Nächster IPCC-Bericht: Chef des Weltklimarats drängt zu schneller Einigung bei Termin
Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen über den Zeitplan für den nächsten großen Sachstandsbericht strebt der Weltklimarat (IPCC) eine rasche Einigung an. Einen Konsens zu erzielen, sei "entscheidend", sagte der Chef des Weltklimarats, Jim Skea, am Montag. Das Gremium der Vereinten Nationen ist die maßgebliche Instanz für Klimawissenschaft.
Der Weltklimarat hatte seine jüngsten Beratungen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba am Freitag nach einer Woche ausgesetzt. Viele der fast 200 Mitgliedstaaten plädieren für eine Veröffentlichung des Berichts rechtzeitig vor dem UN-Klimagipfel 2028. Einige IPCC-Mitglieder, darunter Saudi-Arabien, Indien und China, argumentieren, dass mehr Zeit benötigt werde, um Erkenntnisse und Daten aus Entwicklungsländern einzuarbeiten. Sie sprechen sich für eine Veröffentlichung erst im Jahr 2029 aus.
Skea zufolge helfen die IPCC-Berichte dabei, "das Ausmaß der Klimarisiken und die Dringlichkeit von Minderung, Anpassung und internationaler Zusammenarbeit zu vermitteln". Nach seinen Angaben mussten viele Delegationen - vor allem kleinerer, vom Klimawandel besonders betroffener Nationen - aus Addis Abeba abreisen, weil das Treffen länger dauerte als geplant.
Es sei jedoch wichtig, dass alle Mitglieder des Weltklimarats an den Beratungen teilnähmen, um sicherzustellen, dass die Bewertungen des Gremiums zum Zustand des Planeten "solide und repräsentativ" seien und den Bedürfnissen aller Länder entsprächen, betonte Skea.
Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wurde 1988 gegründet. Seine Aufgabe ist es, die Politik neutral über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel und mögliche Gegenmaßnahmen zu informieren. Dazu werden regelmäßig umfangreiche Sachstandsberichte erstellt, für die tausende Klimawissenschaftler ihre Erkenntnisse zusammenführen. Sie werden normalerweise alle fünf bis sieben Jahre veröffentlicht. Der letzte erschien 2021.
E.Brwon--EWJ