English Woman's Journal - Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt: Prozess bleibt am Landgericht

Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt: Prozess bleibt am Landgericht


Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt: Prozess bleibt am Landgericht
Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt: Prozess bleibt am Landgericht / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Der Prozess um den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten könnte noch im Oktober vor dem Landgericht Magdeburg beginnen. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe lehnte die Übernahme des Verfahrens ab, so dass das Landgericht weiter zuständig bleibt, wie ein Gerichtssprecher am Montag in Magdeburg mitteilte. Frühestmöglicher Prozessbeginn wäre demnach der 22. Oktober, bestätigt ist dies bislang aber noch nicht.

Textgröße ändern:

Die Generalstaatsanwaltschaft im sachsen-anhaltischen Naumburg wirft dem mutmaßlichen Attentäter Taleb A. unter anderem sechsfachen Mord und versuchten Mord in 338 Fällen vor. Der aus Saudi-Arabien stammende Arzt soll am 20. Dezember 2024 mit einem Mietwagen über den stark besuchten Weihnachtsmarkt in Magdeburg gefahren sein und zahlreiche Menschen erfasst haben.

Ein neunjähriger Junge und fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren starben damals. 309 Menschen wurden den Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft zufolge verletzt, 29 Betroffene blieben körperlich unversehrt. Auch bei ihnen geht die Anklage jedoch von versuchtem Mord aus. Als Tatmotiv nennt die Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Anklage "Unzufriedenheit und Frustration".

Das Landgericht Magdeburg legte den Fall dem Generalbundesanwalt zur Prüfung einer Übernahme vor, weil es es den Tatkomplex als Staatsschutzverfahren einstufte. Das sieht die Karlsruher Behörde nicht so, weshalb das Verfahren nun am Landgericht bleibt und nicht vor dem Oberlandesgericht Naumburg geführt wird.

Das Magdeburger Landgericht wird nun voraussichtlich am 13. Oktober auf Grundlage der im August erhobenen Anklage gegen A. die Eröffnung des Hauptverfahrens beschließen. Termine für eine mögliche Hauptverhandlung sind den Angaben zufolge mit den Verteidigern bislang ab dem 22. Oktober abgestimmt. Erst der Vorsitzende Richter legt die Termine verbindlich fest.

Wegen der großen Zahl von Verfahrensbeteiligten mietet das Landgericht für den Prozess eigens eine Leichtbauhalle an, in der interimsmäßig verhandelt werden soll. Es gebe kein anderes Gerichtsgebäude in Sachsen-Anhalt mit der notwendigen Kapazität, hieß es.

P.Smid--EWJ

Empfohlen

Datenschutzbeauftragte: Durch Geheimdienstreform drohen Grundrechtseinschränkungen

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Louisa Specht-Riemenschneider, sieht durch die von der Regierung geplante Geheimdienstreform massive Risiken für Bürgerrechte. "Aus meiner Sicht gibt es inakzeptable Einschränkungen der Grundrechte", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Nachrichtendienste sollten "nicht handeln und eingreifen dürfen wie eine Polizei", gab sie zu bedenken.

Magyar-Partei wählt erstmals Verfassungsrichter - Amnesty: Verfahren "wie unter Orban"

Erstmals seit der Amtsübernahme von Peter Magyar als Ministerpräsident hat das ungarische Parlament einen neuen Verfassungsrichter gewählt. Der Universitätsprofessor Pal Sonnevend erhielt am Montag 138 Ja-Stimmen in dem 199 Abgeordnete umfassenden Parlament, sechs Parlamentarier stimmten gegen ihn. Die früheren Regierungsparteien Fidesz und KDNP boykottierten die Abstimmung. Sonnevend löst Csaba Hende ab, der als Vertrauter des früheren Regierungschefs Viktor Orban galt.

Trompete von US-Armee bei Trauerfeier auf hessischem Friedhof gestohlen

Unbekannte haben auf einem Friedhof im hessischen Hanau eine Trompete der US-Armee gestohlen. Das Instrument sollte am Freitagvormittag bei einer Bestattung eines ehemaligen US-Soldaten gespielt werden, wie die Polizei am Montag in Offenbach mitteilte.

Schleswig-Holstein: Bauarbeiter bei Erdarbeiten an Einfamilienhaus tödlich verletzt

In Schleswig-Holstein ist ein Bauarbeiter bei Erdarbeiten an einem Einfamilienhaus tödlich verletzt worden. Der 46-Jährige war am Sonntagvormittag in Leezen unter einem Treppenaufgang zu einem Hauseingang beschäftigt, als sich ein massives Stahlbetonteil löste und auf den Mann herabstürzte, wie die Polizei in Bad Segeberg und die Staatsanwaltschaft Kiel am Montag mitteilten.

Textgröße ändern: