English Woman's Journal - Schmerzen und Übelkeit: Zahl der Frauen mit Diagnose Endometriose drastisch gestiegen

Schmerzen und Übelkeit: Zahl der Frauen mit Diagnose Endometriose drastisch gestiegen


Schmerzen und Übelkeit: Zahl der Frauen mit Diagnose Endometriose drastisch gestiegen
Schmerzen und Übelkeit: Zahl der Frauen mit Diagnose Endometriose drastisch gestiegen / Foto: Charly TRIBALLEAU - AFP/Archiv

Sie leiden unter Schmerzen, Übelkeit oder Erbrechen: Die Zahl der Frauen mit der Diagnose Endometriose hat sich binnen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Zwischen 2005 und 2024 stieg die Zahl der Betroffenen mit einer solchen Diagnose von rund 230.000 auf gut 510.000, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Barmer-Arztreport hervorgeht.

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Diese deutliche Steigerung begründen die Experten mit Fortschritten in der Diagnostik. Endometriose werde heutzutage deutlich häufiger und deutlich früher festgestellt. So sank das Durchschnittsalter der Frauen bei der Erstdiagnose zwischen 2015 und 2024 um fast vier Jahre.

"Noch vor wenigen Jahrzehnten ist Endometriose häufig unerkannt geblieben", erklärte Barmer-Chef Christoph Straub. "Endometriose ist viel stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen, und für die Frauen entfallen Jahre der Ungewissheit." Aber auch heute werde die Erkrankung in zahlreichen Fällen noch irrtümlich für normale Regelschmerzen gehalten.

Bei der Endometriose handelt es sich um eine chronische, meist schmerzhafte Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst. Die Folgen reichen von Blutungen außerhalb der Gebärmutter, Entzündungsreaktionen und Schmerzen im Unterbauch über Narbenbildung bis hin zu chronischen Schmerzen und einer verminderten Fruchtbarkeit. Die Ursachen können im Einzelfall unterschiedlich sein und sind bislang nicht hinreichend geklärt.

Dem Report zufolge haben Frauen mit der Diagnose Endometriose deutlich häufiger Begleiterkrankungen, als es ihrem Alter entsprechend zu erwarten gewesen wäre. So wurden Bauch- und Beckenschmerzen mehr als doppelt so häufig dokumentiert. Überdurchschnittlich oft wurden bei den Betroffenen auch Migräne sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen diagnostiziert. Zudem litten die betroffenen Frauen häufiger an depressiven Episoden und Angststörungen.

Auch der Wohnort ist offenbar entscheidend. So liegt Thüringen bei den Erstdiagnosen um rund 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, das Saarland um etwa 20 Prozent über dem Schnitt. Zudem werde Endometriose verstärkt in dicht besiedelten und weniger in dünn besiedelten Regionen diagnostiziert.

Eine im vergangenen Jahr geänderte Leitlinie sieht eine schonendere Diagnostik vor. Anstatt der Bauchspiegelung mit Gewebeentnahme sollen nichtinvasive bildgebende Verfahren den Vorzug haben. Damit dürfte der Analyse zufolge in den kommenden Jahren auch die Zahl der Krankenhausfälle rückläufig sein.

Für den Barmer-Arztreport wurden Daten aus den Jahren 2005 bis 2024 zu jeweils rund acht Millionen Versicherten ausgewertet.

O.Wood--EWJ

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