English Woman's Journal - Bei Test von abgeschalteten Atomreaktor in Frankreich läuft Kühlwasser aus

Bei Test von abgeschalteten Atomreaktor in Frankreich läuft Kühlwasser aus


Bei Test von abgeschalteten Atomreaktor in Frankreich läuft Kühlwasser aus
Bei Test von abgeschalteten Atomreaktor in Frankreich läuft Kühlwasser aus / Foto: Guillaume SOUVANT - AFP/Archiv

Im derzeit abgeschalteten französischen Atomkraftwerk Civaux ist bei einem Test des Kühlkreislaufs Wasser in einem Reaktor ausgelaufen. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage oder die öffentliche Gesundheit, betonte der Betreiber EDF am Dienstag. Ob durch den Vorfall das Wiederhochfahren des Reaktors verzögert werde, sei noch nicht absehbar.

Textgröße ändern:

Bei dem Test Anfang November sei aus einer undichten Stelle Dampf ausgetreten, so dass es in einem Raum innerhalb des Reaktors zu einer Überschwemmung gekommen sei, erklärte EDF. Laut der Zeitung "Libération" wurde durch den Druck eine vier Meter lange radioaktive Metallröhre durch die Luft geschleudert. Diese solle nun mit einem Roboter aus dem Gebäude geholt werden.

"Es ist eindeutig, dass eine erneute Inbetriebnahme Anfang Januar nicht mehr möglich ist", schreibt "Libération" unter Berufung auf Experten. Das Atomkraftwerk von Civaux ist wegen der Zehn-Jahres-Überholung seit August 2021 abgeschaltet. Es sollte eigentlich am 8. Januar 2023 wieder ans Netz gehen.

Der Zwischenfall habe nichts mit den Korrosionsproblemen zu tun, deretwegen mehrere Atomkraftwerke derzeit abgestellt seien, betonte EDF. Die feinen Risse an Schweißnähten seien in einem der beiden Reaktoren in Civaux bereits repariert.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte EDF gemahnt, bis Ende Februar wieder alle Reaktoren zum Laufen zu bringen. Derzeit sind wegen Wartungsarbeiten und technischer Probleme nur 30 von 56 Reaktoren am Netz.

Deswegen hat EDF Anfang November erneut seine Stromprognose gesenkt. Das Unternehmen rechnet nur noch mit einer Jahresproduktion von 275 bis 285 Terawattstunden, ein historischer Tiefstand. Ursprünglich hatte die Prognose bei 330 bis 360 Terawattstunden gelegen. EDF hat sie bereits mehrfach nach unten korrigiert.

Deutschland hat Frankreich daher für diesen Winter Stromlieferungen zugesagt und erhält dafür im Gegenzug Gas aus Frankreich. Der französischer Netzbetreiber RTE hat für den Winter schon vor möglicher Stromknappheit zu den Hauptverbrauchszeiten gewarnt.

K.Marshall--EWJ

Empfohlen

Bericht: Bundesumweltministerium streicht zeitliches Ziel für Atommüllendlager

Das Bundesumweltministerium nennt kein zeitliches Ziel mehr für die Entscheidung über das geplante Atommüllendlager. Das geht aus einem Referentenentwurf hervor, der dem Deutschlandfunk am Mittwoch vorlag. Darin ist das ursprüngliche Zieljahr 2031 ersatzlos gestrichen. Dieses habe sich als nicht realistisch erwiesen, heißt es zur Begrünung. Eine gesetzliche Frist sei nicht mit den Anforderungen an das Auswahlverfahren für den bestmöglichen Standort kompatibel.

Stadtbäume können im Sommer mehr CO2 aufnehmen als Autos ausstoßen

Stadtbäume können im Sommer mehr Kohlendioxid aufnehmen, als Autos ausstoßen. Das fanden Forscher bei Tests in München heraus, wie die Technische Universität (TU) München am Dienstag berichtete. Im Jahresdurchschnitt können etwa zwei Prozent der städtischen Emissionen des Treibhausgases durch die Vegetation kompensiert werden. Stadtbäume erzielen dabei die größte Wirkung, Grasflächen hingegen setzen oft unter dem Strich mehr CO2 in die Atmosphäre frei, als sie aufnehmen.

Indien und Kanada unterzeichnen Vereinbarung über Seltene Erden und Uran

Indien und Kanada haben eine Reihe von Vereinbarungen unterzeichnet, unter anderem über die Zusammenarbeit in den Bereichen Seltene Erden und Uran. Der kanadische Premierminister Mark Carney traf am Montag in Neu Delhi seinen indischen Kollegen Narendra Modi. Bei dieser Gelegenheit unterzeichnete Abkommen decken auch den Technologiesektor und die Förderung erneuerbarer Energien ab.

Protest gegen Atomgeschäfte mit Russland: Greenpeace blockiert Frachter in Frankreich

Bei einer Protestaktion gegen französische Atomgeschäfte mit Russland sind vier Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace in Frankreich in Polizeigewahrsam genommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft Dünkirchen am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, handelt es sich bei den Aktivisten um drei Frauen und einen Mann aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Die Behörden leiteten demnach ein Ermittlungsverfahren ein.

Textgröße ändern: