English Woman's Journal - Voßkuhle und Papier mahnen besseren Schutz des Bundesverfassungsgerichts an

Voßkuhle und Papier mahnen besseren Schutz des Bundesverfassungsgerichts an


Voßkuhle und Papier mahnen besseren Schutz des Bundesverfassungsgerichts an
Voßkuhle und Papier mahnen besseren Schutz des Bundesverfassungsgerichts an / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Die früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle und Hans-Jürgen Papier, haben einen besseren Schutz für das Gericht im Grundgesetz angemahnt. "Es ist dringend nötig, die Institution des Bundesverfassungsgerichts im Grundgesetz weiter abzusichern", sagte Papier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Ähnlich äußerte sich in dem gemeinsamen RND-Gespräch auch Voßkuhle.

Textgröße ändern:

Im Fall, dass populistische Kräfte Mehrheiten erlangen, bestehe die Gefahr, "dass das Verfassungsgericht dann grundlegend verändert wird", sagte Papier. So werde zur Besetzung des Gerichts im Grundgesetz wenig gesagt: "Nicht einmal, dass seine Mitglieder ausnahmslos Juristen sein müssen und hauptamtlich tätig sind, nichts zur Zahl der Mitglieder, nichts zur Amtszeitbegrenzung und nichts zur Wiederwahl", gab er zu bedenken. Eine einfache Mehrheit "könnte das Gericht mit eigenen Leuten nach Änderung des Gesetzes fluten, könnte es weitgehend politisieren".

"Eine Reihe von Regelungen für das Gericht sind allein im Bundesverfassungsgerichtsgesetz enthalten, das man mit einfacher Mehrheit ändern kann", warnte auch Voßkuhle. Er verwies auf Beispiele aus anderen Ländern, wo Verfassungsgerichte unter Druck gerieten, denn "Sie sind es, die die Machthaber bremsen, nach einem Wahlsieg das demokratische System umzubauen." Auch er sprach sich deswegen dafür aus, "unser Verfassungsgericht zusätzlich abzusichern".

Kritisch äußerten sich Papier und Voßkuhle zu Forderungen, das Grundgesetz sprachlich zu modernisieren, etwa durch eine gendergerechte Sprache. Zwar sei ein solcher Schritt natürlich möglich, sagte Papier, "aber wir haben größere Probleme, auch in Hinblick auf Rechtsstaatlichkeit und Demokratie". Dies gelte auch für eine Streichung des "Rasse"-Begriffs aus dem Verfassungstext.

Voßkuhle sagte zu dem Thema: "Ich habe nichts gegen das Gendern, meine Vorlesungsmaterialien sind zum Beispiel gegendert." Allerdings würde eine sprachliche Modernisierung aus seiner Sicht dem Grundgesetz "vielleicht doch etwas seine ursprüngliche Würde nehmen".

K.R.Jones--EWJ

Empfohlen

Musik-Show voller Stars führt zu deutlich längerer Halbzeitpause bei WM-Finale

Eine Halbzeitshow voller Musik-Superstars hat beim Finale der Fußball-WM zwischen Spanien und Argentinien zu einer deutlich verlängerten Halbzeitpause geführt. Im MetLife Stadium vor den Toren New Yorks traten am Sonntag nach der ersten Halbzeit unter anderem Madonna, Shakira, Justin Bieber und die K-Pop-Band BTS auf.

ZDF-Krimiserie "Ein Fall für zwei" wird nach mehr als 45 Jahren eingestellt

Die ZDF-Krimiserie "Ein Fall für zwei" wird nach mehr als 45 Jahren abgesetzt. Wie eine Sprecherin des Senders in Mainz am Freitag mitteilte, wird 2026 die letzte Staffel der Serie produziert, die im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll. Zudem werde 2027 ergänzend zum Serienende ein Spielfilm gedreht, der die Geschichte zu einem "würdigen Abschluss" führen solle.

Romanbiografie macht Leben und Musik der Komponistin Erna Becker-Ernst neu erlebbar

Bewegende Lebensgeschichte trifft auf 22 erstmals hörbar gemachte Originalkompositionen

Bewerbungsverfahren für ESC 2027 beginnt - SWR sucht Talente "mit Persönlichkeit"

Das deutsche Bewerbungsverfahren für den Eurovision Song Contest (ESC) 2027 beginnt. Ab sofort bis zum 21. September werden Bewerbungen entgegengenommen, wie der Südwestrundfunk (SWR) am Mittwoch in Baden-Baden mitteilte. Der Sender adressierte nicht nur Sängerinnen und Sänger, sondern gezielt auch Songwriter. Gesucht würden "professionelle Acts mit Songs, die künstlerische Glaubwürdigkeit mit kreativer Exzellenz verbinden".

Textgröße ändern: