English Woman's Journal - Acht Schmuckstücke bei spektakulärem Einbruch im Pariser Louvre gestohlen

Acht Schmuckstücke bei spektakulärem Einbruch im Pariser Louvre gestohlen


Acht Schmuckstücke bei spektakulärem Einbruch im Pariser Louvre gestohlen
Acht Schmuckstücke bei spektakulärem Einbruch im Pariser Louvre gestohlen / Foto: Dimitar DILKOFF - AFP

Bei einem spektakulärem Einbruch am hellichten Tag im Pariser Louvre-Museum haben Diebe acht historische Schmuckstücke erbeutet. Der gestohlene Schmuck aus dem 19. Jahrhundert sei "von unschätzbarem kulturellen Wert", teilte das französische Kulturministerium am Sonntag mit. Zu dem Diebesgut gehört etwa ein Diadem der Kaiserin Eugénie mit fast 2000 Diamanten. Die Polizei fahndete nach einer Gruppe von vier Dieben, wie die leitende Staatsanwältin von Paris, Laure Beccuau, sagte.

Textgröße ändern:

Ursprünglich hatten die Diebe neun Exponate aus der berühmten Apollon-Galerie des Louvre erbeutet, doch eines davon verloren sie noch nahe des Louvre auf der Flucht. Bei diesem wiedergefundenen Objekt handelt es sich nach Angaben des Kulturministeriums um die Krone von Kaiserin Eugénie, der Ehefrau von Napoleon III.

Der filmreife Überfall ereignete sich am Sonntag gegen 9.30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war das Museum bereits eine halbe Stunde geöffnet. Die Kriminellen nutzten für ihren nur wenige Minute dauernden Einbruch einen Lastenlift. Mit ihm erreichten sie laut Beccuau ein Fenster im ersten Stock, das sie zerbrachen, um in die Apollon-Galerie einzudringen.

Staatsanwältin Beccuau bezeichnete die Diebesgruppe als "Kommando". Sie äußerte die Vermutung, dass die vier Männer im Auftrag einer kriminellen Organisation gehandelt hätten. Der Einbruch ereignete sich in nur 800 Meter Entfernung vom Hauptquartier der Pariser Polizei.

Die vier Diebe hätten Gesichtsmasken getragen und seien auf Motorrollern von hoher PS-Zahl geflüchtet, sagte Beccuau im Sender BFM TV. Der Einbruch habe nur "sieben Minuten" gedauert, teilte Innenminister Laurent Nuñez mit. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelte wegen "organisierten Bandendiebstahls" und "Bildung einer kriminellen Vereinigung".

Nach Angaben des Kulturministeriums wurden bei dem Einbruch die Alarmanlagen am Fenster der Apollon-Galerie sowie an den zwei von den Dieben mit Winkelschleifern zerschnittenen Vitrinen ausgelöst. Fünf Wärter hätten sich zu diesem Zeitpunkt in der Galerie und angrenzenden Räumen aufgehalten. Sie hätten "sofort" reagiert, indem sie die Sicherheitskräfte alarmiert hätten.

Nach Angaben von Staatsanwältin Beccuau bedrohten die Diebe die Wärter mit den Winkelschleifern. Laut dem Kulturministerium sorgte das Eingreifen der Wärter jedoch dafür, dass die Verbrecher rasch die Flucht ergriffen. Dabei hätten sie ihre Gerätschaften zurückgelassen.

Nach dem Einbruch wurden alle Besucher "ohne Zwischenfall" evakuiert, wie das Museum mitteilte. Das Museum blieb für den Rest des Tages geschlossen. Bewaffnete Soldaten patroullierten rings um dem Louvre. "Es war wie ein Hollywoodfilm" sagte die US-Touristin Talia Ocampo der Nachrichtenagentur AFP. Dieser "verrückte" Vorfall sei etwas, "das wir nicht vergessen werden".

Laut Beccuau wurden rund 60 Ermittler auf den Fall angesetzt. Sie zeigte sich gewiss, dass die gestohlenen Objekte schon "in den kommenden Tagen" gefunden würden. Auch Präsident Emmanuel Macron erklärte am Sonntagabend im Onlinedienst X: "Wir werden die Werke wiederfinden und die Täter werden vor Gericht gebracht."

Die nahe des Louvre wiedergefundene Krone von Kaiserin Eugénie ist nach Angaben der Louvre-Website mit 1354 Diamanten und 56 Smaragden besetzt. Ihr Zustand werde "im Moment untersucht", erklärte das Kulturministerium. Aus Ermittlerkreisen hatte es zuvor geheißen, dass die Krone beschädigt worden sei.

Zu den gestohlenen acht Objekten gehört eine Halskette mit acht Saphiren und 631 Diamanten, die den Königinnen Marie-Amélie und Hortense gehörte. Ferner gestohlen wurde eine Kette mit 32 Smaragden und 1138 Diamanten. Sie gehörte Marie-Louise, der zweiten Ehefrau von Napoleon Bonaparte.

Der Louvre mit seiner markanten Glaspyramide zählt zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt und war mit fast neun Millionen Menschen 2024 das meistbesuchte Museum der Welt. In ihm ist unter anderem die "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci ausgestellt. Diese war 1911 aus dem Museum gestohlen worden. Das Gemälde wurde Monate später wiedergefunden und befindet sich heute hinter diebstahlsicherem Glas.

Es ist nicht der erste Überfall auf ein französisches Museum in diesem Jahr: Vor einem Monat hatten Diebe aus dem Naturkundemuseum in Paris Goldexponate im Wert von 600.000 Euro gestohlen. Anfang September waren Einbrecher in das Porzellan-Museum von Limoges eingedrungen und hatten drei als nationale Schätze eingestufte Objekte im Wert von mehreren Millionen Euro mitgehen lassen.

"Kunstobjekte sind heutzutage im Visier der organisierten Kriminalität", sagte Kulturministerin Rachida Dati am Sonntag im Fernsehsender TF1. "Museen sind zu Zielen geworden."

L.Scott--EWJ

Empfohlen

Streit um angebrannte Pizza eskaliert: Polizeieinsatz an Imbiss in Malchin

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein Streit um eine angebrannte Pizza zwischen Imbissmitarbeitern zu einem handfesten Konflikt mit anschließendem Polizeieinsatz eskaliert. Nach Angaben der Polizei schlug einer der beiden Männer im Alter von 24 und 28 Jahren dabei mit einem Standaschenbecher auf seinen Kontrahenten ein, der wiederum seine Fäuste einsetzte. Der Zwischenfall ereignete sich am Samstagabend in Malchin.

Nach zehn Monaten im Amt: Leo XIV. bezieht Papst-Gemächer im Vatikan

Zehn Monate nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche hat Leo XIV. am Samstag die Papst-Gemächer im Vatikan bezogen. Der 70-Jährige ziehe zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern in die Räumlichkeiten im Apostolischen Palast, erklärte der Vatikan. Diese umfassen demnach unter anderem Schlafzimmer, eine Kapelle, eine Bibliothek, ein Büro, ein Esszimmer und einen Raum, von dem aus der Pontifex jeden Sonntag das Angelus-Gebet durch ein Fenster mit Blick auf den Petersplatz spricht.

Verwechslung mit Schussswaffe: Akkuschrauber löst Polizeieinsatz in Hildesheim aus

Reparaturarbeiten mit einem Akkuschrauber in einem Parkhaus haben in Hildesheim einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Ein Passant hielt das Werkzeug für eine Schusswaffe und wählte am Samstag den Notruf, wie die Polizei in der niedersächsischen Stadt am Sonntag mitteilte. Zahlreiche Polizisten und Bundespolizisten umstellten und durchsuchten das Gebäude aufgrund der Meldung. Im Inneren stießen sie auf zwei Menschen.

Philosoph Jürgen Habermas gestorben

Der Philosoph Jürgen Habermas ist tot. Der weltbekannte Intellektuelle starb am Samstag im Alter von 96 Jahren in Starnberg, wie eine Sprecherin des Suhrkamp-Verlags der Nachrichtenagentur AFP sagte. Sie berief sich auf Angaben von Habermas' Familie. Habermas galt als wichtigster deutscher Philosoph der Gegenwart und genoss internationale Anerkennung.

Textgröße ändern: