English Woman's Journal - Aberwitziges "Endspiel": Österreich und Algerien weiter

Aberwitziges "Endspiel": Österreich und Algerien weiter


Aberwitziges "Endspiel": Österreich und Algerien weiter
Aberwitziges "Endspiel": Österreich und Algerien weiter / Foto: Charlotte Wilson - SID

Österreich und Algerien haben bei der Fußball-WM die K.o.-Runde erreicht und in einem wilden Spiel eine "Schande von Kansas City" mit Last-Minute Treffern vermieden. Im brisanten letzten Vorrundenspiel der Gruppe J, in dem es im direkten Duell um Platz zwei und drei ging, trennten sich beide Teams in Kansas City nach einer dramatischen Schlussphase 3:3 (1:1).

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Von einem offensichtlichen "Nichtangriffspakt" war das Spiel 70 Minuten lang weit entfernt - bis dahin war es phasenweise ein offener Schlagabtausch. Danach aber gingen beide Mannschaften ebenso offensichtlich nicht mehr ins Risiko, was das Publikum mit Pfiffen quittierte.

Dann wurde es verrückt: Erst traf Riyad Mahrez zum 3:2 für die Algerier (90.+3), kurz darauf rettete Sasa Kalajdzic die Österreicher mit seinem Tor (90.+6) wieder als Gruppenzweiter in die K.o.-Phase. Durch das für beide Mannschaften passende Resultat ist der Iran ausgeschieden.

Marko Arnautovic (28.) und Marcel Sabitzer (55.) trafen zunächst für die Österreicher, die erstmals seit jenem Abend 1982 wieder die Vorrunde überstanden und es als Zweiter im Sechzehntelfinale am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles mit Europameister Spanien zu tun bekommen.

Rafik Belghali (45.) und Rihad Mahrez (60.) hatten zunächst jeweils die passende Antwort parat. Algerien schaffte es trotz des späten Ausgleichs der Österreicher unter die acht besten Gruppendritten und trifft in der Nacht auf Freitag (5.00 Uhr MESZ) in Vancouver auf die Schweiz.

Zum Abschluss der erstmals ausgetragenen XXL-Vorrunde mit 48 Teams hatten Österreich und Algerien gegenüber der Konkurrenz den Vorteil, dass sie genau wussten, welches Ergebnis nötig war, um weiterzukommen. Ein Remis reichte beiden, eine Niederlage hingegen würde das Aus bedeuten. Deshalb war im Vorfeld auch über eine Wiederholung der "Schande von Gijón" diskutiert worden.

Ralf Rangnick wollte davon nichts wissen. Als die Partie 1982 zwischen Deutschland und Österreich (1:0) stattgefunden habe und Algerien aufgrund des "Nichtangriffspakts" der beiden Teams aus dem Turnier flog, "war noch kein Spieler auf der Welt", betonte der deutsche Trainer. Er werde "die Mannschaft sicher nicht ins Rennen schicken, um unentschieden zu spielen". In den algerischen Medien war entsprechend eher von "Rache" als Aussöhnung die Rede.

Nachdem in der Anfangsphase bis auf einen heftigen Ellebogenschlag von Arnautovic (11.) wenig passiert war, ertönten erste Pfiffe im Arrowhead Stadium. Arnautovic setzte diesen mit der ersten gefährlichen Aktion und seinem 49. Länderspieltor vorerst ein Ende: Einen tiefen Ball von Kapitän David Alaba streichelte der Altstar am algerischen Torhüter Oussama Benbot, der den zuletzt schwachen Star-Sohn Luca Zidane ersetzte, vorbei.

Nun musste auch Algerien agieren und drückte enorm aufs Tempo. Der Frankfurter Farés Chaibi scheiterte am Pfosten (40.), der starke Ibrahim Maza von Bayer Leverkusen freistehend am glänzend aufgelegten Alexander Schlager (44.), ehe es kurios wurde: Mahrez profitierte von der Eckfahne, nahm den Ball auf - und kurz darauf vollendete Belghali trocken ins kurze Eck.

Rangnick reagierte auf die Drangphase der Algerier und wechselte zur Pause dreimal. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Sabitzer schob eine Hereingabe von Bayerns Konrad Laimer zur erneuten Führung ein, Mahrez antwortete nur fünf Minuten später. Danach aber gingen beide Mannschaften zunehmend weniger bis kein Risiko mehr ein - bis der Treffer von Mahrez eine aberwitzige Schlussphase auslöste.

St.Reid--EWJ

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