English Woman's Journal - Britische Regierung genehmigt umstrittene Förderung in Nordsee-Gasfeld

Britische Regierung genehmigt umstrittene Förderung in Nordsee-Gasfeld


Britische Regierung genehmigt umstrittene Förderung in Nordsee-Gasfeld
Britische Regierung genehmigt umstrittene Förderung in Nordsee-Gasfeld / Foto: Handout - Adura/AFP

Die britische Regierung hat ein umstrittenes Gasprojekt in der Nordsee genehmigt. Die Ausbeutung des Gasfelds Jackdaw etwa 240 Kilometer östlich der schottischen Stadt Aberdeen werde "hunderte Arbeitsplätze schützen und dabei helfen, dass Millionen von Haushalten in diesem Winter warm bleiben", erklärte der britische Premier Andy Burnham von der Labour-Partei am Mittwoch. Während die Industrie die Erlaubnis begrüßte, kritisierten Umweltschützer, dass die Förderung den CO2-Ausstoß erhöhe.

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Viele Menschen hätten in diesen Zeiten "wirklich zu kämpfen, erklärte Burnham weiter. Daher sei es "richtig, verantwortungsbewusst zu prüfen", wie die vorhandenen Energiereserven in Großbritannien bestmöglich genutzt werden könnten. Die Regierung setze sich weiter dafür ein, auf Erneuerbare Energien umzusteigen. "Doch selbst mit unserem ehrgeizigen Klimakurs werden wir noch über Jahrzehnte hinweg Öl und Gas als Teil unseres Energiebedarfs benötigen", fuhr Burnham fort. "Deshalb verfolgen wir in Bezug auf die Nordsee einen pragmatischen Ansatz."

Nach Regierungsangaben kann das geförderte Gas schon Ende des Monats geliefert werden. Vor Ort sei "die gesamte Infrastruktur vorhanden, alle Bohrlöcher sind gebohrt", sagte Matt Cooper, Analyst von der Beratungsfirma Rystad Energy der AFP.

Das Projekt spaltet Burnhams Labour-Partei. Eines ihrer Versprechen beim Amtsantritt des früheren Premiers Keir Starmer im Jahr 2024 war es, keine weiteren, neuen Lizenzen für Öl- und Gasförderung in der Nordsee zu erteilen. So sollte das Land weg von fossilen Energien gelenkt werden und hin zu Erneuerbaren.

Die Befürworter der Bohrungen in der Nordsee verweisen darauf, dass weder Jackdaw noch das Rosebank-Feld westlich der Shetland-Inseln, in dem hauptsächlich Ölvorkommen schlummern, neue Projekte seien. In der Regierungszeit der konservativen Tories hatte die zuständige Behörde bereits Konzernen die Lizenzen erteilt.

In der Folge wurden die beiden Felder allerdings zum Gegenstand eines längeren Gerichtsstreits. Im vergangenen Jahr entschied ein schottisches Gericht schließlich, dass die Lizenzen die indirekten Treibhausgasemissionen nicht berücksichtigt hätten - die Konzerne müssten also erneut einen Antrag auf Genehmigung stellen.

Das Unternehmen Adura, das beide Felder managt, erklärte, die beiden Felder könnten sechs Prozent der britischen Gasproduktion in der Nordsee ausmachen und für tausende Jobs sorgen. Kritiker der Projekte sagen allerdings, dass die Verbraucher in Großbritannien keinen Unterschied auf ihren Rechnungen sehen würden, weil Öl- und Gaskosten von den Weltmarktpreisen bestimmt würden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace erklärte, die Genehmigung zeige, welchen Einfluss die "Lobbyisten der fossilen Brennstoffindustrie nach wie vor auf unsere Energiepolitik ausüben". "Wahrer Pragmatismus bedeutet, unsere Abhängigkeit von teurem Öl und Gas zu beenden, das britische Haushalte in den Ruin treibt, extreme Wetterereignisse verstärkt und unsere Energiesicherheit der Willkür der Ölstaaten ausliefert", erklärte Ami McCarthy von der Organisation.

Die Entscheidung über eine Genehmigung für Bohrungen am Rosebank-Feld wird nach Angaben der britischen Energieministerin Miatta Fahnbulleh zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.

B.Mclean--EWJ

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