English Woman's Journal - Zoll beschlagnahmt tonnenweise illegale Abnehmprodukte mit verbotenem Medikament

Zoll beschlagnahmt tonnenweise illegale Abnehmprodukte mit verbotenem Medikament


Zoll beschlagnahmt tonnenweise illegale Abnehmprodukte mit verbotenem Medikament
Zoll beschlagnahmt tonnenweise illegale Abnehmprodukte mit verbotenem Medikament / Foto: FABIAN BIMMER - AFP/Archiv

Zollfahnder haben bei Durchsuchungen in Hamburg und Niedersachsen mehrere Tonnen illegaler Abnehmprodukte beschlagnahmt, die mit einem verbotenen Appetitzügler versetzt waren. Es handelte sich um Tee- und Kaffeeprodukte sowie um Kapseln, wie das Hamburger Zollfahndungsamt am Donnerstag mitteilte. Bei den Durchsuchungen von Lagerräumen und Garagen wurden demnach außerdem tonnenweise illegal importierte Kosmetika gefunden.

Textgröße ändern:

Hintergrund sind Ermittlungen gegen eine Frau, die laut Zoll mindestens seit 2023 derartige Waren illegal aus der Türkei beschafft und online europaweit verkauft haben soll. Den Angaben zufolge soll die 41-Jährige als Teil einer kriminellen Organisation damit Millionenumsätze erzielt haben. Es wurden mehr als 15.000 einzelne Versandhandlungen ermittelt.

Dem Zoll zufolge sind die beschlagnahmten Abnehmprodukte mit dem stark gesundheitsschädlichen Wirkstoff Sibutramin versetzt. Dabei handelt es sich um ein ursprünglich zum Einsatz bei starkem Übergewicht legal auf den Markt gebrachtes Medikament, das den Appetit reduziert. Aufgrund massiver Nebenwirkungen darf es aber seit 2010 europaweit nicht mehr verkauft werden. Bei der Einnahme drohen Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Die Verdächtige nahmen Spezialkräfte des Zolls während der Razzia am Mittwoch fest, Einzelheiten teilte die Behörde nicht mit. Ermittelt wird in dem Fall demnach zusätzlich gegen elf weitere Beschuldigte, die sich an Vermarktung und Versand von Schmuggelgut beteiligt haben sollen.

Allein die am Mittwoch beschlagnahmten sibutraminhaltigen Produkte haben demnach einen Schwarzmarktwert von mehr als 600.000 Euro, die ebenfalls entdeckten illegalen Kosmetika einen Schwarzmarktwert von mehr als 500.000 Euro. Gefunden wurde unter anderem auch Tee, der mit dem als Abführmittel eingesetzten Wirkstoff Sennosid B angereichert war. Der Tee wird von den Behörden als apothekenpflichtig eingestuft.

Zum Abtransport der beschlagnahmten Waren waren laut Zoll "mehrere Lkw und Transporter erforderlich". Insgesamt 120 Beamte waren im Einsatz.

P.Smid--EWJ

Empfohlen

"Hoch unanständig": DGB-Chefin kritisiert Debatte um Krankmeldungen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat scharfe Kritik an der Debatte um den möglichen Missbrauch telefonischer Krankschreibungen geübt. Es sei "hoch unanständig, in welchem Ausmaß krank gemeldete Beschäftigte unter Generalverdacht gestellt werden, als wären sie Drückeberger und Faulenzer", sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi am Dienstag in Berlin.

Supreme Court lässt Berufung von Bayer gegen Roundup-Krebs-Urteil zu

Der Oberste Gerichtshof der USA hat eine Berufungsklage des deutschen Chemie-Riesen Bayer gegen ein Urteil gegen sein umstrittenes Pflanzenschutzmittel Roundup zugelassen. Wie der Supreme Court in Washington am Freitag mitteilte, will er sich mit der Verurteilung von Bayer zu einer Strafzahlung in Höhe von 1,25 Millionen Dollar (1,08 Millionen Euro) an einen Mann im Bundesstaat Missouri befassen, der seine Blutkrebserkrankung auf seine Verwendung von Roundup zurückgeführt hatte.

Apotheken-Präsident drängt Risikogruppen zur Grippeimpfung und warnt vor Engpass

Apotheken-Präsident Thomas Preis hat angesichts der bereits angerollten Grippewelle zur Impfung gegen Influenza aufgerufen. Diese Infektionen dürften nicht unterschätzt werden, und es gebe in der aktuellen Grippesaison bereits 225 Todesfälle, sagte er der "Rheinischen Post" vom Freitag. Fast alle Verstorbenen, nämlich 95 Prozent, waren 60 Jahre oder älter, sagte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

"Niedrigster Stand seit fast 50 Jahren": Zahl der Apotheken 2025 weiter gesunken

Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstag mitteilte, gab es zum Jahresende noch bundesweit 16.601 Apotheken. Das waren demnach 440 oder 2,6 Prozent weniger als Ende 2024. Damit sei "der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren erreicht".

Textgröße ändern: