English Woman's Journal - Ärztepräsident Montgomery kritisiert Auslaufen von Corona-Schutzmaßnahmen

Ärztepräsident Montgomery kritisiert Auslaufen von Corona-Schutzmaßnahmen


Ärztepräsident Montgomery kritisiert Auslaufen von Corona-Schutzmaßnahmen
Ärztepräsident Montgomery kritisiert Auslaufen von Corona-Schutzmaßnahmen

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat die von der Bundesregierung geplante weitgehende Aufhebung von Corona-Schutzmaßnahmen als waghalsig kritisiert. "Es regiert das Prinzip Hoffnung", obwohl "die Infektionswerte seit einer Woche wieder steigen", sagte Montgomery der "Augsburger Allgemeinen" sowie der Funke Mediengruppe. "Die Pandemie ist alles andere als vorüber", warnte er.

Textgröße ändern:

Der von der Regierung ab dem 20. März noch geplante sogenannte Basis-Schutz sei zwar "besser als gar nichts", aber eben "wirklich nur ein Basisschutz", stellte Montgomery fest. "Die Politik hat weitergehende, sinnvolle Maßnahmen erfolgreich zerredet", warf er der Ampel-Regierung vor. "Jetzt müssen wir alle Kraft aufs Impfen verlegen – sonst erleben wir wieder einen infektionsgeprägten Herbst und Winter", forderte er weiter.

Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz hält die künftig noch verbleibenden Corona-Schutzmaßnahmen für unzureichend. Es sei ein Irrtum zu glauben, nur Menschen in stationären Einrichtungen müssten geschützt werden, sagte Vorstand Eugen Brysch der Funke Mediengruppe. Die Koalition vergesse "Millionen hilfsbedürftige Menschen und ihre Angehörigen". Zum Schutz dieser daheim lebenden vulnerablen Gruppe sehe das neue Infektionsschutzgesetz nichts vor, kritisierte er.

Brysch forderte ein Recht auf PCR-Tests für Betroffene und für alle Kontaktpersonen, die eine Risikobegegnung hatten, sowie einen Anspruch auf qualitativ hochwertige Schnelltests, die auch bei neuen Virusvarianten schon bei mittlerer Viruslast anschlagen. Beschäftigte ambulanter Pflegedienste dürften ihre Arbeit in Wohnungen zudem nicht ohne tägliche Tests antreten, verlangte der Stiftungsvorstand.

Kritik an der Kurzfristigkeit der politischen Entscheidungen übte der Verband der deutschen Messewirtschaft (Auma). Dies habe viele Messen unmöglich gemacht, sagte dessen Geschäftsführer Jörn Holtmeier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die Beschlüsse von SPD, Grünen und FDP sehen vor, das im Regelfall künftig nur noch Masken- und Testpflichten in bestimmten Bereichen gelten sollen, etwa in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen beziehungsweise bei der Maskenpflicht auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Alle übrigen Schutzmaßnahmen sollen entfallen. Lediglich in Corona-Hotspots sollen in begrenztem Maße darüber hinausgehende Regeln wie Abstandsgebote, 2G- oder 3G-Vorgaben angeordnet werden können.

T.Wright--EWJ

Empfohlen

Ärztinnen-Netzwerk fordert zum Frauentag geschlechtsspezifische Medizinforschung

In der Gesundheitsforschung sollte nach Auffassung von Ärztinnen systematisch zwischen den Geschlechtern differenziert werden. Das fordert das Frauennetzwerk im Ärzteverband Hartmannbund anlässlich des internationalen Frauentags, der am Sonntag begangen wird. "Gleichbehandlung ist nicht automatisch eine gerechte oder wirksame Behandlung", erklärte die Sprecherin des Netzwerks, Iris Illing.

Private Krankenversicherung darf Arztrechnungen nicht für Vorsorgeprogramme auswerten

Eine private Krankenversicherung darf die eingereichten Arztrechnungen nicht ohne das Einverständnis der Versicherten analysieren, um so potenzielle Teilnehmer für Vorsorgeprogramme zu finden. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Freitag und verwies auf den hohen Schutz für sensible Gesundheitsdaten. Zuvor hatte der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz die Versicherung verwarnt. (Az. 6 C 7.24)

Arbeitgeber warnen vor Aufweichen von Krankenhausreform

Der Arbeitgeberverband BDA warnt vor einem Aufweichen der Ende 2024 beschlossenen Krankenhausreform. "Mit der weiteren Verwässerung der Krankenhausreform verschließt die Politik die Augen vor den Anpassungsnotwendigkeiten im stationären Bereich", erklärte Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter am Freitag in Berlin. "Länder und Krankenhäuser glauben Gewinner zu sein - Verlierer sind die Patienten und die Beitragszahler", kritisierte er mit Blick auf Änderungen des Reformgesetzes, die der Bundestag am Vormittag beschließen soll.

Bundestag entscheidet über Änderungen an Krankenhausreform

Der Bundestag berät am Freitag (Plenarsitzung ab 09.00 Uhr) abschließend über Änderungen an der Ende 2024 beschlossenen Krankenhausreform. Dabei geht es unter anderem um mehr Mitspracherechte für die Länder sowie Fristverlängerungen und zusätzliche Ausnahmeregeln insbesondere für kleinere Kliniken im ländlichen Raum. Zudem wird der Kostenanteil des Bundes zugunsten der Länder erhöht.

Textgröße ändern: