English Woman's Journal - "White Tiger" als Vorbild: Junger mutmaßlicher Onlinesadist in Hamburg angeklagt

"White Tiger" als Vorbild: Junger mutmaßlicher Onlinesadist in Hamburg angeklagt


"White Tiger" als Vorbild: Junger mutmaßlicher Onlinesadist in Hamburg angeklagt
"White Tiger" als Vorbild: Junger mutmaßlicher Onlinesadist in Hamburg angeklagt / Foto: ARUN SANKAR - AFP/Archiv

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat Anklage gegen einen Jugendlichen in einem weiteren Fall von mutmaßlichem Onlinesadismus erhoben. Er soll sieben Mädchen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren "zu sexuellen und selbstverletzenden Handlungen vor der Kamera genötigt" haben, wie die Anklagebehörde am Dienstagabend mitteilte. Die mutmaßlichen Taten beging er demnach teilweise allein, teils mit Mittätern in von ihm gegründeten Gruppen in sozialen Medien zwischen Mai 2023 und März 2024.

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Laut Staatsanwaltschaft orientierte sich der Beschuldigte am Vorbild des globalen Onlinesadistennetzwerks 764, zu dem auch ein als "White Tiger" bekannt gewordener Beschuldigter gehört, der sich seit Januar vor dem Landgericht Hamburg unter anderem wegen Mordes verantworten muss. Verbindungen zu diesem bestünden den Ermittlungen zufolge jedoch nicht.

Die Behörde wirft dem zur Tatzeit noch jugendlichen Angeklagten unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzungen in mittelbarer Täterschaft vor. Er habe die Opfer "emotional manipuliert und sie durch zuvor erlangte persönliche Informationen und kompromittierende Aufnahmen zu immer gravierenderen Verhaltensweisen gezwungen". Insgesamt gehe es um 37 Taten. Unter anderem hätten sich Opfer Namen in die Haut geritzt.

Dazu kommen mutmaßliche gewaltsame Attacken auf Männer aus "vermutlich homophoben Motiven". Der Beschuldigte soll laut Staatsanwaltschaft zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 in Hamburg über Datingportale für Homosexuelle insgesamt elf Treffen vereinbart haben, bei denen er die Geschädigten dann überraschend angriff und körperlich verletzte.

Der Angeklagte wurde demnach schon am 23. Dezember in Untersuchungshaft genommen, weitere Angaben zu ihm oder den mutmaßlichen Opfern machten die Ermittler nicht. Das Landgericht Hamburg muss die Anklage prüfen und über die Eröffnung eines Hauptverfahrens entscheiden. Ein möglicher Prozess werde aufgrund des Alters der Beteiligten in jedem Fall unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, betonte die Staatsanwaltschaft.

Dem unter seinem Pseudonym "White Tiger" bekannten Beschuldigten werden in seinem Prozess mehr als 200 Straftaten zur Last gelegt, die er von 2021 bis 2023 an mehr als Opfern im Kindes- und Jugendalter begangen haben soll. Er soll psychisch labile Jugendliche über das Internet zu Gewalttaten gegen sich selbst gedrängt haben, ein 13-Jähriger soll während eines im Internet übertragenen Streams Suizid begangen haben.

Sadistische und gewaltbereite Onlinegruppierungen sind nach Angaben des Bundeskriminalamts eine wachsende Gefahr für junge Menschen. Die häufig noch sehr jungen Täter suchten gezielt nach besonders sensiblen oder psychisch bereits auffälligen Opfer, um diese zu manipulieren und durch Erpressung erniedrigenden und selbstverletzenden Handlungen zu zwingen. Die Behörden sprechen auch von "Com"-Taten - das ist die Abkürzung des englischen Worts Community für Gemeinschaft oder Gruppe.

F.McKenzie--EWJ

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