English Woman's Journal - Fachstelle Wolf empfiehlt in Sachsen verstärkten Schutz von Weidetieren

Fachstelle Wolf empfiehlt in Sachsen verstärkten Schutz von Weidetieren


Fachstelle Wolf empfiehlt in Sachsen verstärkten Schutz von Weidetieren
Fachstelle Wolf empfiehlt in Sachsen verstärkten Schutz von Weidetieren

Die Zahl der Wolfsübergriffe auf Weidetiere steigt in Sachsen saisonbedingt an. In drei Vierteln der zuletzt bewerteten Schadensfälle waren die Herden nach Behördenangaben nicht ausreichend geschützt.

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Die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie rät Tierhaltern, den Schutz ihrer Herden zu überprüfen und bei Bedarf zu verstärken. Im Spätsommer nimmt die Zahl der Übergriffe auf Weidetiere erfahrungsgemäß zu.

Das Schadensgeschehen folgt nach Angaben der Fachstelle einem deutlich saisonalen Verlauf. In der zweiten Jahreshälfte werden regelmäßig mehr Nutztierrisse gemeldet als in den ersten sechs Monaten. Auch die aktuellen Zahlen zeigen diesen Anstieg.

Von insgesamt 45 untersuchten Schadensfällen wurde der Wolf bislang in 31 Fällen als Verursacher bestätigt. Bei rund drei Vierteln der betroffenen Herden waren die festgelegten Mindestanforderungen an den Schutz nicht erfüllt. Die Behörde empfiehlt deshalb, Zäune und weitere Sicherungen regelmäßig zu kontrollieren.

Ein Schwerpunkt liegt derzeit im Schönfelder Hochland bei Dresden. Dort wurden zuletzt sechs Wolfsübergriffe registriert. In fünf dieser Fälle entsprachen die Schutzmaßnahmen nicht den Mindestkriterien. Der Bereich wird deshalb besonders beobachtet.

Geeignete Maßnahmen können das Risiko nach Einschätzung der Fachstelle deutlich verringern. Welche Sicherung sinnvoll ist, hängt von Gelände, Tierart und Haltungsform ab. Bei Schafen und Ziegen spielen ausreichend hohe, unter Spannung stehende Elektrozäune sowie ein lückenloser Abschluss zum Boden eine wichtige Rolle.

Sachsen fördert vorbeugende Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe zu 100 Prozent. Grundlage ist die Förderrichtlinie „Natürliches Erbe“. Tierhalter können zudem eine kostenfreie Beratung der Fachstelle Wolf in Anspruch nehmen, unabhängig davon, ob sie ihre Tiere haupt- oder nebenberuflich halten.

Die saisonale Zunahme hängt auch mit der Biologie der Wölfe zusammen. Im Frühjahr und Frühsommer versorgen die Rudel ihre Welpen. Gleichzeitig ist natürliche Beute in dieser Zeit leichter verfügbar. Gegen Ende des Sommers sind wildlebende Beutetiere körperlich weiter entwickelt und schwerer zu erlegen.

Unzureichend geschützte Weidetiere können dann leichter erreichbar sein, insbesondere Schafe und Ziegen. Entsprechende Erfahrungen aus den vergangenen Jahren spiegeln sich in den höheren Schadenszahlen der zweiten Jahreshälfte.

Zur natürlichen Hauptbeute des Wolfs gehören mittelgroße bis große wildlebende Huftiere. Kleinere Säugetiere und Hasenartige spielen eine untergeordnete Rolle. Nutztiere machen nach Angaben der Fachstelle nur etwa ein bis zwei Prozent der Nahrung aus.

Die Behörde verbindet den Hinweis auf den geringen Anteil von Nutztieren mit dem Appell, vermeidbare Übergriffe durch fachgerechte Sicherung zu verhindern. Eine rechtzeitige Kontrolle der Schutzvorrichtungen ist besonders in der aktuellen Saison entscheidend.

Ch.McDonald--EWJ

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