English Woman's Journal - Erzbischöfin Mullally: Erstmals Frau an der Spitze der Anglikanischen Kirche

Erzbischöfin Mullally: Erstmals Frau an der Spitze der Anglikanischen Kirche


Erzbischöfin Mullally: Erstmals Frau an der Spitze der Anglikanischen Kirche
Erzbischöfin Mullally: Erstmals Frau an der Spitze der Anglikanischen Kirche / Foto: Ben STANSALL - AFP

Zum ersten Mal in der Geschichte der Anglikanischen Kirche wird eine Frau deren geistliches Oberhaupt: Die Londoner Bischöfin Sarah Mullally wurde zur neuen Erzbischöfin von Canterbury ernannt, wie die britische Regierung am Freitag bekannt gab. Nach ihrer Ernennung in der Kathedrale von Canterbury verpflichtete sich Mullally, als neue Spitze der zuletzt von Missbrauchsskandalen erschütterten Kirche "eine Kultur der Sicherheit und des Wohlergehens für alle" zu fördern.

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"Als Erzbischöfin werde ich mich dafür einsetzen, dass wir weiterhin den Überlebenden zuhören und uns um die Schutzbedürftigen kümmern", fügte Mullally hinzu.

Die 63-jährige ehemalige Krankenschwester und Mutter von zwei Kindern wurde von König Charles III., dem weltlichen Oberhaupt der Kirche von England, zur nunmehr 106. Erzbischöfin von Canterbury ernannt. Die jahrhundertealte Kirche von England ist die Mutterkirche der Anglikanischen Gemeinschaft: Der erste Erzbischof von Canterbury war bereits Ende des 6. Jahrhunderts ernannt worden.

Premierminister Keir Starmer begrüßte Mullalys Ernennung zur ersten Erzbischöfin, die "eine Schlüsselrolle in unserem nationalen Leben" spielen werde: "Die Kirche von England ist für dieses Land von tiefgreifender Bedeutung", betonte Starmer. "Ihre Kirchen, Kathedralen, Schulen und Wohltätigkeitsorganisationen sind Teil des Gefüges unserer Gemeinschaften."

Mullally folgt auf Erzbischof Justin Welby, der Anfang Januar wegen der mangelnden Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen aus den 1970er- und 1980er-Jahren das Amt als geistliches Oberhaupt der anglikanischen Kirche niedergelegt hatte. Mehr als 100 Jungen und junge Männer sollen damals missbraucht worden sein. Welby hätte die Vorwürfe melden "können und müssen", hieß es in einem Untersuchungsbericht. Der Skandal kam 2017 ans Licht und löste in Großbritannien weitreichende Forderungen nach Kirchenreformen aus.

Welby wurde vorübergehend vom scheidenden Erzbischof von York, Stephen Cottrell, vertreten, der sich ebenfalls mit Rücktrittsforderungen wegen eines anderen historischen Missbrauchsskandals konfrontiert sieht.

In einer Erklärung räumte Mullally die "riesige Verantwortung" ihrer neuen Rolle ein. Sie empfinde jedoch ein Gefühl des "Friedens und Vertrauens in Gott, der mich tragen wird", fügte sie hinzu.

Das langwierige Auswahlverfahren für die nun verkündete neue Erzbischöfin fand unter Aufsicht eines ehemaligen Leiters des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5 statt und zog sich über mehrere Monate hin.

Die Anglikanische Kirche zählt rund 85 Millionen Mitglieder in über 165 Ländern. Nach jahrelangem erbitterten Streit erlaubte die Kirche erstmals 2014, dass Frauen zu Bischöfinnen geweiht werden durften, was erstmals 1989 in den USA geschah.

Auch für das Priesterinnenamt wurden weibliche Geistliche seit Anfang der 1990er-Jahre zugelassen. Mittlerweile sind über 40 der 108 Bischöfe Großbritanniens weiblich. Im Priesteramt ist der Anteil ähnlich hoch. Mullally war 2002 zur Priesterin geweiht worden und wurde 2018 zur ersten Bischöfin von London geweiht.

E.Brwon--EWJ

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