English Woman's Journal - Fallschirmjäger-Skandal: Bundeswehr nennt Zahlen zu personellen Konsequenzen

Fallschirmjäger-Skandal: Bundeswehr nennt Zahlen zu personellen Konsequenzen


Fallschirmjäger-Skandal: Bundeswehr nennt Zahlen zu personellen Konsequenzen
Fallschirmjäger-Skandal: Bundeswehr nennt Zahlen zu personellen Konsequenzen / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Im Skandal um sexuelle Übergriffe, Rechtsextremismus und Drogenmissbrauch bei einer Fallschirmjäger-Einheit im rheinland-pfälzischen Zweibrücken sind neue Zahlen zu personellen Konsequenzen bekannt geworden. Die Bundeswehr gehe von 59 Beschuldigten aus, berichtete am Donnerstag das ARD-Hauptstadtstudio unter Berufung auf einen Sprecher des Heeres. Von 21 beantragten Entlassungsverfahren seien mittlerweile 16 vollzogen worden, die übrigen seien in Bearbeitung. 19 Fälle habe das Heer an die zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben. In 18 Fällen seien Disziplinarmaßnahmen verhängt worden.

Textgröße ändern:

Die Vorfälle in Zweibrücken waren Ende Dezember durch Meldungen von Soldatinnen des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken beim Bundestags-Wehrbeauftragten bekannt geworden. Nach Angaben des Heers handelte es sich um sexualisiertes Fehlverhalten, extremistische Verhaltensweisen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Ein vorläufiger Abschlussbericht des Heeres ist in Arbeit. "Wir nehmen die Vorwürfe gegen Angehörige des Fallschirmjägerregiments 26 weiterhin sehr ernst", zitierte das ARD-Hauptstadtstudio den Heeres-Sprecher.

In dieser Woche besuchte Heereschef Christian Freuding das Fallschirmjägerregiment, um sich vor Ort mit den Kommandeuren auszutauschen. Im Laufe des Monats wird es laut Verteidigungsministerium erneut ein Treffen geben, bei dem das weitere Vorgehen besprochen werden soll.

Abgesehen von den personellen Konsequenzen zog die Bundeswehr auch organisatorisch erste Lehren aus dem Skandal. So wurde die Dienstaufsicht verstärkt mit dem Ziel, einen Wandel in der Führungskultur herbeizuführen.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte die Vorgänge in Zweibrücken verurteilt. "Vorfälle wie diese sind nicht akzeptabel und werden nicht hingenommen", sagte Pistorius Anfang des Monats bei einem Besuch der Bundeswehr in Koblenz. Er nannte die Vorfälle in Zweibrücken "zutiefst schockierend". Pistorius betonte: "Wir gehen jedem Fall konsequent nach" und "jeder Fall, der sich erhärtet, führt zu entsprechend harten Konsequenzen".

N.Steward--EWJ

Empfohlen

Razzia in Bayern: Verdacht auf Steuerbetrug in Millionenhöhe bei Wasserpfeifentabak

Wegen mutmaßlicher Hinterziehung von Tabaksteuer in Millionenhöhe haben Ermittler die Räume eines Unternehmens in Südbayern durchsucht. Drei Tatverdächtige sollen Wasserpfeifentabak aus Dubai importiert und mit Steuerbanderolen für Rauchtabak etikettiert haben, wie das Zollfahndungsamt München am Dienstag in der bayerischen Landeshauptstadt mitteilte. Damit wollten sie offenbar die Zusatzsteuer von 23 Euro pro Kilogramm Wasserpfeifentabak umgehen.

Dauerhafte Unterbringung in Psychiatrie nach Totschlag an Stiefvater in Hessen

Nach der Tötung seines Stiefvaters hat das Landgericht im hessischen Kassel für einen 33-Jährigen die dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Der Mann wurde mit Urteil vom Montag als schuldunfähig eingestuft, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag sagte.

Cannabisplantage mit rund 1100 Pflanzen in Hessen entdeckt - zwei Festnahmen

In Hessen haben Ermittler in einem Haus eine professionelle Plantage mit rund 1100 Cannabispflanzen entdeckt. Ein 34- und ein 48-Jähriger wurden bei der Durchsuchung des Hauses in Spangenberg festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft Kassel und die Polizei in Homberg am Dienstag mitteilten. Beide kamen vor einen Haftrichter und anschließend in Untersuchungshaft.

38 verletzte Schüler bei Reizgasattacke an Schule in Niedersachsen

Bei einer Reizgasattacke an einer Schule in Niedersachsen sind mindestens 38 Schüler leicht verletzt worden. Unbekannte versprühten das Reizgas am Montagmittag innerhalb eines Schulgebäudes in Brake, wie die Polizei in Delmenhorst am Dienstag mitteilte. Die Betroffenen klagten über Reizungen der Atemwege und Augen und wurden vor Ort medizinisch versorgt. Die Schule wurde vorsorglich vollständig evakuiert.

Textgröße ändern: