English Woman's Journal - COP31-Verhandlungsführer: "Wir müssen von den fossilen Brennstoffen wegkommen"

COP31-Verhandlungsführer: "Wir müssen von den fossilen Brennstoffen wegkommen"


COP31-Verhandlungsführer: "Wir müssen von den fossilen Brennstoffen wegkommen"
COP31-Verhandlungsführer: "Wir müssen von den fossilen Brennstoffen wegkommen" / Foto: Sebastian Elias Uth - Ritzau Scanpix/AFP/Archiv

Der Iran-Krieg hat nach Einschätzung des Verhandlungsführers des kommenden UN-Klimagipfels COP31 noch einmal die Notwendigkeit einer Abkehr von den fossilen Energien verdeutlicht. "Wir müssen von den fossilen Brennstoffen wegkommen", sagte der australische Klimaschutz- und Energieminister Chris Bowen der Nachrichtenagentur AFP während der UN-Klimagespräche in Bonn, die der Vorbereitung der COP31 dienen. Der UN-Klimagipfel soll im November im türkischen Antalya abgehalten werden, wird aber von der Türkei gemeinsam mit Australien ausgerichtet.

Textgröße ändern:

Bowen wird einer Vereinbarung zufolge die Verhandlungen in Antalya leiten, da sich Australien ebenfalls als Austragungsort beworben hatte. Er warnte, die weltweite Sorge um die Energieversorgung angesichts der neu aufgeflammten Kämpfe im Nahen Osten zeigten abermals die Risiken der Abhängigkeit von fossilen Energien auf. "Die gute Nachricht ist: Die Antworten auf die kurzfristigen und auf die langfristigen Krisen sind letztlich die gleichen", sagte Bowen AFP. Es gelte, sich von der Abhängigkeit von einer Energiequelle zu lösen, die "immer unzuverlässiger" werde.

Bei der vergangenen UN-Klimakonferenz in Brasilien hatten sich die Teilnehmer nicht auf einen gemeinsamen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien einigen können. Im April hatten sich deshalb auf Einladung Kolumbiens und der Niederlande Regierungsvertreter aus mehr als 50 Staaten in der kolumbianischen Hafenstadt Santa Marta versammelt, um außerhalb des UN-Rahmens über den globalen Ausstieg aus den Fossilen zu beraten.

Bowen wertete das Treffen in Santa Marta AFP gegenüber als "einen positiven Beitrag". Eine Übereinstimmung könne in Antalya nur durch "harte Arbeit" erreicht werden, sagte er. Das oft kritisierte Konsens-Modell der UN-Klimakonferenzen, bei dem wenige Länder eine Einigung blockieren könnten, werde sich nicht ändern.

"Ich habe diesen Job nicht übernommen, weil ich dachte, es wird einfach, ich bin nicht für die einfachen Dinge gekommen. Ich habe den Job übernommen, weil er schwierig ist", sagte Bowen, der schon die vergangenen vier UN-Klimakonferenzen als Minister der australischen Regierung begleitet hatte.

Australien gehört nach wie vor zu den weltgrößten Produzenten und Exporteuren von Erdgas und Kohle, ist zugleich aber abhängig von Treibstoff-Importen. Darauf angesprochen sagte Bowen, jedes Land habe "ein Profil" in Bezug auf fossile Energien. "Wir sitzen alle im selben Boot."

N.Steward--EWJ

Empfohlen

Hitzewelle in Frankreich: Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich hat der Kraftwerkbetreiber EDF das südfranzösische Atomkraftwerk Golfech heruntergefahren. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte EDF am Dienstag mit. Das Wasser im Fluss Garonne droht, den Grenzwert von 28 Grad zu überschreiten. Das Atomkraftwerk nutzt das Wasser des Flusses, um die Reaktoren zu kühlen und leitet es erwärmt in den Fluss zurück.

Verbände: Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen bringt 20 Milliarden Euro

Ein Bündnis von BUND, Klima-Allianz Deutschland und Auto Club Europa (ACE) fordert von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), auf den Neubau zusätzlicher Autobahnen und Bundesstraßen zu verzichten und einen "klaren Fokus auf den Erhalt" zu setzen. Der Verzicht auf neue Autobahnen und Bundesstraßen berge ein Einsparpotenzial von 20 Milliarden Euro, erklärten die Verbände am Dienstag. Das zeige eine Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

Hitzewelle in Europa: Schulen geschlossen und Züge gestrichen

Die Hitzewelle hat Europa weiter fest im Griff - an mehreren Orten kletterte das Thermometer am Montag auf über 40 Grad. In Frankreich galt für mehr als die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot. Die französischen Behörden meldeten mehrere Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle. In Frankreich und Belgien wurden wegen der Hitze Züge gestrichen, auch für England galten Hitzewarnungen. Mit Abkühlung wird erst für Ende der Woche gerechnet.

Massive ukrainische Angriffe auf die Krim - Russische Behörden stellen Treibstoffverkauf ein

Nach massiven ukrainischen Angriffen auf die von Russland besetzte Halbinsel Krim ist der Verkauf von Treibstoff dort nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden eingestellt worden. Seit 9.00 Uhr (Ortszeit, 8.00 Uhr MESZ) werde kein Treibstoff mehr verkauft, teilte Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag mit. Bei den Angriffen wurden Aksjonow zufolge vier Menschen getötet und 28 weitere verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von Angriffen auf beiden Seiten der Krim-Brücke, die das russische Festland und die Halbinsel verbindet.

Textgröße ändern: