English Woman's Journal - Studie: Täglich fünf Kundgebungen mit israelbezogenem Antisemitismus in Deutschland

Studie: Täglich fünf Kundgebungen mit israelbezogenem Antisemitismus in Deutschland


Studie: Täglich fünf Kundgebungen mit israelbezogenem Antisemitismus in Deutschland
Studie: Täglich fünf Kundgebungen mit israelbezogenem Antisemitismus in Deutschland / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Zwei Jahre nach dem Großangriff der Hamas in Israel berichtet eine Studie von weit verbreitetem Antisemitismus bei Demonstrationen in Deutschland. Zwischen dem 7. Oktober 2023 und Ende 2024 seien bei insgesamt 2225 Versammlungen "antisemitische Inhalte dokumentiert" worden, geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) hervor. Das seien rechnerisch etwa fünf Versammlungen mit antisemitischen Inhalten pro Tag gewesen.

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Bei 89 Prozent dieser Versammlungen sei israelbezogener Antisemitismus dokumentiert worden - häufig aber einhergehend mit "anderen Formen" von Antisemitismus. Rias berichtet von "politischen Mischszenen" bei den Demos. "Antiisraelische Aktivisten, islamistische Gruppen ebenso wie links-antiimperialistische Akteure demonstrierten gemeinsam auf Versammlungen", teilte Rias mit. "Die Feindschaft gegenüber Israel ist das Bindeglied, das Akteure unterschiedlichster Spektren mobilisiert", erklärte Rias-Geschäftsführer Benjamin Steinitz.

Zwischen Anfang 2020 und dem 6. Oktober 2023 - also vor dem Großangriff der Hamas - sei rechnerisch etwa eine Demonstration pro Tag mit antisemitischen Inhalten registriert worden. Deren Anteil habe sich also seither verfünffacht. Bei vielen Demonstrationen sei der Krieg im Gazastreifen mit dem Holocaust gleichgesetzt worden, geht aus der Rias-Studie hervor.

"Aufrufe zur Vernichtung Israels, Befürwortung von Gewalt gegen Jüdinnen und Juden, offene Unterstützung des Terrors der Hamas und die Relativierung der Schoa – all das ist zwei Jahre nach dem 7. Oktober zur bedrückenden Normalität geworden", erklärt Steinitz zu den Studienergebnissen. "Öffentlich Anteil an der Situation der Menschen im Gaza Streifen zu nehmen ist legitim und steht nicht im Widerspruch damit, Antisemitismus zu benennen sowie zurückzuweisen."

Bei dem Großangriff am 7. Oktober 2023 waren nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet worden. 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Zwei Jahre später sind noch immer 47 Geiseln in der Gewalt der Hamas, mindestens 25 sollen bereits tot sein.

Als Reaktion geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, mehr als 66.200 Menschen getötet.

O.Wood--EWJ

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