English Woman's Journal - SPD kritisiert Einstellung von Freiwilligendienst "kulturweit"

SPD kritisiert Einstellung von Freiwilligendienst "kulturweit"


SPD kritisiert Einstellung von Freiwilligendienst "kulturweit"
SPD kritisiert Einstellung von Freiwilligendienst "kulturweit" / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Aus der SPD kommt deutliche Kritik an der Einstellung des Freiwilligendienstes "kulturweit" durch das Auswärtige Amt. "Dass ausgerechnet der internationale Freiwilligendienst 'kulturweit' gestrichen werden soll, ist die falsche Entscheidung zur falschen Zeit", erklärte Fraktionsvize Wiebke Esdar am Mittwoch in Berlin. Das von Johann Wadephul (CDU) geleitete Außenministerium begründet den Schritt mit notwendigen Einsparungen.

Textgröße ändern:

"Der Freiwilligendienst ermöglicht jungen Menschen, Deutschland in der Welt zu vertreten, kulturelle Brücken zu bauen und internationale Kompetenz zu entwickeln", erklärte dazu Esdar. "Wer an solchen Programmen spart, spart an der Zukunft unserer offenen Gesellschaft." Sie wies darauf hin, dass sich durch dies Einstellung eines Programms wie "kulturweit" nur geringe Summen einsparen ließen, der Schritt "kostet uns aber wertvolle internationale Verbindungen".

"Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen sollten wir kulturelle Brücken stärken, statt sie einzureißen", mahnte Esdar. Sie erinnerte daran, dass die SPD in den Haushaltsverhandlungen bewusst die Mittel für Freiwilligendienste gestärkt habe, weil Engagement, Austausch und Bildung gerade in unsicheren Zeiten unverzichtbar seien. "Es wäre ein fatales Signal, wenn ausgerechnet ein Programm der kulturellen Außenpolitik gestrichen wird, das seit Jahren erfolgreich junge Menschen zusammenbringt", warnte die SPD-Politikerin.

Das vom Auswärtigen Amt bisher geförderte Programm "kulturweit" ist der internationale Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission. Beide hatten vergangenen Woche die Einstellung des Programms bekanntgegeben. Demnach sollen im September letztmalig 300 Freiwillige ihren sechsmonatigen Auslandsaufenthalt mit dem Programm antreten.

Das Außenministerium gab bisher rund fünf Millionen Euro pro Jahr für "kulturweit" aus. Freiwillige konnten im Rahmen des Programms ein halbes oder ein ganzes Jahr in Kultur- und Bildungseinrichtungen oder Stätten des Weltnaturerbes im Ausland arbeiten. Es gab auch für junge Menschen aus dem Ausland Angebote zur Arbeit bei Einrichtungen in Deutschland.

An der Einstellung von "kulturweit" gibt es breite Kritik. Eine am Dienstag gestartete Petition dagegen auf der Plattform Weact! wurde bis Mittwochmittag von etwa 7000 Menschen unterstützt. Nicht von der Streichung betroffen ist das größere Programm "weltwärts", über das ebenfalls Freiwilligendienste im Ausland angeboten werden, vor allem im sozialen und ökologischen Bereich.

B.Mclean--EWJ

Empfohlen

Erbenstreit der Kinder von Alain Delon: Tochter erringt juristischen Sieg

Im Streit der drei Kinder des 2024 verstorbenen Schauspielers Alain Delon hat die 35 Jahre alte Tochter Anouchka einen Sieg errungen: Ein Gericht verurteilte ihre beiden Brüder Anthony und Alain-Fabien am Mittwoch zu einer Geldstrafe auf Bewährung in Höhe von 1000 Euro, weil diese ein Gespräch zwischen Vater und Tochter heimlich mitgeschnitten und veröffentlicht hatten.

Regisseur Wim Wenders zieht Film "Falsche Bewegung" von 1975 zurück

Der Regisseur Wim Wenders hat den wegen einer Nacktszene mit der damals erst 13-jährigen Schauspielerin Nastassja Kinski umstrittenen Film "Falsche Bewegung" aus dem Jahr 1975 vorerst zurückgezogen. Wie die Wim-Wenders-Stiftung als Inhaberin des Films am Mittwoch in Düsseldorf erklärte, werden Streaming-, Fernseh- und Vertriebspartner angewiesen, den Film nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Wenders bat Kinski außerdem "ohne Wenn und Aber" um Entschuldigung.

CBS entlässt langjährigen Korrespondenten von Nachrichtensendung "60 Minutes"

CBS News hat einen langjährigen Korrespondenten des Nachrichtenmagazins "60 Minutes" nach einer Auseinandersetzungen über die Zukunft der Sendung entlassen. Der neu ernannte leitende Produzent Nick Bilton erklärte am Dienstagabend (Ortszeit), Korrespondent Scott Pelley habe Biltons erstes Treffen mit Mitarbeitern missbraucht, um ihn, seine Qualifikationen und seine Absichten "mit bemerkenswerter Unhöflichkeit und Verachtung" herabzuwürdigen.

Frankreichs Verbraucherschutz verhängt 22-Millionen-Euro-Strafen für Shein

Die französische Verbraucherschutzbehörde hat dem asiatischen Onlinehändler Shein zwei Geldstrafen in Höhe von 22 Millionen Euro auferlegt. Grund dafür seien fehlende Angaben zur Herkunft von Produkten sowie zu ihrer Umweltverträglichkeit, teilte die Behörde am Mittwoch in Frankreich mit. Außerdem halte Shein die vorgeschriebenen Regeln zu Widerrufs- und Lieferfristen nicht ein.

Textgröße ändern: