English Woman's Journal - Mutmaßlicher Mädchenjäger des US-Sexualstraftäters Epstein nahe Paris tot aufgefunden

Mutmaßlicher Mädchenjäger des US-Sexualstraftäters Epstein nahe Paris tot aufgefunden


Mutmaßlicher Mädchenjäger des US-Sexualstraftäters Epstein nahe Paris tot aufgefunden
Mutmaßlicher Mädchenjäger des US-Sexualstraftäters Epstein nahe Paris tot aufgefunden / Foto: Martin BUREAU - AFP/Archiv

Der französische Modelagent Daniel Siad, ein mutmaßlicher Mädchenjäger des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, ist in der Nähe von Paris tot aufgefunden worden. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen zur Todesursache ein. Die Leiche des 69-Jährigen solle obduziert werden, teilte die Staatsanwaltschaft von Nanterre am Mittwoch mit.

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Siads 28 Jahre alte Mitbewohnerin habe den leblosen Mann am Montag in der Küche des Wohnhauses im Pariser Vorort Colombes entdeckt, berichtete die Zeitung "Le Parisien".

Fünf Frauen hatten seit Februar gegen Siad Anzeige wegen Vergewaltigung und Menschenhandels erstattet. Die französische Justiz hatte Vorermittlungen eingeleitet. Siad wies die Vorwürfe zurück. Er war bislang noch nicht angehört worden.

Sein Name taucht mehr als 1000 Mal in den Epstein-Akten auf; zahlreiche Dokumente stellen ihn als einen bezahlten Mädchenjäger im Auftrag Epsteins dar. Er selbst beschrieb sich als Headhunter für Models. Er habe Wurzeln in der algerischen Kabylei, sei von Geburt an Franzose und habe die schwedische Staatsbürgerschaft, erklärte er.

Die erste Frau, die ihn angezeigt hatte, war die Schwedin Ebba P. Karlsson gewesen. Sie wirft ihm vor, sie als 20-Jährige vergewaltigt zu haben. Später habe er sie dem Direktor einer Modelagentur vorgestellt, der sie ebenfalls vergewaltigt habe. "Er hatte ein großes Talent, um den schwachen Punkt zu finden und sich als Retter zu präsentieren", sagte sie später über Siad.

Eine Französin, die unter dem Decknamen Juliette auftritt, beschrieb in einem AFP-Gespräch, wie Siad sie in Paris auf der Straße angesprochen und ihr eine Model-Karriere in den USA in Aussicht gestellt habe. Sie habe lediglich ein Flugticket und eine Adresse erhalten und sei nach New York gereist, wo sie auf Epstein getroffen sei. Dieser habe ihr zunächst Geld zum Shoppen gegeben und sie später in seiner Wohnung sexuell belästigt.

Siad veröffentlichte im Februar ein Video in Onlinediensten, in dem er seine Unschuld erklärte. "Ich habe mit ihm zusammengearbeitet und ihm Models vorgestellt", sagte Siad, der sich zugleich rühmte, das Model Claudia Schiffer "entdeckt" zu haben. Er habe nie mit minderjährigen Models gearbeitet und sei bereit, vor der Justiz auszusagen, fügte er hinzu.

Seine Mails, die sich in den Epstein-Files fanden, zeichneten ein anderes Bild. In zahlreichen Nachrichten preist er junge Mädchen und Frauen an, schickt Fotos von ihnen und schlägt Epstein Treffen vor. Er erwähnt dabei mehrfach Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. 2018 wies Epstein seinen Buchhalter an, Siad ein Darlehen in Höhe von 25.000 Dollar über fünf Jahre zu gewähren.

Nach Dokumenten aus den Epstein-Files hatte der Franzose Jean-Luc Brunel den Kontakt zwischen Epstein und Siad hergestellt. Brunel trat ebenfalls als Headhunter für Models auf und wurde später von zahlreichen Frauen der sexuellen Gewalt bezichtigt. 2020 nahm die französische Justiz Ermittlungen gegen ihn auf, unter anderem wegen Missbrauchs von Minderjährigen. Zwei Jahre später wurde er tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden.

Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte US-Investor Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. 2019 wurde er wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen erneut festgenommen. Er wurde wenig später tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

F.Stewart--EWJ

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