English Woman's Journal - EU hofft auf baldigen Abschluss eines Handelsabkommens mit Australien

EU hofft auf baldigen Abschluss eines Handelsabkommens mit Australien


EU hofft auf baldigen Abschluss eines Handelsabkommens mit Australien
EU hofft auf baldigen Abschluss eines Handelsabkommens mit Australien / Foto: Axel Heimken - AFP/Archiv

Nach Handelsverträgen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten und Indien hofft die EU auf den baldigen Abschluss eines weiteren Abkommens mit Australien. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und Agrarkommissar Christophe Hansen empfangen nach Kommissionsangaben am kommenden Donnerstag ein australisches Verhandlungsteam in Brüssel. Der Abschluss könnte in den Wochen danach folgen.

Textgröße ändern:

Die Verhandlungen laufen noch. Einer der Streitpunkte ist australisches Rindfleisch: Australien fordert eine Quote von 40.000 Tonnen pro Jahr für die zollfreie Einfuhr, die EU will ihre Landwirte vor der Konkurrenz schützen und zieht nach derzeitigem Stand eine rote Linie bei 30.000 Tonnen.

Vor allem in Frankreich ist das heikel, die Bauern dort protestieren aus ähnlichen Gründen seit Monaten gegen das Abkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten. Der europäische Bauernverband Copa-Cogeca verwies auf "den kumulativen Effect mehrerer Handelsabkommen", die europäische Bauern unter Druck setzten.

Die seit 2018 andauernden Gespräche mit Australien waren 2023 schon einmal wegen des Streits um Rind- und Schaffleisch gescheitert. Bislang exportiert das Land vor allem Gemüse und wichtige Rohstoffe nach Europa, darunter Lithium, Kobalt, Wasserstoff und Seltene Erden. Die EU liefert nach Kommissionsangaben insbesondere Maschinen, Chemikalien und Bauteile für den Verkehrssektor nach Australien.

Das geplante Abkommen soll eine Reihe von Zöllen abschaffen und den Handel mit Dienstleistungen erleichtern. Europäische Firmen hoffen zudem auf einen besseren Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen in Australien. Die EU-Kommission pocht in den Verhandlungen nach eigenen Angaben zudem auf Zusagen zum Klima- und Umweltschutz.

Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) drängte am Donnerstag auf eine rasche Einigung. Er wünsche sich einen "zügigen" Abschluss, "wenn es nach mir geht so schnell wie möglich", sagte er am Donnerstag nach einem Treffen mit seiner australischen Amtskollegin Peggy Wong in Canberra.

Für Deutschland sei Australien ein wichtiger Partner bei der Diversifizierung seiner Lieferketten, sagte Wadephul weiter. Deutschland habe "großes Interesse" daran, die Zusammenarbeit im Rohstoffbereich weiter auszubauen. Damit könnte die deutsche Industrie unabhängiger von Rohstoffen aus China werden.

L.Ross--EWJ

Empfohlen

Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems"

Dem Great Barrier Reef in Australien drohen nach Einschätzung von Wissenschaftlern unter dem Einfluss des diesjährigen Klimaphänomens El Niño eine extreme und weitflächige Korallenbleiche und ein "Kollaps des Ökosystems". Der "extreme El Niño" stelle ein erhebliches Problem dar, warnte am Dienstag Morgan Pratchett, Meeresschutz-Experte von der James Cook University in Queensland, bei dem Internationalen Korallenriff-Symposium im neuseeländischen Auckland.

Bundespräsident Steinmeier empfängt aserbaidschanischen Präsidenten Alijew

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag seinen Amtskollegen aus Aserbaidschan, Ilham Alijew, zu einem Gespräch empfangen. Anschließend will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Alijew über Energie- und Rohstofffragen und den Friedensprozess mit Armenien beraten. Geplant ist auch die Unterzeichnung eines Vertrags, dessen Inhalt noch bekanntgegeben werden soll. Alijew sollte gegen Mittag vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren begrüßt werden.

Waldbrände im Amazonas-Regenwald 2025 auf tiefstem Stand seit Jahrzehnten

Die Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet sind 2025 auf ein historisches Tief zurückgegangen. Insgesamt brannten gut drei Millionen Hektar ab, die bislang kleinste Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen 1983, wie das Überwachungsnetzwerk MapBiomas am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr waren knapp 16 Millionen Hektar abgebrannt, das war der bisherige Höchststand.

Brüssel schlägt Lockerungen für EU-Regeln für Gas- und Ölimporte vor

Die EU-Kommission hat den 27 EU-Ländern vorgeschlagen, bei der für Januar 2027 vorgesehen Verschärfung der Importregeln für Öl und Gas vorerst auf Bußgelder zu verzichten. "Den Mitgliedstaaten wird empfohlen, Sanktionen wegen Nichteinhaltung für drei Jahre auszusetzen, um Versorgungsunterbrechungen zu vermeiden", erklärte die Brüsseler Behörde am Montag. Die sogenannte Methanverordnung soll verhindern, dass klimaschädlich geförderte fossile Brennstoffe nach Europa eingeführt werden.

Textgröße ändern: