English Woman's Journal - Barmer warnt: Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen

Barmer warnt: Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen


Barmer warnt: Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen
Barmer warnt: Zu wenige Menschen lassen sich gegen Grippe impfen / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

In Deutschland lassen sich zu wenige Menschen gegen Grippe impfen, auch in den besonders gefährdeten Gruppen. Im Jahr 2023 waren sechs von zehn Menschen ab 60 Jahren nicht gegen Influenza geimpft, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Arzneimittelreport der Krankenkasse Barmer hervorgeht. Das sei weniger als in den Jahren 2020 bis 2022.

Textgröße ändern:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt demnach eine Quote von 75 Prozent. Besonders gefährlich ist Influenza für Patienten in stationärer Pflege und nach einem Herzinfarkt, wie die Barmer mitteilte. Dennoch sei mehr als die Hälfte der bei der Barmer Versicherten aus diesen Gruppen 2023 nicht geimpft worden.

"Gerade bei den vulnerablen Gruppen ist eine Influenzaimpfung wichtig", erklärte der Barmer-Vorstandsvorsitzende Christoph Straub. "Studien belegen, dass Herzpatienten nach einer Impfung unter anderem deutlich bessere Überlebenschancen haben."

Die niedrigste Impfquote gegen Grippe bei Menschen ab 60 Jahren hat der Auswertung zufolge Baden-Württemberg mit 29,7 Prozent. Am höchsten war die Quote in Sachsen-Anhalt mit 55,2 Prozent.

Fast alle Impfungen fanden demnach in ärztlichen Praxen statt, nur ein halbes Prozent in einer Apotheke. Seit 2022 können Apotheken auch gegen Influenza impfen. Der Arzneimittelreport beruht den Angaben zufolge auf anonymisierten Abrechnungsdaten der Barmer aus den Jahren 2017 bis 2023.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeschutzimpfung in erster Linie Menschen im Alter von über 60 Jahren, chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herzkreislauferkrankungen, Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen, medizinischem Personal und Pflegekräften sowie Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.

Angeraten wird die Grippeimpfung neuerdings auch Menschen, die privat oder beruflich häufigen und direkten Kontakt zum Beispiel zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln und Robben haben. Hintergrund ist die Ausbreitung der Vogelgrippe mit der möglichen Entstehung neuartiger Viren. Die ausdrückliche Empfehlung für Risikopatienten bedeutet aber nicht, dass allen anderen Menschen von einer Impfung abgeraten wird.

T.Wright--EWJ

Empfohlen

Kassenärzte sagen deutlich längere Termin-Wartezeiten ab 2027 voraus

Die Kassenärzte in Deutschland erwarten, dass gesetzlich Versicherte ab kommendem Jahr deutlich länger auf einen Arzttermin als bisher warten müssen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, verwies dazu in der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) auf die Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung. Dadurch seien "mehr als 50 Millionen Termine" gestrichen worden. Die Terminnot werde sich daher weiter verschärfen, sagte Gassen.

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Nach Lungenkrebs-OP: Papst Leo XIV. wird am Samstag aus Klinik entlassen

Vier Tage nach seiner Lungenkrebsoperation kann Papst Leo XIV. am Samstag das Gemelli-Krankenhaus in Rom verlassen. "Unter Berücksichtigung der Blutuntersuchungen, des heute Morgen angefertigten Röntgenbildes des Brustkorbs und der klinischen Gesamtbewertung ist der Heilige Vater als entlassungsfähig eingestuft worden", hieß es in einer vom Vatikan verbreiteten Mitteilung der behandelnden Ärzte. Der Papst werde am frühen Nachmittag in den Vatikan zurückkehren.

Textgröße ändern: