English Woman's Journal - Papst wirbt in Algerien um Versöhnung mit früherer Kolonialmacht Frankreich

Papst wirbt in Algerien um Versöhnung mit früherer Kolonialmacht Frankreich


Papst wirbt in Algerien um Versöhnung mit früherer Kolonialmacht Frankreich
Papst wirbt in Algerien um Versöhnung mit früherer Kolonialmacht Frankreich / Foto: Alberto PIZZOLI - POOL/AFP

Am ersten Tag seines Besuchs in Algerien hat Papst Leo XIV. die Opfer des Unabhängigkeitskriegs gegen Frankreich gewürdigt. Am Denkmal der Märtyrer in der Hauptstadt Algier legte der Pontifex am Montag sichtlich bewegt einen Kranz aus weißen Rosen nieder und rief zur Versöhnung mit Frankreich auf.

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Der "Frieden, der es uns ermöglicht, versöhnlich in die Zukunft zu blicken, ist nur durch Vergebung möglich", sagte der Papst an dem Denkmal und appellierte an die Algerier, keinen "Groll" mehr zu erzeugen. Die französische Kolonialherrschaft ab 1830 war unter anderem von Gewalt und der Zerstörung ökonomischer und sozialer Strukturen in Algerien geprägt. Im Unabhängigkeitskrieg von 1954 bis 1962 wurden hunderttausende Algerier und tausende französische Soldaten getötet.

Als erster Papst der Geschichte war Leo XIV. am Morgen zu einem zweitägigen Besuch in Algerien eingetroffen und von Präsident Abdelmadjid Tebboune empfangen worden. Am Nachmittag standen Besuche in der Großen Moschee und bei der katholischen Gemeinde auf dem Programm. Zudem war eine Andacht in einer Kapelle geplant, die 19 während des Bürgerkriegs (1992-2002) ermordeten christlichen Priestern und Nonnen gewidmet ist.

Papst Leo wolle dabei helfen, "Brücken zu bauen zwischen der christlichen und der muslimischen Welt", sagte der Erzbischof von Algier, Jean-Paul Vesco, im Vorfeld des Besuchs der Nachrichtenagentur AFP. Laut Vatikansprecher Matteo Bruni ist es das Ziel des Papstes, "sich an die islamische Welt zu wenden, aber auch eine gemeinsame Herausforderung des Zusammenlebens anzugehen". In Algerien sind 99 Prozent der 47 Millionen Einwohner Muslime, der Islam ist Staatsreligion.

Der Algerien-Besuch hat für Leo XIV. auch eine starke persönliche Bedeutung. Das heutige Algerien war einst die Heimat des Heiligen Augustinus (354–430), dem christlichen Theologen und Philosophen, nach dem im 13. Jahrhundert der Augustinerorden benannt wurde und dessen geistiges Erbe das Pontifikat Leos prägt. In Augustinus' ehemaliger Heimat Annaba, dem einstigen Hippo, ist am Dienstag eine Messe geplant.

Als ranghoher Vertreter des Augustinerordens war Leo vor seiner Wahl zum Papst zweimal nach Algerien gereist. In seiner ersten Rede vom Balkon des Petersdoms hatte er sich als "einen Sohn des Heiligen Augustinus" bezeichnet.

Die insgesamt elftägige Afrikareise führt Papst Leo weiter nach Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Insgesamt wird er 18.000 Kilometer zurücklegen.

N.Macleod--EWJ

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