English Woman's Journal - Lange Haftstrafe in Prozess um Anlagebetrug mittels Callcenter in Bayern

Lange Haftstrafe in Prozess um Anlagebetrug mittels Callcenter in Bayern


Lange Haftstrafe in Prozess um Anlagebetrug mittels Callcenter in Bayern
Lange Haftstrafe in Prozess um Anlagebetrug mittels Callcenter in Bayern / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Das Landgericht im bayerischen Bamberg hat einen 50-Jährigen wegen Anlagebetrug mittels Callcenter mit Millionenschaden zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Es zog Taterträge in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro ein, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. Demnach sah es die zuständige Kammer als erwiesen an, dass der 50-Jährige zwischen 2014 und 2022 einer international handelnden Bande angehört hatte.

Textgröße ändern:

Von Dezember 2014 bis Mai 2019 betrieb er ein Callcenter, von dem aus zahlreiche Menschen aus dem deutschsprachigen Raum mit vermeintlich lukrativen Anlagen betrogen wurden. Den Opfern wurden hohe Renditen auf den vermeintlichen Tradingplattformen versprochen.

Über die verschiedenen Plattformen entstand ein Schaden von mindestens acht Millionen Euro. Zusätzlich entwickelte und vertrieb der 50-Jährige eine Software, die Grundvoraussetzung für den massenhaften Betrug war.

Der 50-Jährige bot im Zusammenhang mit der Software ein Dienstleistungspaket an, mit dem eine Tradingplattform aufgebaut und laufend technisch unterstützt werden konnte. Aus dem Grund ging die Anklage von Schäden in Höhe von weiteren 44 Millionen Euro aus.

Bereits vor rund zwei Wochen hatte das Landgericht Bamberg in einem ähnlichen Fall ein Urteil gesprochen. Ein 42-Jähriger wurde zu fünf Jahren und neun Monaten Haft wegen gewerbs- und bandenmäßigem Betrug verurteilt. Die Kammer zog darüber hinaus 1,4 Millionen Euro an Taterträgen ein.

Sie sah es als erwiesen an, dass auch er Teil einer Gruppe war, die mittels Callcenter zahlreiche Menschen mit lukrativen Investments in vermeintliche Tradingplattformen betrog. Der 42-Jährige gehörte zum Führungsteam der Gruppe. Er war für die Technik und Finanzen zuständig. Zudem war er einer der finanziellen Hauptprofiteure.

Laut Anklage verursachte er zwischen Februar 2017 und März 2021 einen Schaden von rund fünf Millionen Euro. Nach Angaben des Gerichts ist das Urteil mit Blick auf die Freiheitsstrafe bereits rechtskräftig. Am Landgericht Bamberg wird in mehreren Verfahren wegen ähnlicher Vorwürfe weiter verhandelt. Die Angeklagten gehören nicht alle derselben Gruppe an.

T.Burns--EWJ

Empfohlen

Gipfel zu Drogen und Sicherheit: Trump empfängt Vertreter aus Lateinamerika

US-Präsident Donald Trump empfängt am Samstag Vertreter verbündeter lateinamerikanischer Staaten zu einem Gipfeltreffen. Hauptthemen der Zusammenkunft in Miami im Bundesstaat Florida sind der Kampf gegen den Drogenhandel sowie Sicherheitsfragen. Trump will dabei eine neue Initiative namens "The Shield of the Americas" (etwa: Schild Amerikas) ins Leben rufen.

Epstein-Skandal: Akten zu Missbrauchsvorwürfen gegen Trump veröffentlicht

Laut neu veröffentlichten Epstein-Akten hat ein mutmaßliches Opfer in der Vergangenheit schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump erhoben. Das US-Justizministerium gab am Donnerstag (Ortszeit) Protokolle der Bundespolizei FBI von der Vernehmung einer Frau frei, die angegeben hatte, sie sei im Alter von 13 bis 15 Jahren sowohl von Trump als auch von dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein missbraucht worden. Das Weiße Haus sprach von "haltlosen Anschuldigungen" einer "gestörten Frau".

Gericht: Schnellladesäulen an Bundesautobahnen müssen ausgeschrieben werden

Im Streit um Schnellladesäulen für E-Autos an deutschen Autobahnen hat die Autobahn GmbH des Bundes eine Niederlage erlitten: Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied am Freitag, dass Konzessionen über die Bereitstellung von Schnellladeinfrastruktur an Bundesautobahnen nicht ohne Ausschreibung "vergeben werden dürfen". "Sollte die Autobahn GmbH weiterhin Schnellladeinfrastruktur an Bundesautobahnen errichten lassen wollen, muss sie nun ein Vergabeverfahren durchführen", erklärte das Gericht.

Tod von Baby in Schleswig-Holstein: Eltern kommen wegen Mordes vor Gericht

Ein halbes Jahr nach dem Tod eines Babys in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein beginnt vor Gericht ein Mordprozess gegen die Eltern. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, das vier Monate alte Mädchen nicht ausreichend mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt zu haben, wie das Landgericht Itzehoe am Freitag mitteilte. Der Anklage zufolge soll der Säugling vor seinem Tod einen Monat lang gelitten haben.

Textgröße ändern: