English Woman's Journal - Dreitägiger Staatsbesuch: Steinmeier mit großem Prunk in Großbritannien empfangen

Dreitägiger Staatsbesuch: Steinmeier mit großem Prunk in Großbritannien empfangen


Dreitägiger Staatsbesuch: Steinmeier mit großem Prunk in Großbritannien empfangen
Dreitägiger Staatsbesuch: Steinmeier mit großem Prunk in Großbritannien empfangen / Foto: Yui Mok - POOL/AFP

Als erstes deutsches Staatsoberhaupt seit 27 Jahren ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch zu einem Staatsbesuch in Großbritannien empfangen worden. Nach Treffen mit König Charles III. und dem britischen Premierminister Keir Starmer endete der erste Tag des dreitägigen Besuchs am Mittwoch mit einem Staatsbankett im königlichen Schloss Windsor. Für Donnerstag ist eine Rede Steinmeiers vor dem britischen Unterhaus geplant.

Textgröße ändern:

In einer Rede beim Bankett blickte Steinmeier zurück auf die jahrhundertealte Beziehung zwischen Deutschland und Großbritannien. Die Briten und die Deutschen verspürten eine "gegenseitige Verbundenheit", sagte der Bundespräsident. "Unsere Geschichte verbindet uns, die guten wie die schlechten Kapitel."

Der britische Monarch verwies in seiner Rede auf die Unterstützung beider Länder für die Ukraine in Russlands Angriffskrieg. London und Berlin stünden "zusammen mit der Ukraine und stärken Europa gegen die Bedrohung weiterer Aggression Russlands".

Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender waren zunächst am Londoner Flughafen Heathrow von Kronprinz William und seiner Frau Catherine empfangen worden. Allerdings stieg der Gast aus Deutschland nach der Landung mehr als 30 Minuten lang nicht aus dem Flugzeug aus, erst nach dem Erscheinen von William und Catherine begann das offizielle Programm.

Anschließend ging es nach Windsor, wo zu Ehren der Gäste am Schloss unter anderem ein Bataillon mit den bekannten Bärenfellmützen aufmarschiert war. Nach dem Abspielen der Hymnen und dem Abschreiten der Ehrenformation zogen sich Steinmeier und Charles III. zusammen mit Büdenbender und Königin Camilla ins Schloss zurück.

Der Bundespräsident und seine Ehefrau überbrachten dem Königspaar nach Angaben des Bundespräsidialamtes als Gastgeschenk einen Weihnachtspräsentkorb. Dieser enthielt unter anderem sechs handgefertigte Weihnachtsbaumkugeln aus Meissener Porzellan, eine Schallplatte mit dem Titel "Bald nun ist Weihnachtszeit" mit Weihnachtsklassikern sowie Glühwein, Christstollen und Honig. Charles III. überreichte Steinmeier einen handgefertigten Wanderstock mit Horngriff. Büdenbender erhielt von Camilla eine Erstausgabe des Romans "Flush" der britischen Schriftstellerin Virginia Woolf.

Nach dem prunkvollen Empfang in Windsor traf Steinmeier den britischen Premierminister Starmer zu einem Vier-Augen-Gespräch in London. Die britisch-deutschen Beziehungen seien in einer "weitaus besseren Verfassung" als während der "schwierigen" Jahre nach dem Brexit 2016, erklärte Steinmeier.

Der britische Premier empfing Steinmeier in seinem Amtssitz in der Londoner Downing Street. Deutschland und Großbritannien arbeiteten bei den Themen Migration, Handel und Wirtschaftswachstum eng zusammen, sagte Starmer. Auch der Bundespräsident hob die Zusammenarbeit zwischen London und Berlin hervor. "Wir müssen uns dafür einsetzen, die Situation zu verbessern und in dieser sich wandelnden Welt mit neuen Bedrohungen für uns alle näher zusammenzurücken", erklärte er.

Politischer Höhepunkt der Reise dürfte Steinmeiers Rede vor dem Parlament in London am Donnerstag sein - eine seltene Ehre für einen ausländischen Staatsgast. Diese war zuletzt dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei seinem Besuch im Sommer zuteil geworden, US-Präsident Donald Trump hingegen wurde diese Ehre bei seinem Besuch im September nicht zugesprochen.

Am Freitag will Steinmeier dann die englische Stadt Coventry besuchen, die vor 85 Jahren am 14. November 1940 bei stundenlangen Bombenangriffen der deutschen Luftwaffe schwer zerstört wurde. Mehr als 560 Menschen wurden dabei getötet und hunderte verletzt. Im Gedenken an die Opfer wird Steinmeier einen Kranz niederlegen. Er wird zudem mit deutschen und britischen Soldatinnen und Soldaten zusammentreffen.

Der bislang letzte Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten im Vereinigten Königreich fand vor ziemlich genau 27 Jahren im Dezember 1998 statt, damals war Roman Herzog deutsches Staatsoberhaupt und Großbritannien noch Teil der Europäischen Union. Vor fast sechs Jahren verließ Großbritannien mit dem Brexit dann die EU - inzwischen geht das Land unter Premier Starmer wieder stärker auf die EU zu.

Im Juli schlossen Deutschland und Großbritannien mit dem sogenannten Kensington-Vertrag einen deutsch-britischen Freundschaftsvertrag, der die Beziehungen zwischen beiden Ländern in den kommenden Jahrzehnten prägen soll.

Steinmeiers Reise folgt auf den Deutschlandbesuch von König Charles III. im März 2023, es war dessen erster Staatsbesuch im Ausland nach seiner Thronbesteigung. Damals hielt Charles als erster britischer Monarch eine Rede vor dem Bundestag.

Ch.McDonald--EWJ

Empfohlen

Möglicherweise Hautstück von ausgebüxter Würgeschlange in Hessen entdeckt

Ein gefundenes Stück Schlangenhaut hat im hessischen Brachttal einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Haut stamme möglicherweise von einem ausgebüxten Königspython, teilten die Beamten am Mittwoch in Offenbach mit. Demnach entdeckte eine Anwohnerin das Stück Haut am Dienstag auf ihrem Grundstück und rief die Polizei.

Sprung ins Wasser: Polizist rettet Zwergpudel auf Hafenbecken in Rheinland-Pfalz

Ein Polizist hat in Ludwigshafen einen Zwergpudel aus einem Hafenbecken im Rhein gerettet. Wie die örtliche Polizei mitteilte, war der Besitzer zweier Zwergpudel am Dienstag in der rheinland-pfälzischen Stadt spazieren, als sich einer der Hunde los riss und davon lief. Mehrere Polizisten suchten daraufhin nach dem ausgebüxten Hund.

Spanische Fußballnationalmannschaft nach WM-Sieg begeistert in Madrid empfangen

Die spanische Fußballnationalmannschaft ist nach ihrem WM-Titelgewinn mit Begeisterung in der Heimat empfangen worden. Die Fußballer fuhren am Montagabend im offenen Doppeldecker durch die Straßen der spanischen Hauptstadt Madrid, wo ihnen zehntausende Fans mit rot-gelben Spanien-Flaggen zujubelten. "Reyes del Mundo" stand auf dem Bus - "Könige der Welt".

Fußball-Weltmeister Spanien: Mannschaft zu Siegesfeiern in Madrid eingetroffen

Nach ihrem Titelgewinn bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist die spanische Nationalmannschaft in die Heimat zurückgekehrt. Ihre Maschine aus den USA landete am frühen Montagnachmittag auf dem Flughafen Barajas von Madrid - mit einer kleinen spanischen Fahne auf dem Cockpit. Als erste verließen Trainer Luis de la Fuente sowie Mannschaftskapitän Rodrigo Hernandez (Rodri) das Flugzeug. Mit der Medaille um den Hals hielt Rodri den WM-Pokal in die Höhe.

Textgröße ändern: