English Woman's Journal - Brüsseler Prozess wegen Überfallplänen in Bochum: "Ausbrecherkönig" schweigt

Brüsseler Prozess wegen Überfallplänen in Bochum: "Ausbrecherkönig" schweigt


Brüsseler Prozess wegen Überfallplänen in Bochum: "Ausbrecherkönig" schweigt
Brüsseler Prozess wegen Überfallplänen in Bochum: "Ausbrecherkönig" schweigt / Foto: Nicolas TUCAT - AFP/Archiv

Zum Auftakt des Brüsseler Prozesses wegen eines geplanten Raubüberfalls in Deutschland hat der Hauptangeklagte Antonio Ferrara die Aussage verweigert. Er werde nach aktuellem Stand keinerlei Fragen der Richter beantworten, teilte der in Frankreich als "Ausbrecherkönig" bekannte Ferrara zu Beginn der Verhandlungen am Dienstag in Brüssel mit, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Auch drei seiner neun Mitangeklagten wollten demnach nicht aussagen.

Textgröße ändern:

Die Verteidigung wollte ursprünglich erreichen, dass der Prozess vertagt wird. Die Anwälte warfen den Ermittlern Verfahrensfehler vor und fordern, dass deshalb Teile der Indizien nicht berücksichtigt werden dürfen. Am Dienstagnachmittag sorgten sie Belga zufolge für mehrere kurze Unterbrechungen.

Ferrara war im Februar 2025 mit weiteren Verdächtigen im belgischen Eupen nahe der Grenze zu Deutschland festgenommen worden. Die Ermittler stießen bei Durchsuchungen auf ein Waffenarsenal mit Sturmgewehren, Handfeuerwaffen, Granaten, Sprengstoff und Uniformen. Der belgischen Staatsanwaltschaft zufolge planten die Verdächtigen einen Raubüberfall auf den Tresorraum eines Werttransportunternehmens in Bochum.

Bei der Festnahme kam es zu einer Verfolgungsjagd mit mehreren Autos. Ein Polizist und einer der Verdächtigen wurden dabei verletzt. Ferrara saß rund acht Monate in Belgien in Untersuchungshaft, bevor er im November gegen Kaution freikam.

Ferrara war in Frankreich wegen mehrerer Raubüberfälle sowie versuchten Mordes mehrfach zu Haftstrafen verurteilt worden. Zwei Mal gelangen ihm Ausbrüche aus dem Gefängnis, der jüngste erinnerte an das Szenario eines Actionfilms: 2003 befreite ihn ein zehnköpfiges Kommando mit Raketenwerfern aus einem Gefängnis im Großraum Paris. Ferrara hatte selbst die Gitter seiner Zelle gesprengt.

Vier Monate später wurde Ferrara in einem Pariser Café gefasst. Seit 2022 ist er nach Verbüßen seiner Haftstrafe wieder auf freiem Fuß. Für den geplanten Raubüberfall drohen ihm nun bis zu zehn Jahre Haft.

K.Marshall--EWJ

Empfohlen

Bericht: Prozess gegen Karnevalswagenbauer Tilly geht in Russland in zweite Runde

In Russland geht der Prozess gegen den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer und Satiriker Jacques Tilly einem Zeitungsbericht zufolge in eine neue Runde. Das Verfahren werde am kommenden Dienstag um 09.30 Uhr Moskauer Ortszeit (08.30 Uhr MESZ) fortgesetzt, schrieb die "Rheinische Post" am Freitag unter Berufung auf Tilly selbst. "Das ist lästig, ich dachte eigentlich, das ist abgeschlossen und kostet mich keine seelische Energie mehr", sagte der Künstler der Zeitung.

16-Jähriger bei Surfen auf S-Bahn durch Stromschlag lebensgefährlich verletzt

Ein 16-Jähriger ist beim Surfen auf dem Dach einer fahrenden S-Bahn in Nordrhein-Westfalen durch einen Stromschlag lebensgefährlich verletzt worden. Er wurde von einem sogenannten Lichtbogen getroffen, wie die Bundespolizei in Sankt Augustin am Freitag mitteilte. Bei einem Lichtbogen überspringt die Stromspannung die Luft und gelangt durch den Körper zum Boden.

Missbrauchsverdacht gegen führenden Buddhisten aus Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz ist ein ehemals führender Vertreter eines buddhistischen Klosters wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Vergewaltigung festgenommen worden. Dem 59 Jahre alten Mann werden mehr als hundert Fälle vorgeworfen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Kaiserslautern mitteilten. Er sei in einem Hotel in Kaiserslautern gefasst worden, wo er sich versteckt gehalten habe.

Sexualstrafrecht: Hubig will "Ja heißt Ja"-Regelung

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) setzt sich im Sexualstrafrecht für eine Einführung des Konsensprinzips nach dem Motto "Nur Ja heißt Ja" ein. "Ich persönlich bin dafür, dass wir diesen konsequenten Schritt zu 'Ja heißt Ja' im Strafrecht in Deutschland gehen", sagte Hubig am Freitag in Luxemburg. Sie wolle nun in der Koalition mit der Union über einen solchen Schritt beraten.

Textgröße ändern: