English Woman's Journal - Amnesty: Frankreich unterdrückt zunehmend Klimaschützer

Amnesty: Frankreich unterdrückt zunehmend Klimaschützer


Amnesty: Frankreich unterdrückt zunehmend Klimaschützer
Amnesty: Frankreich unterdrückt zunehmend Klimaschützer / Foto: STEPHANE DE SAKUTIN - AFP/Archiv

Vor zehn Jahren galt Frankreich noch als Vorreiter beim Klimaschutz, nun steht das Land im Verdacht, Klima- und Umweltschützer bewusst zu unterdrücken. Aktionen von Aktivisten würden eingeschränkt, indem "gezielt und absichtlich" die Meinungsfreiheit, das Recht auf Demonstrationen und die Vereinigungsfreiheit angegriffen würden, heißt es in einem am Donnerstag in Paris veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Textgröße ändern:

Die Organisation nennt als Beispiel die Proteste gegen ein großes Bewässerungsprojekt im westfranzösischen Sainte-Soline, bei denen Ordnungskräfte "unverhältnismäßige" Waffengewalt eingesetzt hätten. Nach offiziellen Angaben hatten die Sicherheitskräfte bei Protesten 2023 mehr als 5000 Tränengasgranaten, 89 Sprenggranaten und zahlreiche Gummigeschosse eingesetzt. Umweltschützer protestieren gegen die großen Wasserbecken, weil dafür Grundwasser genutzt werden soll.

Amnesty International prangert auch Hunderte von Festnahmen und etwa 60 Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit den Protesten gegen eine geplante Autobahn in Südfrankreich an.

Zudem gebe es ein ""gesetzliches Arsenal", das dazu beitrage, Demonstranten zu "kriminalisieren", heißt es in dem Bericht. Die Organisation warnt vor einer "stigmatisierenden Rhetorik", wenn Umweltaktivisten von manchen Politikern etwa als "Ökoterroristen" bezeichnet werden.

"Es ist besorgniserregend, dass Frankreich, das vor zehn Jahren noch eine treibende Kraft im Kampf für das Klima war, heute ein Beispiel liefert, wie Umweltschützer unterdrückt werden", betonte Margot Jaymond, die Zuständige für Klimagerechtigkeit Amnesty International in Frankreich.

Die Organisation Action Justice Climat bekräftigte die Vorwürfe. "Uns sind heute die Hände gebunden, weil der Druck auf uns immer größer wird", sagte eine Sprecherin. Die Organisation sei in diesem Jahre bereits mit 17 Gerichtsverfahren konfrontiert.

Amnesty International verweist zudem auf die Bewegung Alternatiba, der öffentliche Subventionen entzogen wurden, und auf das Kollektiv Les Soulèvements de la Terre, das 2023 von einer angeordneten Auflösung bedroht war. Nach Ansicht von Amnesty International wäre dies ein Verstoß gegen internationales Recht gewesen.

Ch.Reilly--EWJ

Empfohlen

Noch härtere Strafe bei Berufung gegen mutmaßliche Giftpilzmörderin in Australien

Im Berufungsprozess zum Aufsehen erregenden Fall einer mutmaßlichen Giftpilzmörderin in Australien ist die Verteidigung mit ihrer Forderung nach Aufhebung der Haftstrafe gescheitert. Stattdessen verhängte der Richter am Freitag eine noch härtere Strafe gegen die bereits im vergangenen Jahr verurteilte Erin Patterson. Unter Verweis auf deren "schockierende Kriminalität" verurteilte der zuständige Richter Stephen McLeish die 52-Jährige zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung.

Kryptobörse Binance meldet massiven Hackerangriff - Mehr als 2,5 Milliarden Dollar eingefroren

Die Kryptowährungsplattform Binance ist nach eigenen Angaben Ziel eines schweren Hackerangriffs geworden. Wie das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) zudem mitteilte, wurden Gelder im Wert von mehr als 2,5 Milliarden Dollar (rund 2,3 Milliarden Euro) eingefroren, um einen massiven Diebstahl zu verhindern. Die Kryptobörse erklärte, dass sämtliche Ein- und Auszahlungen "vorübergehend ausgesetzt" worden seien. Nach Einschätzung des Analyseunternehmens Chainalysis könnte es sich um den größten Krypto-Diebstahl jemals handeln.

Französischer Präsidentschaftskandidat Philippe von Untersuchungsrichtern befragt

Der französische Mitte-Rechts-Kandidat Edouard Philippe hat sich knapp sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich wegen Veruntreuungsverdachts Fragen von Untersuchungsrichtern stellen müssen. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus mit dem Fall vertrauten Kreisen. Zwei Untersuchungsrichter stuften Philippe demnach in dem Fall als "unterstützten Zeugen" ein.

Vier Tote bei Absturz von italienischem Armeehubschrauber in Bosnien-Herzegowina

Beim Absturz eines italienischen Armeehubschraubers in Bosnien-Herzegowina sind vier Mitglieder der EU-geführten Mission Eufor Althea ums Leben gekommen. Elf weitere Insassen wurden nach Krankenhausangaben bei dem Unglück am Donnerstag verletzt. Zur Nationalität der Opfer wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Textgröße ändern: