English Woman's Journal - UN-Klimaexperten erachten Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze als unumgänglich

UN-Klimaexperten erachten Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze als unumgänglich


UN-Klimaexperten erachten Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze als unumgänglich
UN-Klimaexperten erachten Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze als unumgänglich / Foto: ROMAIN PERROCHEAU - AFP/Archiv

Experten der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass eine Erderwärmung von mehr als 1,5 Grad zumindest vorübergehend unumgänglich ist. In einem Bericht des Umweltprogramms Unep hieß es am Mittwoch erstmals unmissverständlich, dass die markante Grenze überschritten werde. Die Herausforderung habe sich von der "Vermeidung eines Überschreitens zu dessen Bewältigung verlagert".

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Die Experten sprechen von einem "Weckruf" und "Realitätscheck". "Wir müssen mit dieser wärmeren Welt leben, aber es gibt noch vieles, was wir tun können, um die Erwärmung zu begrenzen", sagte der Mitautor des Berichts, Richard Betts von der Universität Exeter. Politische Entscheidungsträger müssten erkennen, dass sich die Spielregeln geändert hätten, betonte Ko-Autorin Debra Roberts. Die Klimapolitik müsse nun so umgestaltet werden, dass mit dem Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze umgegangen werden könne. "Keiner unserer Pläne bereitet darauf vor."

Wissenschaftler sind sich einig, dass eine globale Erderwärmung von durchschnittlich mehr als 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit gravierende Risiken birgt. Es drohen Wetterextreme und ein massives Artensterben.

Fast 200 Staaten haben sich deshalb bei der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris dazu verpflichtet, den Anstieg auf dieses Ziel zu begrenzen. Allerdings wurde die Marke von 1,5 Grad in den vergangenen drei Jahren bereits überschritten. Grund für den globalen Anstieg der Temperaturen ist vor allem die Emission von Treibhausgasen durch das Verbrennen fossiler Energieträger.

Klimaschützer warnten angesichts des Unep-Berichts vor Resignation. Dies sei "kein Grund, aufzugeben und das 1,5-Grad-Ziel preiszugeben", sagte etwa Greenpeace-Programmleiter Jasper Inventor. Klimawissenschaftler Bill Hare kritisierte, der Bericht laufe Gefahr, "ein Aufruf zur Apathie statt ein Aufruf zu den Waffen" zu werden.

F.Stewart--EWJ

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