English Woman's Journal - Studie: Steigende Touristenzahlen erhöhen Feinstaub-Belastung der Antarktis

Studie: Steigende Touristenzahlen erhöhen Feinstaub-Belastung der Antarktis


Studie: Steigende Touristenzahlen erhöhen Feinstaub-Belastung der Antarktis
Studie: Steigende Touristenzahlen erhöhen Feinstaub-Belastung der Antarktis / Foto: Jose Jorquera - University of Santiago USACH/AFP

Die Antarktis leidet nicht nur unter der Erderwärmung, auch die Auswirkungen steigender Touristenzahlen und größerer Forschungsprojekte machen sich Wissenschaftlern zufolge zunehmend bemerkbar. Die Konzentration von schwermetallhaltigem Feinstaub ist in Antarktis-Regionen, in denen sich Menschen aufgehalten haben, zehn Mal höher als vor 40 Jahren, wie ein internationales Forschungsteam in einer am Mittwoch im Fachmagazin "Nature Sustainability" veröffentlichten Studie berichtete.

Textgröße ändern:

Die Zahl der Touristen, die eines der unberührtesten Gebiete der Erde besuchen, ist nach Angaben der International Association of Antarctica Tour Operators in den vergangenen zwei Jahrzehnten von 20.000 pro Jahr auf 120.000 angestiegen.

Die zunehmende Anwesenheit von Menschen in der Antarktis erhöhe die Besorgnis wegen Schmutzstoffen aus fossilen Brennstoffen, unter anderem von Schiffen, Flugzeugen, Fahrzeugen und weiterer Infrastuktur, heißt es in der Studie. Touristen werden mit Schiffen zur Antarktis gebracht, die mit fossilen Treibstoffen betrieben werden, was dazu führt, dass dem Feinstaub Nickel, Kupfer, Zink und Blei anhaften.

"Der Schnee in der Antarktis schmilzt schneller wegen der Schmutzpartikel in Gebieten, die von Touristen besucht werden", sagte Raul Cordero, Ko-Autor der Studie, der Nachrichtenagentur AFP.

"Ein einzelner Tourist kann dazu beitragen, dass rund 100 Tonnen Schnee schneller schmelzen", erklärte der Wissenschaftler von der niederländischen Universität Groningen. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, unter anderem aus Chile, Deutschland und den Niederlanden, legten vier Jahre lang 2000 Kilometer in der Antarktis zurück, um die Verschmutzung zu erfassen.

Auch wegen wissenschaftlicher Expeditionen hat der schwermetallhaltige Feinstaub in der Antarktis zugenommen. Codero zufolge können länger dauernde Forschungsprojekte zehn Mal größere Auswirkungen haben als ein einzelner Tourist.

Der Studie zufolge hat es "bedeutende Fortschritte" bei den Versuchen gegeben, die Antarktis besser zu schützen, darunter ein Verbot von stark verschmutzendem Schweröl sowie hybride Antriebssysteme für Touristenschiffe. "Gleichwohl zeigen unsere Ergebnisse, dass mehr getan werden muss, um die Belastung durch menschliche Aktivitäten in der Antarktis zu verringern", heißt es in der Studie. Unter anderem müssten der Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigt und die Nutzung fossiler Energien drastisch verringert werden.

In einer weiteren am Mittwoch im Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Studie hatten Klimaforscher vor "neuen Hinweisen auf abrupte Umweltveränderungen in der Antarktis" gewarnt. Demnach nähert sich die globale Erwärmung einer Schwelle, bei deren Erreichen ein derart großer Teil des Eisschilds schmelzen könnte, dass der globale Meeresspiegel um mindestens drei Meter steigen und so von hunderten Millionen Menschen bewohnte Küstenregionen unter Wasser setzen würde. Einige der Veränderungen seien schwer aufzuhalten und könnten "Auswirkungen auf künftige Generationen" haben.

B.Mclean--EWJ

Empfohlen

Erdrutsch reißt Krater in Fernstraße in Norwegen: Behörden befürchten ein Todesopfer

Bei einem Erdrutsch in Norwegen sind eine Straße und eine Eisenbahnstrecke schwer beschädigt worden. Beide Fahrspuren der Fernstraße E6 und die parallel zur Straße verlaufenden Gleise versanken am Samstag in einem riesigen Erdloch, wie auf Fotos zu sehen war, die in norwegischen Medien veröffentlicht wurden. Ein dänischer Arbeiter, der seit dem Unglück vermisst wird, ist nach Polizeiangaben vermutlich tot.

Rückschlag für Trump: Gericht erklärt Großteil seiner Zölle für unrechtmäßig

Es ist ein weiterer juristischer Dämpfer für den US-Präsidenten: Ein Berufungsgericht hat einen Großteil der von Donald Trump verhängten Einfuhrzölle für rechtswidrig erklärt. Der Präsident sei nicht dazu befugt, derart weitreichende Zölle zu verhängen, sondern lediglich der Kongress in Washington, erklärte das Bundesberufungsgericht zur Begründung der am Freitag (Ortszeit) getroffenen Entscheidung. Die Richter beließen die Zölle jedoch vorerst bis Mitte Oktober in Kraft. Die Trump-Regierung will den Fall vor den Obersten Gerichtshof bringen.

Auto rast nach Streit in Bar in Gruppe in Frankreich: ein Toter und fünf Verletzte

Im Norden Frankreichs ist ein Autofahrer nach einer Auseinandersetzung in einer Bar in eine Gruppe Menschen gerast. Mindestens ein Mann sei bei dem Vorfall in Evreux getötet worden, sagte der Staatsanwalt der Stadt, Rémi Coutin, der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. Fünf weitere Menschen wurden demnach verletzt, zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Drei Verdächtige wurden demnach festgenommen.

Nach Entlassung durch Trump: Gericht prüft Klage von US-Notenbank-Gouverneurin Cook

Ein Gericht in Washington hat sich am Freitag mit der Klage der US-Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook gegen ihre von US-Präsident Donald Trump angeordnete Entlassung befasst. In der ersten Anhörung in dem Fall prüfte Richterin Jia Cobb Cooks Antrag auf eine einstweilige Verfügung, mit der sie erreichen will, dass Trumps Anordnung für rechtswidrig erklärt wird. Dies würde es ihr ermöglichen, ihren Posten als Gouverneurin der US-Notenbank Fed weiter auszuüben, während sie juristisch gegen ihre Entlassung vorgeht.

Textgröße ändern: