Vergaberunde im kommenden Jahr gestartet.

UN-Biodiversitätskonferenz in Eriwan zieht Zwischenbilanz bei Artenschutz-Zusagen

In der armenischen Hauptstadt Eriwan beginnt am Montag die 17. UN-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Bei der sogenannten COP17 beraten Vertreter aus fast 200 Staaten zwei Wochen lang über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Biodiversität, die auch für den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt. Das Treffen in Eriwan soll für eine erste Bestandsaufnahme des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal genutzt werden.

Heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich - 166 Festnahmen

Begleitet von heftigen Zusammenstößen mit Sicherheitskräften sind in Frankreich am Samstag zehntausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez lagen am Mittag Zahlen vor, wonach an Kundgebungen und Protestaktionen außerhalb von Paris mehr als 32.000 Demonstrierende teilnahmen. In mehreren Städten gab es gewaltsame Auseinandersetzungen; bis zum Mittag wurden 166 Menschen festgenommen.

Textgröße ändern: