English Woman's Journal - DAK: Problematischer Konsum von Social Media bei einem Viertel der Jugendlichen

DAK: Problematischer Konsum von Social Media bei einem Viertel der Jugendlichen


DAK: Problematischer Konsum von Social Media bei einem Viertel der Jugendlichen
DAK: Problematischer Konsum von Social Media bei einem Viertel der Jugendlichen / Foto: Jade GAO, Jade GAO - AFP/Archiv

Mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland weisen einer Studie zufolge einen problematischen Konsum sozialer Medien auf. Über 25 Prozent der Zehn- bis 17-Jährigen nutzen diese auf eine pathologische oder zumindest für ihre Gesundheit riskante Weise, wie aus einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht. Das ist eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, die Zahlen liegen aber immer noch deutlich über dem vorpandemischen Niveau von 2019.

Textgröße ändern:

Bei 21,4 Prozent der Befragten wurde demnach eine riskante Nutzung von sozialen Medien festgestellt, also eine Nutzung, die laut Studienautoren mit einem erhöhten Risiko für die physische oder psychische Gesundheit einhergeht. Weitere 4,7 Prozent nutzen soziale Medien derzeit sogar pathologisch, sind also süchtig. 2019 lagen diese Zahlen noch bei 8,2 Prozent (riskante Nutzung) beziehungsweise 3,2 Prozent (pathologische Nutzung), die problematische Nutzung stieg also insgesamt um 126 Prozent.

Im Schnitt nutzen Kinder und Jugendliche derzeit 157 Minuten täglich Social Media. Das entspricht in etwa dem Niveau der beiden Vorjahre, liegt aber rund eine halbe Stunde über jenem vor der Pandemie.

"Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen ist zu einem dauerhaften und ernsten Problem geworden", erklärte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. "Wenn junge Menschen ohne Ende online sind, dann schadet das häufig der Gesundheit und führt zu sozialen Konflikten." Um Kinder zu stärken und zu schützen, sei Schule ein wichtiger Ort. Daher sei ein neues Schulfach Gesundheit wichtig. "Die Kultusminister der Länder sollten dieses Thema offen diskutieren."

Verbesserungen sehen die Studienautoren beim Thema Computerspiele. Bei der jüngsten Erhebung wurde bei 8,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine riskante, bei 3,4 Prozent eine pathologische Nutzung festgestellt. 2023 gab es noch 11,1 Prozent riskante und 4,3 Prozent pathologische Nutzerinnen und Nutzer. Beim Gaming liegt die durchschnittliche tägliche Spieldauer derzeit bei 105 Minuten. 2019 waren es durchschnittlich 91 Minuten.

Beim Streaming, das erst seit 2022 erfasst wird, sind die Zahlen relativ konstant. In der jüngsten Erhebung wiesen 13,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen ein riskantes Nutzungsverhalten auf, weitere 2,6 Prozent ein pathologisches. Im Vorjahr waren es 14,4 Prozent (riskante Nutzung) beziehungsweise 1,2 Prozent (pathologische Nutzung).

Erstmals untersucht wurde das Phänomen "Phubbing", das eine unangemessene Nutzung des Smartphones etwa am Esstisch beschreibt. 35,2 Prozent der befragten Zehn- bis 17-Jährigen fühlen sich demnach durch die Smartphone-Nutzung anderer Personen ignoriert. 25,2 Prozent gaben an, Erfahrungen mit sozialen Konflikten im Kontext mit "Phubbing" gemacht zu haben.

Mit der repräsentativen Längsschnittstudie untersucht die DAK gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. 1200 Teilnehmende werden durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa mit jeweils einem Elternteil in mehreren Wellen befragt. Die jüngste Befragung fand im Herbst 2024 statt.

E.Cunningham--EWJ

Empfohlen

AfD scheitert mit Organklage gegen frühere 2G+-Regelung in Bundestag

Das Bundesverfassungsgericht hat eine Organklage von AfD-Vertretern gegen die während der Coronapandemie im Januar 2022 geltende sogenannte 2G+-Regelung im Bundestag verworfen. Die Maßnahme sei "zur Sicherung der Arbeits- und Funktionsfähigkeit" des Parlaments seinerzeit gerechtfertigt gewesen, entschied das Gericht in seinem am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss. Zwei mit der Organklage verbundene Eilanträge hatte das Bundesverfassungsgericht bereits 2022 verworfen. (Az. 2 BvE 1/22)

"Routinemäßiger Eingriff": Wirtschaftsministerin Reiche wird in Sommerpause operiert

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nutzt die parlamentarische Sommerpause für mindestens eine Operation. "Ministerin Reiche wird sich in der Sommerpause mindestens einem medizinischen routinemäßigen Eingriff unterziehen", teilte ihre Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit. Eigentlich sei der Eingriff bereits für die Osterzeit geplant gewesen, die Ministerin habe sie jedoch "wegen der intensiven Regierungsarbeit verschoben". Einzelheiten zu dem geplanten Eingiff nannte die Sprecherin nicht.

Spanien will Rauchen auf öffentlichen Terrassen und Stränden verbieten

Die spanische Regierung hat einen Gesetzentwurf für ein Rauchverbot in öffentlichen Außenbereichen wie Café- und Restaurantterrassen, Parks und Stränden beschlossen. Ziel des Gesetzes sei es, das bereits geltende Rauchverbot für Innenräumen auszuweiten, "um die öffentliche Gesundheit besser zu schützen und auf eine tabakfreie Generation hinzuwirken", sagte Gesundheitsministerin Mónica García nach der Billigung des Entwurfs durch das Kabinett am Dienstag vor Journalisten.

Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 preisbereinigt um 3,9 Prozent gestiegen

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind 2024 gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 3,9 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Verweis auf erstmalige entsprechende Berechnungen mit. Nominal - also in jeweiligen Preisen - waren sie im Vorjahresvergleich um 7,6 Prozent gestiegen. Insgesamt hatten die Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 bei 538,2 Milliarden Euro gelegen.

Textgröße ändern: