English Woman's Journal - Höchster Verdienstorden an Merkel - Steinmeier ehrt "beispiellose" Politikerin

Höchster Verdienstorden an Merkel - Steinmeier ehrt "beispiellose" Politikerin


Höchster Verdienstorden an Merkel - Steinmeier ehrt "beispiellose" Politikerin
Höchster Verdienstorden an Merkel - Steinmeier ehrt "beispiellose" Politikerin / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) den höchsten deutschen Verdienstorden verliehen und sie als "beispiellose Politikerin" gewürdigt. Als Naturwissenschaftlerin aus Ostdeutschland habe sich Merkel "ohne Vorbilder und ohne Seilschaften ihren Weg durchs parteipolitische Unterholz suchen und bahnen" müssen, sagte Steinmeier am Montag in Berlin. Der Orden gelte den "herausragenden" Verdiensten der Altkanzlerin um Deutschland. Diese bedankte sich bei der Zeremonie bei früheren Weggefährten.

Textgröße ändern:

Merkel erhielt aus Steinmeiers Händen das "Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in besonderer Ausführung". Dieses war zuvor nur zweimal vergeben worden: an die früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer und Helmut Kohl.

Steinmeier sprach von "drei herausragenden Fähigkeiten" Merkels: Diese seien das "Beharren auf Fakten", "die Kunst des Verhandelns und die Fähigkeit zum Kompromiss" sowie die "Unbeirrbarkeit", mit der Merkel "ganz grundsätzliche Prinzipien unseres Staates" hochgehalten habe. Hinzu komme die Fähigkeit, auch Fehler anzuerkennen und zu korrigieren.

"Vielleicht mögen das manche als Schwäche gesehen haben", sagte Steinmeier. "Aber es ist doch genau umgekehrt: Es ist eine Stärke, dass Sie diese Kraft zur Selbstkorrektur vorgelebt haben." Auch dies mache "die Größe Ihrer Kanzlerschaft aus und war auch ein Grund für die Dauer Ihrer Amtszeit".

Merkel dankte in ihrer Rede bei der Verleihung früheren Weggefährtinnen und Weggefährten. Anwesend waren im Schloss Bellevue unter anderen die frühere Bundesbildungsministern Annette Schavan und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die unter Merkel verschiedene Bundesministerien geführt hatte. Beide Frauen hätten ihr geholfen, "durch dick und dünn" zu gehen, sagte Merkel.

Auch ihre früheren Kanzleramtschefs - Thomas de Maizière, Ronald Pofalla, Peter Altmaier und Helge Braun - waren zugegen. "Man kann sagen, keiner hat's länger als vier Jahre ausgehalten", sagte Merkel. "Es ist ein Knüppeljob." Sie dankte den vier Männern für ihre "unglaubliche Loyalität".

Zu den weiteren Anwesenden, die von Merkel jeweils einzeln angesprochen wurden, zählten ihr einstiger Regierungssprecher Steffen Seibert und ihre frühere enge Beraterin Eva Christiansen. Auch der Schauspieler Ulrich Matthes, ein Freund von Merkel, war zugegen, außerdem der frühere Trainer der Fußballnationalmannschaft der Männer, Jürgen Klinsmann. "Der passt nicht so ganz ins Konzept, denn besonders sportlich bin ich nicht", sagte Merkel. Sie hätten einander aber "nie aus den Augen verloren".

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) war bei der Ordensverleihung dabei. Merkel bedauerte, dass ihre verstorbenen Eltern die Veranstaltung nicht miterleben konnten. Anwesend waren ihr Bruder, ihre Schwester, ihr Ehemann Joachim Sauer und dessen Sohn. Ihr Mann habe in ihrer Amtszeit "vieles auszuhalten" gehabt, sagte Merkel. Insgesamt stünden die geladenen Gäste dafür, "dass ganz viele Menschen dazugehören, wenn man 16 Jahre Bundeskanzlerin ist".

Bei der Zeremonie waren keine Mitglieder der aktuellen CDU-Spitze dabei. Der Parteivorsitzende Friedrich Merz war früher ein scharfer innerparteilicher Konkurrent Merkels. Er sagte auf einer Pressekonferenz am Montagnachmittag, es sei die "souveräne Entscheidung" der Altkanzlerin, wen sie zu der Veranstaltung einlade.

An der Ordensvergabe an Merkel hatte es im Vorfeld Kritik auch aus der CDU gegeben. Parteivize Carsten Linnemann sagte in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv, es sei offenkundig, dass Merkel "große Verdienste hat, gerade international". Sie habe aber "auch Fehler gemacht, sogar eklatante".

FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschlands (RND), am Ende von Merkels Amtszeit sei "unser Land in keinem guten Zustand" gewesen. Linke-Chef Martin Schirdewan sagte dem RND, Merkels Bilanz sei "zwiespältig und bedarf eher einer kritischen Aufarbeitung als einer Auszeichnung".

A.Wallace--EWJ

Empfohlen

Teenager und bald Eton-Schüler: Britischer Prinz George feiert 13. Geburtstag

Endlich Teenager, aber auch mehr royale Pflichten: Prinz George, der älteste Sohn des britischen Thronfolgers William und seiner Frau Kate, ist am Mittwoch 13 Jahre alt geworden. Der Kensington-Palast veröffentlichte ein Bild des jungen Prinzen, auf dem zu sehen ist, wie sein Großvater, König Charles III., und dessen Frau, Königin Camilla, dem jungen Royal zum Geburtstag gratulieren. Auf den Prinzen kommen nun einige Veränderungen zu.

Moderator Thomas Gottschalk ist nach Krebserkrankung vorsichtig optimistisch

Der Moderator und Entertainer Thomas Gottschalk blickt nach seiner Krebserkrankung vorsichtig optimistisch in die Zukunft. "Ich bin auf dem Weg zurück ins Leben", sagte der 76-Jährige der Illustrierten "Bunte" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. "Die Therapien schlagen an, die Werte werden zunehmend besser", fügte er hinzu.

Möglicherweise Hautstück von ausgebüxter Würgeschlange in Hessen entdeckt

Ein gefundenes Stück Schlangenhaut hat im hessischen Brachttal einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Haut stamme möglicherweise von einem ausgebüxten Königspython, teilten die Beamten am Mittwoch in Offenbach mit. Demnach entdeckte eine Anwohnerin das Stück Haut am Dienstag auf ihrem Grundstück und rief die Polizei.

Karbon-X erhält Auftrag zur technischen Beratung für ein naturbasiertes CO₂-Projekt in Libyen

Der erste Auftrag erweitert das internationale Projektentwicklungsportfolio des Unternehmens durch technische Beratungsleistungen zur Unterstützung der Konzeption und Optimierung eines geplanten naturbasierten CO₂-Projekts.

Textgröße ändern: