English Woman's Journal - Studie: Jojo-Effekt nach Absetzen von Abnehmspritzen besonders stark

Studie: Jojo-Effekt nach Absetzen von Abnehmspritzen besonders stark


Studie: Jojo-Effekt nach Absetzen von Abnehmspritzen besonders stark
Studie: Jojo-Effekt nach Absetzen von Abnehmspritzen besonders stark / Foto: Armend NIMANI - AFP/Archiv

Beim Abnehmen mit Abnehmspritzen wie Ozempic ist der gefürchtete Jojo-Effekt einer Studie zufolge besonders schlimm: Wer die Behandlung beendet, nimmt danach vier Mal schneller wieder zu als nach Diätprogrammen mit einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Der am Donnerstag im britischen Fachmagazin "British Medical Journal" veröffentlichten Studie zufolge liegt das vor allem daran, dass der Gewichtsverlust durch Abnehmspritzen besonders stark ist.

Textgröße ändern:

Sogenannte GLP-1-Medikamente wie die Abnehmspritzen Ozempic und Wegovy werden eingesetzt, um Typ-2-Diabetes zu behandeln sowie übergewichtigen und fettleibigen Patientinnen und Patienten beim Abnehmen zu helfen. Sie regulieren den Blutzuckerspiegel und erhöhen das Sättigungsgefühl. Klinischen Studien zufolge verlieren Patientinnen und Patienten damit im Schnitt 15 bis 20 Prozent ihres Körpergewichts.

"All das scheint eine gute Nachricht zu sein", sagte die Ernährungswissenschaftlerin Susan Jebb von der Universität Oxford, die an der neuen Studie beteiligt war. Etwa die Hälfte der Patientinnen und Patienten setzt die Medikamente ihren Angaben zufolge aber innerhalb eines Jahres wieder ab, was an weitverbreiteten Nebenwirkungen wie Übelkeit oder den hohen Kosten liegen könnte: In den USA kostet die Behandlung mehr als 1000 Dollar (gut 850 Euro) pro Monat.

Jebb und ihre Kolleginnen und Kollegen werteten nun 37 klinische Studien aus, die sich mit verschiedenen Medikamenten zur Gewichtsreduktion befassten. Sie stellten fest, dass die Patientinnen und Patienten nach dem Absetzen der Mittel wieder zunahmen - im Schnitt rund 0,4 Kilogramm pro Monat.

Sechs der ausgewerteten Studien untersuchten die Wirkstoffe der Medikamente Ozempic und Wegovy des dänischen Herstellers Novo Nordisk sowie Mounjaro und Zepbound des US-Herstellers Eli Lilly, Semaglutid und Tirzepatid. Während der Einnahme dieser Medikamente verloren die Patientinnen und Patienten demnach im Durchschnitt fast 15 Kilogramm an Gewicht. Nach dem Absetzen der Medikamente nahmen sie innerhalb eines Jahres aber zehn Kilogramm wieder zu.

Längerfristige Daten liegen noch nicht vor. Die Forscher gehen aber davon aus, dass die Patientinnen und Patienten nach 18 Monaten wieder ihr Ausgangsgewicht erreichen. Auch Blutdruck und Cholesterinwerte waren nach 1,4 Jahren wieder so hoch wie zu Beginn der Behandlung.

Patientinnen und Patienten, die stattdessen an Diät- und Sportprogrammen teilnahmen, verloren der Studie zufolge deutlich weniger Gewicht. Allerdings dauerte es im Durchschnitt auch vier Jahre, bis sie die verlorenen Kilos wieder zugenommen hatten.

"Ein größerer Gewichtsverlust führt tendenziell zu einer schnelleren Gewichtszunahme", erklärte Studienleiter Sam West von der Universität Oxford. Nach der Einnahme von Medikamenten erfolge die Gewichtszunahme aber "unabhängig vom zuvor verlorenen Gewicht durchweg schneller". Er vermutet, dass Menschen, die gelernt haben, sich gesünder zu ernähren und mehr Sport zu treiben, dies auch nach dem Ende ihrer Diät zumindest teilweise beibehalten.

Bei der Behandlung von Fettleibigkeit seien GLP-1-Medikamente "wirklich nützlich", fasste Mitautorin Jebb die Ergebnisse der Studie zusammen. Um langfristig das neue Gewicht zu halten, müssten die Patientinnen und Patienten die Medikamente aber vermutlich dauerhaft einnehmen. Die neue Studie mache also deutlich, dass Abnehmspritzen nur der Beginn einer Therapie, aber "kein Heilmittel" seien, ergänzte der Stoffwechsel-Experte Garron Dodd aus Melbourne, der nicht an der Studie beteiligt war.

P.Mitchell--EWJ

Empfohlen

Kassenärzte sagen deutlich längere Termin-Wartezeiten ab 2027 voraus

Die Kassenärzte in Deutschland erwarten, dass gesetzlich Versicherte ab kommendem Jahr deutlich länger auf einen Arzttermin als bisher warten müssen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, verwies dazu in der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe) auf die Kürzung von Mitteln für die ambulante Versorgung. Dadurch seien "mehr als 50 Millionen Termine" gestrichen worden. Die Terminnot werde sich daher weiter verschärfen, sagte Gassen.

Facharzttermine: Koalition will bei Wartezeiten für Kassenpatienten handeln

Die schwarz-rote Koalition will bei der Vergabe von Facharztterminen an gesetzlich Versicherte mehr Gerechtigkeit schaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) kündigte am Wochenende Vorschläge von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) an, die für kürzere Wartezeiten sorgen sollen. Der Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, kritisierte die bisherige Bevorzugung von Privatpatienten als "himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Facharzttermine: Unionsfraktionschef Frei will kürzere Wartezeiten für Kassenpatienten

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, dringt auf kürzere Wartezeiten auf einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte. Manches im Gesundheitssystem werde als ungerecht empfunden oder sei tatsächlich ungerecht, sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montagausgabe). "Darum müssen wir uns kümmern. Ein Beispiel sind die oft langen Wartezeiten für Facharzttermine."

Nach Lungenkrebs-OP: Papst Leo XIV. wird am Samstag aus Klinik entlassen

Vier Tage nach seiner Lungenkrebsoperation kann Papst Leo XIV. am Samstag das Gemelli-Krankenhaus in Rom verlassen. "Unter Berücksichtigung der Blutuntersuchungen, des heute Morgen angefertigten Röntgenbildes des Brustkorbs und der klinischen Gesamtbewertung ist der Heilige Vater als entlassungsfähig eingestuft worden", hieß es in einer vom Vatikan verbreiteten Mitteilung der behandelnden Ärzte. Der Papst werde am frühen Nachmittag in den Vatikan zurückkehren.

Textgröße ändern: