English Woman's Journal - "Ketamin-Queen" gesteht Verkauf von tödlicher Dosis an Matthew Perry

"Ketamin-Queen" gesteht Verkauf von tödlicher Dosis an Matthew Perry


"Ketamin-Queen" gesteht Verkauf von tödlicher Dosis an Matthew Perry
"Ketamin-Queen" gesteht Verkauf von tödlicher Dosis an Matthew Perry / Foto: Gabriel BOUYS - AFP/Archiv

Knapp zwei Jahre nach dem Tod des Schauspielers Matthew Perry will sich eine als "Ketamin-Queen" bekannte Drogendealerin schuldig bekennen, den "Friends"-Darsteller mit der für ihn tödlichen Dosis versorgt zu haben. Die seit einem Jahr in Untersuchungshaft sitzende Jasveen Sangha habe einer entsprechenden Abmachung zugestimmt, gab das US-Justizministerium am Montag (Ortszeit) bekannt. Wegen ihrer Bekanntheit in einschlägigen Kreisen hat Sangha in Hollywood den Spitznamen "Ketamin-Queen" - ihr droht nun eine jahrzehntelange Haftstrafe.

Textgröße ändern:

Der 54 Jahre alte Perry war Ende Oktober 2023 tot im Whirlpool seines Hauses in Los Angeles gefunden worden. Laut dem Bericht der Gerichtsmedizin starb der aus der Erfolgsfernsehserie "Friends" bekannte US-kanadische Schauspieler an den "akuten Wirkungen von Ketamin".

Sangha habe zugestimmt, sich mehrerer Straftaten schuldig zu bekennen, erklärte das Justizministerium in Washington. Dazu zähle auch die Lieferung der tödlichen Dosis Ketamin an Perry, der seit Jahrzehnten mit Drogenproblemen kämpfte.

Die US-britische Doppelstaatsbürgerin sitzt seit einem Jahr in Untersuchungshaft. "Sie will die Verantwortung für ihre Taten übernehmen", sagte ihr Anwalt Mark Geragos der Nachrichtenagentur AFP. Durch ihr Schuldeingeständnis umgeht die 42-Jährige einen Prozess, zudem lässt die Staatsanwaltschaft laut der Einigung einige noch schwerere Vorwürfe fallen. Trotzdem drohen der "Ketamin-Queen" den Angaben zufolge bis zu 65 Jahren Gefängnis.

Sangha will laut der vom Justizministerium veröffentlichten Einigung aussagen, dass sie über den Mittelsmann Erik Fleming Ketamin an Perrys persönlichen Assistenten Kenneth Iwamasa verkaufte, der bei dem Schauspieler wohnte. Iwamasa injizierte Perry wiederholt das von Sangha gelieferte Ketamin. Unter anderem spritzte er am 28. Oktober 2023 mindestens drei Dosen, danach starb der Schauspieler.

Das Justizministerium erklärte weiter, Sangha habe versucht, ihre Spuren zu verwischen, als sie von Perrys plötzlichem Tod hörte. "Lösch' alle unsere Nachrichten", wies sie ihren Mittelsmann Fleming an. Bei einer Razzia in der Wohnung der 42-Jährigen fanden Ermittler laut Justizministerium Methamphetamin, Ketamin, Ecstasy und Kokain. Auch eine Geldzählmaschine sowie Geräte zur Erkennung von Funksignalen und versteckten Kameras wurden entdeckt.

Fleming und Iwamasa haben bereits zugesagt, ihre Beteiligung zu gestehen. Sangha war nun die letzte von fünf Beschuldigten in dem Fall, die einem Geständnis zustimmte: Im Juli hatte auch schon Perrys Arzt Salvador Plasencia gestanden, den Schauspieler vor seinem Tod viermal mit Ketamin versorgt zu haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft kaufte er es bei einem zweiten angeklagten Arzt, Mark Chavez - und verkaufte es dann zu stark überhöhtem Preis an Perry weiter.

Ketamin wird von Ärzten als Anästhetikum, also als Schmerz- und Narkosemittel, und auch zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Perry hatte während einer Therapie wegen Depressionen legal mit der Einnahme von Ketamin begonnen. Im Herbst 2023 wurde er nach Angaben der Staatsanwaltschaft dann allerdings abhängig von dem Medikament, das wegen seiner halluzinogenen Wirkungen auch auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird.

R.Wilson--EWJ

Empfohlen

Erdrutsch reißt Krater in Fernstraße in Norwegen: Behörden befürchten ein Todesopfer

Bei einem Erdrutsch in Norwegen sind eine Straße und eine Eisenbahnstrecke schwer beschädigt worden. Beide Fahrspuren der Fernstraße E6 und die parallel zur Straße verlaufenden Gleise versanken am Samstag in einem riesigen Erdloch, wie auf Fotos zu sehen war, die in norwegischen Medien veröffentlicht wurden. Ein dänischer Arbeiter, der seit dem Unglück vermisst wird, ist nach Polizeiangaben vermutlich tot.

Rückschlag für Trump: Gericht erklärt Großteil seiner Zölle für unrechtmäßig

Es ist ein weiterer juristischer Dämpfer für den US-Präsidenten: Ein Berufungsgericht hat einen Großteil der von Donald Trump verhängten Einfuhrzölle für rechtswidrig erklärt. Der Präsident sei nicht dazu befugt, derart weitreichende Zölle zu verhängen, sondern lediglich der Kongress in Washington, erklärte das Bundesberufungsgericht zur Begründung der am Freitag (Ortszeit) getroffenen Entscheidung. Die Richter beließen die Zölle jedoch vorerst bis Mitte Oktober in Kraft. Die Trump-Regierung will den Fall vor den Obersten Gerichtshof bringen.

Auto rast nach Streit in Bar in Gruppe in Frankreich: ein Toter und fünf Verletzte

Im Norden Frankreichs ist ein Autofahrer nach einer Auseinandersetzung in einer Bar in eine Gruppe Menschen gerast. Mindestens ein Mann sei bei dem Vorfall in Evreux getötet worden, sagte der Staatsanwalt der Stadt, Rémi Coutin, der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. Fünf weitere Menschen wurden demnach verletzt, zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Drei Verdächtige wurden demnach festgenommen.

Nach Entlassung durch Trump: Gericht prüft Klage von US-Notenbank-Gouverneurin Cook

Ein Gericht in Washington hat sich am Freitag mit der Klage der US-Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook gegen ihre von US-Präsident Donald Trump angeordnete Entlassung befasst. In der ersten Anhörung in dem Fall prüfte Richterin Jia Cobb Cooks Antrag auf eine einstweilige Verfügung, mit der sie erreichen will, dass Trumps Anordnung für rechtswidrig erklärt wird. Dies würde es ihr ermöglichen, ihren Posten als Gouverneurin der US-Notenbank Fed weiter auszuüben, während sie juristisch gegen ihre Entlassung vorgeht.

Textgröße ändern: