English Woman's Journal - Alzheimer: Experten fordern bessere Diagnostik und mehr Unterstützungsangebote

Alzheimer: Experten fordern bessere Diagnostik und mehr Unterstützungsangebote


Alzheimer: Experten fordern bessere Diagnostik und mehr Unterstützungsangebote
Alzheimer: Experten fordern bessere Diagnostik und mehr Unterstützungsangebote / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Zum Weltalzheimertag haben Experten in Deutschland eine bessere Diagnostik und mehr Unterstützungsangebote gefordert. Von neuen Medikamenten profitiere nur ein kleiner Teil der Betroffenen, erklärte die Vorsitzende der Deutschen Alzheimergesellschaft, Monika Kaus, am Freitag in Berlin. Menschen mit fortgeschrittener Alzheimerkrankheit, mit Begleiterkrankungen oder einer anderen Form der Demenz "werden davon nicht profitieren". Auch könne die Krankheit mit den neuen Medikamenten nicht gestoppt werden, so dass die Hilfsbedürftigkeit in jedem Fall steige.

Textgröße ändern:

Kaus forderte den flächendeckenden Ausbau der Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. "Dazu gehören Strategien gegen den Pflegenotstand ebenso wie eine Pflege- und Versorgungsplanung auf kommunaler Ebene", erklärte sie.

In Deutschland leben 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die häufigste Demenzerkrankung ist Alzheimer. Die Erkrankung ist bislang nicht heilbar, auch wirksame Therapien sind kurzfristig nicht in Sicht.

"Neue Medikamente für den Einsatz im frühen Stadium der Alzheimerkrankheit, an denen derzeit intensiv geforscht wird, machen den Betroffenen große Hoffnungen", betonte Kaus. In den USA und zuletzt in Großbritannien wurde das Medikament Leqembi zugelassen, das Patientinnen und Patienten helfen soll, deren Alzheimererkrankung noch nicht weit fortgeschritten ist.

Auch wenn die Amyloid-Antikörper-Therapie mit dem Wirkstoff Lecanemab in der EU nicht zugelassen wurde, "wird die Entwicklung hier weitergehen", erklärte Kaus. "Wir dürfen aber nicht vergessen, dass diese Medikamente bisher nur einem sehr kleinen Teil der Betroffenen zugute kommen."

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie, Michael Rapp, verwies auf die immer noch unzureichende Versorgung von Menschen mit Demenz. Es gebe nach wie vor "erhebliche Defizite" bei der Abklärung von Symptomen und dem Einsatz verfügbarer medikamentöser und nichtmedikamentöser Therapien bei beginnender Demenz.

Bei einem wesentlichen Anteil der Erkrankungen, bei denen die Demenz Folge einer anderen Grunderkrankung ist, gebe es eine "Chance auf Stillstand oder Besserung", erklärte der Verbandschef der Alterspsychiater. Dazu zähle die chirurgische Behandlung von gutartigen Tumoren der Nebenschilddrüsen, die Behandlung von fehlenden Schilddrüsenhormonen sowie die optimale Einstellung eines Bluthochdrucks oder Diabetes mellitus. "Voraussetzung dafür ist aber, dass möglichst frühzeitig eine korrekte Diagnose gestellt wird", betonte Rapp.

Der Weltalzheimertag am Samstag steht in diesem Jahr unter dem Motto "Demenz – Gemeinsam. Mutig. Leben." Damit soll erneut auf die Krankheit und die Situation von Betroffenen und ihren Angehörigen aufmerksam gemacht werden.

M.Stevenson--EWJ

Empfohlen

AfD scheitert mit Organklage gegen frühere 2G+-Regelung in Bundestag

Das Bundesverfassungsgericht hat eine Organklage von AfD-Vertretern gegen die während der Coronapandemie im Januar 2022 geltende sogenannte 2G+-Regelung im Bundestag verworfen. Die Maßnahme sei "zur Sicherung der Arbeits- und Funktionsfähigkeit" des Parlaments seinerzeit gerechtfertigt gewesen, entschied das Gericht in seinem am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss. Zwei mit der Organklage verbundene Eilanträge hatte das Bundesverfassungsgericht bereits 2022 verworfen. (Az. 2 BvE 1/22)

"Routinemäßiger Eingriff": Wirtschaftsministerin Reiche wird in Sommerpause operiert

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nutzt die parlamentarische Sommerpause für mindestens eine Operation. "Ministerin Reiche wird sich in der Sommerpause mindestens einem medizinischen routinemäßigen Eingriff unterziehen", teilte ihre Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit. Eigentlich sei der Eingriff bereits für die Osterzeit geplant gewesen, die Ministerin habe sie jedoch "wegen der intensiven Regierungsarbeit verschoben". Einzelheiten zu dem geplanten Eingiff nannte die Sprecherin nicht.

Spanien will Rauchen auf öffentlichen Terrassen und Stränden verbieten

Die spanische Regierung hat einen Gesetzentwurf für ein Rauchverbot in öffentlichen Außenbereichen wie Café- und Restaurantterrassen, Parks und Stränden beschlossen. Ziel des Gesetzes sei es, das bereits geltende Rauchverbot für Innenräumen auszuweiten, "um die öffentliche Gesundheit besser zu schützen und auf eine tabakfreie Generation hinzuwirken", sagte Gesundheitsministerin Mónica García nach der Billigung des Entwurfs durch das Kabinett am Dienstag vor Journalisten.

Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 preisbereinigt um 3,9 Prozent gestiegen

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind 2024 gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 3,9 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Verweis auf erstmalige entsprechende Berechnungen mit. Nominal - also in jeweiligen Preisen - waren sie im Vorjahresvergleich um 7,6 Prozent gestiegen. Insgesamt hatten die Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 bei 538,2 Milliarden Euro gelegen.

Textgröße ändern: