English Woman's Journal - Ersatzkassen: Kosten bei Kranken- und Pflegeversicherung laufen "aus dem Ruder"

Ersatzkassen: Kosten bei Kranken- und Pflegeversicherung laufen "aus dem Ruder"


Ersatzkassen: Kosten bei Kranken- und Pflegeversicherung laufen "aus dem Ruder"
Ersatzkassen: Kosten bei Kranken- und Pflegeversicherung laufen "aus dem Ruder" / Foto: FRANCK FIFE - AFP/Archiv

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat vor "immer mehr aus dem Ruder" laufenden Ausgaben bei der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung gewarnt. Die Ausgaben der Krankenversicherung dürften 2026 "ein Rekordniveau" von rund 370 Milliarden Euro erreichen, teilte der Verband am Mittwoch mit. Bei der Pflegeversicherung wird mit Ausgaben von 80 Milliarden Euro gerechnet - 2024 waren es noch rund 68 Milliarden Euro.

Textgröße ändern:

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erwartet der vdek "ohne tiefgreifende Reformen" 2027 erneut eine Finanzierungslücke von mehr als zehn Milliarden Euro. Der Kassenverband stützt sich bei seinen Einschätzungen auf Analysen des IGES-Instituts.

Der Verband fordert angesichts der Prognosen unter anderem "eine strikte Orientierung der Ausgaben- an der Einnahmenentwicklung" sowie eine bessere Steuerung der Versorgung. Dabei werden auch konkrete Forderung wie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel oder eine kostendeckende Finanzierung von Bürgergeldempfangenden erhoben.

Der Verband begrüßte die von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplante Reform der medizinischen Primärversorgung. "Zu viele Patientinnen und Patienten warten zu lange auf einen Arzttermin und finden keine Orientierung im System", erklärte vdek-Vorstandschefin Ulrike Elsner dazu. "Das muss sich endlich ändern."

Für die Ersatzkassen seien dabei drei Instrumente entscheidend: eine digital gestützte Ersteinschätzung, eine elektronische Überweisung und eine zentrale Terminplattform für schnellere Arzttermine.

Warken hatte erst am Dienstag mit Branchenvertretern über eine Reform der Primärversorgung gesprochen. Geplant ist die Einführung eines Primärarztmodells: Ein Facharzt soll demnach künftig erst nach einem Besuch beim Hausarzt oder nach einer telefonischen oder digitalen Ersteinschätzung aufgesucht werden. Dies soll die Zahl der Arztbesuche reduzieren und damit auch Kosten sparen.

Der vdek vertritt die sechs deutschen Ersatzkassen, dazu gehören unter anderem die Techniker Krankenkasse und die Barmer. Sie versichern nach Angaben des Verbands zusammen rund 29 Millionen Menschen in Deutschland.

M.Campbel--EWJ

Empfohlen

Kassenärzte sagen deutlich längere Termin-Wartezeiten ab 2027 voraus

Die Kassenärzte in Deutschland erwarten, dass gesetzlich Versicherte ab kommendem Jahr deutlich länger auf einen Arzttermin als bisher warten müssen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, verwies dazu in der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) auf die Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung. Dadurch seien "mehr als 50 Millionen Termine" gestrichen worden. Die Terminnot werde sich daher weiter verschärfen, sagte Gassen.

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Nach Lungenkrebs-OP: Papst Leo XIV. wird am Samstag aus Klinik entlassen

Vier Tage nach seiner Lungenkrebsoperation kann Papst Leo XIV. am Samstag das Gemelli-Krankenhaus in Rom verlassen. "Unter Berücksichtigung der Blutuntersuchungen, des heute Morgen angefertigten Röntgenbildes des Brustkorbs und der klinischen Gesamtbewertung ist der Heilige Vater als entlassungsfähig eingestuft worden", hieß es in einer vom Vatikan verbreiteten Mitteilung der behandelnden Ärzte. Der Papst werde am frühen Nachmittag in den Vatikan zurückkehren.

Textgröße ändern: