English Woman's Journal - Heiße Phase von Walrettungsversuch - Initiative sieht "reelle Chance"

Heiße Phase von Walrettungsversuch - Initiative sieht "reelle Chance"


Heiße Phase von Walrettungsversuch - Initiative sieht "reelle Chance"
Heiße Phase von Walrettungsversuch - Initiative sieht "reelle Chance" / Foto: Danny GOHLKE - AFP/Archiv

An der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns treibt eine Privatinitiative einen Rettungsversuch des seit Wochen festliegenden Buckelwals voran. Es habe inzwischen die "heiße Phase" der Aktion vor der Insel Poel begonnen, sagte Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) am Freitag vor Journalisten vor Ort. Die Rettungsinitiative äußerte die Hoffnung auf ein glückliches Ende, nannte jedoch keine Details zum Zeitplan.

Textgröße ändern:

Der Wal habe "eine reelle Chance", sagte die leitende Tierärztin des Projekts, Janine Bahr van Gemmert, am Freitag vor Journalisten. Die Initiative handle "nach besten Wissen" für das Tier und wolle kein Leid verlängern. Sie könne mit Blick auf etwaige Erfolgschancen aber keine Prozentzahl nennen, stellte die Veterinärin dabei klar. "Wir wünschen uns alles das Beste - wir wissen alle nicht, wie das ausgeht."

Die Initiative will das in flachem Wasser einer Buch liegende Tier mit einem System aus Luftkissen und Schwimmpontons anheben und bis in Nordsee oder Atlantik schleppen. Ursprünglich sollte der Versuch bereits am Donnerstag beginnen, wurde aber verschoben. Die Behörden dulden das Vorhaben, die Verantwortung liegt aber nach ihren Angaben bei der Initiative. Hinter dieser stehen der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz sowie der Unternehmerin Karin Walter-Mommert.

Der Wal irrt seit Anfang März vor der Ostseeküste umher. Er strandete mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, zuletzt setzte er sich vor rund zweieinhalb Wochen bei Poel auf Grund. Das Landesumweltministerium und von diesem hinzugezogene Fachleute kamen zu dem Schluss, dass das Tier in einem sehr schlechtem Zustand und wohl schwer krank oder sogar sterbend ist. Mehrfachstrandungen gelten demnach in Fachkreisen als ein Zeichen für massive Schwierigkeiten.

Offiziell wurden alle Rettungs- und Hilfsversuche für den nahezu bewegungslos daliegenden Wal daher vor etwas mehr als zwei Wochen als sinnlos und potenziell tierquälend beendet. Ein Gutachten bestätigte dies später nochmals. Als womöglich letzte Chance billigte Backhaus am Mittwoch aber das von der Initiative vorgelegte Konzept.

Der Wal bekomme "seine Chance", bekräftigte der Minister am Freitag erneut. Er hoffe auf ein gutes Ende. Die Initiative arbeite darauf hin, nun komme es auf das Tier an. "Er muss jetzt mitmachen." Die Behörden des Landes gingen nach wie vor davon aus, dass das von der Initiative vorgelegte Konzept "stimmt" und hielten permanent Kontakt zu den Verantwortlichen, ergänzte Backhaus. Sie seien ständig vor Ort.

Livebildern zufolge näherten sich Helfer der Initiative am Freitag immer wieder auf Booten und Surfbrettern dem in etwa hüfthohem Wasser liegenden Wal. Parallel wurde in einem nahen Hafen ein Schwimmponton mit einem Bagger und weiterer Ausrüstung vorbereitet. Zwischenzeitlich war das ansonsten still daliegende Tier stärker aktiv, schlug mit seiner Schwanzflosse und bewegte sich im Wasser.

Zu konkreten Einzelschritten wollte sich die Initiative zunächst aber nicht öffentlich äußern. Der Zeitplan hänge letztlich von dem Tier selbst ab, sagte deren Sprecherin Constanze von der Meden vor Journalisten vor Ort. "Er gibt das vor." Alle Maßnahmen sollten zudem ungestört weitergehen, die Öffentlichkeit werde selbstverständlich weiterhin informiert. Nach aktuellem Stand sei das Team "guter Hoffnung" für den Wal.

Es sei klar, dass es einem wochenlang in Flachwasser liegendem Tier "nicht super gut" gehe, betonte Tierärztin Bahr van Gemmert. Es habe nach Einschätzung der Initiative aber "eine Chance - und ich finde, die muss man ihm geben". Ein langsames Sterbenlassen vor Ort sei aus ihrer Sicht dagegen keine tierwohlgerechte Option. "Das kann noch Tage oder Wochen dauern, das weiß keiner." Auch von einem Verenden in Ruhe könne dort keine Rede sein, es herrsche etwa großer Schiffslärm.

Der von Medien Timmy getaufte Buckelwal hatte sich aus unbekannten Gründen in die für ihn als Lebensraum ungeeignete Ostsee verirrt. Er wurde erstmals Anfang März im Hafen von Wismar gesichtet und irrte danach weiter umher. Was ihm genau fehlt, ist unklar. Die frühere Entscheidung, die aktiven Rettungsbemühungen einzustellen und das Tier an seinem Liegeort vor Poel sterben zu lassen, wurde auch von Experten von Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace mitgetragen.

Probleme bereitet dem Wal nach Expertenangaben unter anderem wohl ein auch ein Fischernetz, das er möglicherweise teils verschluckt habe könnte. Helfer entfernten im Verlauf der vergangenen Wochen bereits 50 bis 70 Meter davon, die sich außerhalb des Körpers befanden. Auch die Haut des Tiers ist aufgrund des geringen Salzgehalts der Ostsee inzwischen stark angegriffen, was weitere Schwierigkeiten verursacht.

E.Brwon--EWJ

Empfohlen

Mordanklage gegen US-Rapper D4vd nach Fund von zerstückelter Mädchenleiche

Gut ein halbes Jahr nach dem Fund einer verwesten Leiche in einem abgestellten Auto in Los Angeles ist der US-Rapper D4vd wegen Mordes angeklagt worden. Dem 21-Jährigen solle die Anklage noch am Montag eröffnet werden, sagte Staatsanwalt Nathan Hochman vor Reportern. Neben Mord werde dem Musiker unter anderem vorgeworfen, Sex mit seinem minderjährigen Opfer gehabt und die Leiche des Mädchens zerstückelt zu haben.

Drama um notleidenden Wal in Ostsee: Tier schwimmt sich frei und kommt wieder fest

Das Drama um den vor der Ostseeküste festsitzenden Buckelwal dauert weiter an. Am Montag verließ das notleidende Tier nach drei Wochen weitestgehender Regungslosigkeit seine bisherige Position in einer seichten Bucht vor der Insel Poel, kam allerdings wenig später erneut auf einer Sandbank in flachem Wasser fest. Die weitere Entwicklung war offen, Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sprach gleichwohl von einem "Lichtblick" und einer "Chance" für das Tier.

Buckelwal vor Ostseeinsel Poel schwimmt sich nach rund drei Wochen wieder frei

Der seit rund drei Wochen vor der Ostseeinsel Poel festliegende Buckelwal hat sich am Montagmorgen freigeschwommen. Auf Livestreams war zu sehen, wie das Tier im Wasser in der Bucht in Landnähe umherschwamm. Schlauchboote mit Helfern begleiteten den Wal, die weitere Entwicklung war zunächst noch unklar.

Breite Mehrheit für Olympiabewerbungen in Nordrhein-Westfalen und Kiel

Die Bürgerentscheide über die geplante deutsche Olympiabewerbung haben in Nordrhein-Westfalen und im schleswig-holsteinischen Kiel am Sonntag deutliche Zustimmung für das Vorhaben ergeben. In Nordrhein-Westfalen sprachen sich die Menschen in 16 von 17 Städten für eine Bewerbung ihrer Region aus, wie die Kommunen nach der Auszählung der Stimmen mitteilten. Lediglich in Herten scheiterte der Bürgerentscheid an der nötigen Zustimmungsquote.

Textgröße ändern: