English Woman's Journal - Brot für die Welt warnt vor Folgen von Mittelkürzungen für Entwicklungshilfe

Brot für die Welt warnt vor Folgen von Mittelkürzungen für Entwicklungshilfe


Brot für die Welt warnt vor Folgen von Mittelkürzungen für Entwicklungshilfe
Brot für die Welt warnt vor Folgen von Mittelkürzungen für Entwicklungshilfe / Foto: © AFP/Archiv

Die evangelische Hilfsorganisation Brot für die Welt hat die Bundesregierung wegen der Streichung von Mitteln für den Kampf gegen Hunger sowie für humanitäre Hilfe kritisiert. "Dem Anliegen, krisensichere Ernährungssysteme zu schaffen, stehen die aktuellen Kürzungen der Bundesregierung in den Haushalten 2025, 2026 und 2027 diametral entgegen", sagte die Präsidentin der Organisation, Dagmar Pruin, am Donnerstag in Berlin. Sie warnte vor gravierenden Folgen weltweit.

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Pruin verwies bei der Vorstellung des Jahresberichts von Brot für die Welt für 2025 auf Daten der Welternährungsorganisation FAO, wonach aktuell rund 645 Millionen Menschen an Hunger leiden. "Hunger ist jedoch kein Schicksal, sondern eine Frage von Macht und Prioritäten", sagte die Brot-für-die-Welt-Präsidentin. "Hunger ist das Ergebnis politischer Entscheidungen und ungerechter Strukturen." Grundsätzlich seien genug Lebensmittel vorhanden, um alle Menschen weltweit satt zu machen.

Jedoch würden auch durch die Bundesregierung "Haushaltstitel zur Hungerbekämpfung geschrumpft", kritisierte Pruin. Der Anteil der Entwicklungszusammenarbeit am Bundeshaushalt habe 2024 noch 2,5 Prozent betragen. Nach weiteren Kürzungen sind es nur noch 1,7 Prozent. "Die Bundesregierung muss jetzt eine Kehrtwende vollziehen", forderte Pruin. Die Mittelkürzungen seien "ein schwerer Fehler".

Inhaltlich setzt Brot für die Welt beim Kampf gegen Hunger unter anderem auf das Konzept der Agrarökologie. Dabei geht es um Vielfalt bei Getreidesorten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten, die Einbeziehung von traditionellem Wissen, die Stärkung regionaler Wertschöpfung und auch um mehr Biodiversität und Klimaschutz. Durch staatliche Programme gefördert würden jedoch oft stattdessen große Monokulturen und damit auch die Abhängigkeit von Kunstdünger und internationalen Lieferketten.

Pruin bedauerte, dass die aktuelle schwarz-rote Bundesregierung der Agrarökologie weniger Bedeutung beimesse. Im Koalitionsvertrag werde deren Förderung anders als zuvor nicht mehr erwähnt. "Als Mitglied der UN-Agrarökologie-Koalition sollte Deutschland eine besondere Verantwortung übernehmen, als Partner agrarökologische Wege fördern und die Betroffenen gleichberechtigt mitentscheiden lassen", rief Pruin die Regierung auf.

Brot für die Welt verwies auch auf die Folgen weltweiter Mittelkürzungen für Entwicklungszusammenarbeit sowie die Auswirkungen geopolitischer Krisen. So werde die Ernährungssicherheit durch die Sperrung der Straße von Hormus als Folge des Iran-Krieges und damit verbundene Preissteigerungen zusätzlich gefährdet. Zu den Streichungen von Mitteln auch durch die USA und zahlreiche weitere Länder sagte Pruin: "Das wird Folgen haben, wir geben die Welt preis."

Die Finanzlage von Brot für die Welt beschrieb Pruin als noch relativ stabil, allerdings seien staatliche Verpflichtungsermächtigungen für die künftige Arbeit stark zurückgegangen. Daher werde sich die Organisation aus Projekten und auch einigen Ländern zurückziehen müssen. Im vergangenen Jahr seien weltweit 3000 Projekte unterstützt worden.

Insgesamt verfügte Brot für die Welt im vergangenen Jahr laut Jahresbericht über Einnahmen von 341,7 Millionen Euro. Davon kamen 72,6 Millionen Euro aus Spenden und Kollekten, 66,2 Millionen Euro aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes und 177,2 Millionen Euro aus staatlichen Mitteln des Bundes.

Die Ausgaben für die Programmarbeit wurden mit 293,9 Millionen Euro angegeben. 21,5 Millionen Euro flossen in Verwaltungsausgaben, 11,8 Millionen Euro in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.

L.MacDonald--EWJ

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