English Woman's Journal - Betrüger in Gesundheitsbereich verursachen KKH Schaden von 4,7 Millionen Euro

Betrüger in Gesundheitsbereich verursachen KKH Schaden von 4,7 Millionen Euro


Betrüger in Gesundheitsbereich verursachen KKH Schaden von 4,7 Millionen Euro
Betrüger in Gesundheitsbereich verursachen KKH Schaden von 4,7 Millionen Euro / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Durch Betrüger im Gesundheitsbereich ist der Krankenkasse KKH nach eigenen Angaben im Jahr 2021 ein Schaden von 4,7 Millionen Euro entstanden. Dabei handle es sich um einen neuen Rekord, teilte die KKH am Mittwoch mit. Schuld daran seien vor allem Betrüger in ambulanten Pflegediensten. Diese hätten sich rund 3,4 Millionen Euro zulasten der KKH erschwindelt, was etwa 70 Prozent der Gesamtsumme entspricht.

Textgröße ändern:

Vor allem im Raum Augsburg habe es mehrere betrügerische Pflegedienste gegeben. "Es sind zwar immer nur einige wenige schwarze Schafe, die kriminell agieren, doch diese bereichern sich an Geldern, die den Versicherten für die Vorsorge und die Behandlung von Krankheiten vorbehalten sind", erklärte Dina Michels von der KKH.

Die Dunkelziffer sei hoch. 2021 habe es bei der KKH im Bereich der Abrechnungsmanipulation 352 neue Betrugshinweise gegeben. Fast die Hälfte der Hinweise entfiel auf den Bereich der Pflege. Dazu gehörten Pflegeheim- und Pflegedienstbetreiber, die zu viel für unqualifiziertes Personal abkassierten, aber auch Versicherte, die ihren Pflegegrad manipulierten. Die Pflege sei seit Jahren besonders anfällig für Straftaten.

Betrogen werde aber auch in Apotheken, Krankenhäusern, Sanitätshäusern und Zahnarztpraxen. Beim Abrechnungsbetrug würden beispielsweise Rezepte gefälscht oder Behandlungen abgerechnet, die nie stattgefunden hätten. Die KKH forderte mehr Fachwissen bei den professionellen Ermittlern.

"Es darf nicht mehr passieren, dass begründete Verfahren mangels Spezialwissen eingestellt werden - für die Täter ist das wie ein Freifahrtschein", kritisierte Michels. Sie forderte Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Straftaten im Gesundheitssektor in allen Bundesländern.

L.Paterson--EWJ

Empfohlen

Krankenkassenverbände: Angebot qualitätsgeprüfter Präventionskurse wächst

Das Angebot qualitätsgeprüfter Präventionskurse der Krankenkassen ist gewachsen. 2025 wurden von der Zentralen Prüfstelle Prävention rund 4500 mehr Kursangebote zertifiziert als im Vorjahr, wie die Verbände der Krankenkassen am Mittwoch mitteilten. Insgesamt wurden in dem Jahr 45.000 Präventionsangebote und rund 6000 neue Kursleitungen zertifiziert.

Krankenkasse: Ein Drittel von Beschäftigten kann nicht von Arbeit abschalten

Einer Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge kann ein Drittel der Beschäftigten nicht von der Arbeit abschalten. 42 Prozent fühlen sich oft abgearbeitet und verbraucht, wie die TK in ihrem am Mittwoch in Hamburg veröffentlichten sogenannten Stressreport mitteilte. Rund ein Viertel schafft es auch im Urlaub nicht, richtig abzuschalten. Bei 29 Prozent leide das Sozialleben - Familie und Freunde kämen zu kurz.

Hausärzteverband warnt Koalition vor Abschaffung der telefonischen Krankschreibung

In der Debatte um die Höhe des Krankenstandes in Deutschland haben die Hausärzte die Bundesregierung vor einer Abschaffung der telefonischen Krankschreibung gewarnt. "Alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen bestätigen, dass die telefonische Krankschreibung nicht zu einem höheren Missbrauch bei Krankschreibungen führt", sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Beier, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). "Wer die telefonische Krankschreibung abschafft, der trägt die Verantwortung dafür, dass sich in Zukunft wieder unzählige Patientinnen und Patienten ohne Not in die Praxen schleppen müssen", mahnte der Mediziner.

"Hoch unanständig": DGB-Chefin kritisiert Debatte um Krankmeldungen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat scharfe Kritik an der Debatte um den möglichen Missbrauch telefonischer Krankschreibungen geübt. Es sei "hoch unanständig, in welchem Ausmaß krank gemeldete Beschäftigte unter Generalverdacht gestellt werden, als wären sie Drückeberger und Faulenzer", sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi am Dienstag in Berlin.

Textgröße ändern: