English Woman's Journal - Studie: CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen erreichen 2025 neuen Höchstwert

Studie: CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen erreichen 2025 neuen Höchstwert


Studie: CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen erreichen 2025 neuen Höchstwert
Studie: CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen erreichen 2025 neuen Höchstwert / Foto: Olivier MORIN - AFP/Archiv

Die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe werden Wissenschaftlern zufolge in diesem Jahr einen neuen Höchstwert erreichen. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Global Carbon Project werden in diesem Jahr voraussichtlich 38,1 Milliarden Tonnen Kohlendioxid durch die Nutzung von Kohle, Öl und Gas ausgestoßen - ein Anstieg um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit werde es nahezu "unmöglich", die Erderwärmung auf weniger als 1,5 Grad zu begrenzen. Der Anstieg von 1,1 Prozent ist den Wissenschaftlern zufolge alarmierend.

Textgröße ändern:

In den vergangenen zehn Jahren habe der jährliche Anstieg im Schnitt 0,8 Prozent betragen, heißt es in der Studie. Die Kohlenstoffemissionen sind demnach zehn Prozent höher als 2015, dem Jahr des Pariser Klimaabkommens.

Das Paris-Abkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen, vorzugsweise auf 1,5 Grad. Die derzeitigen nationalen Klimaziele reichen dafür aber bei weitem nicht aus und mit den USA hat sich der zweitgrößte Treibhausgasemittent der Welt nach der Rückkehr von US-Präsident Donald Trump ins Weiße Haus gleich ganz aus dem Pariser Abkommen verabschiedet.

Obwohl die Emissionen in einigen Ländern rückläufig seien, insbesondere durch den Ausbau erneuerbarer Energien, Elektroautos und weniger Entwaldung, werde "die Welt insgesamt der Herausforderung nicht gerecht", sagte Glen Peters vom Centre for International Climate Research der Nachrichtenagentur AFP.

Die 1,5-Grad-Grenze kann laut der Studie nur eingehalten werden, wenn weltweit nicht mehr als 170 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen werden. Das entspreche beim derzeitigen Ausstoß-Niveau "den Emissionen von vier Jahren, bevor die für die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad vorgesehene Menge aufgebraucht" sei, sagte Studienleiter Pierre Friedlingstein von der britischen Universität Exeter. "Praktisch ist das also unmöglich."

Vor wenigen Wochen warnte die UNO bereits, dass der Klimabeitrag der Länder, kurz NDC, nicht ausreiche, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Selbst bei Einhaltung aller gegenwärtigen Klimaschutzzusagen steuert die Erde Klimaforschern und der UNO zufolge auf eine folgenschwere Erwärmung von 2,3 bis 2,5 Grad bis zum Jahr 2100 zu.

Laut einer neuen Analyse des Projekts Climate Action Tracker (CAT) bewirken die bisher eingereichten nationalen Klimaschutzziele für 2035 keine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad. In seinen am Donnerstag veröffentlichten Berechnungen kommt das CAT-Projekt das vierte Jahr in Folge zu dem Schluss, dass sich die Erde bei Einhaltung aller gegenwärtigen Klimaschutz-Ankündigungen bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 2,6 Grad erwärmen würde.

Derzeit findet im brasilianischen Belém die Weltklimakonferenz statt. Zentrale Themen der COP30 mit ihren rund 50.000 Teilnehmern sind außer der Emissionsminderung die Finanzhilfen für ärmere Länder für Klimaschutz sowie die Anpassung an die Erderwärmung.

R.Sutherland--EWJ

Empfohlen

Reiche gehen Lockerungen der EU-Regeln für Gas- und Ölimporte nicht weit genug

Die von der EU-Kommission geplanten Lockerungen der europäischen Regeln für Gas- und Ölimporte gehen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) noch nicht weit genug. "Die jetzt vorgeschlagene Lösung überzeugt nicht", erklärte Reiche am Dienstag in Berlin. Sie kritisierte, dass die EU an den rechtlichen Vorgaben der sogenannten Methanverordnung festhalten und lediglich auf Bußgelder bei Verstößen zunächst verzichten wolle.

Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems"

Dem Great Barrier Reef in Australien drohen nach Einschätzung von Wissenschaftlern unter dem Einfluss des diesjährigen Klimaphänomens El Niño eine extreme und weitflächige Korallenbleiche und ein "Kollaps des Ökosystems". Der "extreme El Niño" stelle ein erhebliches Problem dar, warnte am Dienstag Morgan Pratchett, Meeresschutz-Experte von der James Cook University in Queensland, bei dem Internationalen Korallenriff-Symposium im neuseeländischen Auckland.

Bundespräsident Steinmeier empfängt aserbaidschanischen Präsidenten Alijew

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag seinen Amtskollegen aus Aserbaidschan, Ilham Alijew, zu einem Gespräch empfangen. Anschließend will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Alijew über Energie- und Rohstofffragen und den Friedensprozess mit Armenien beraten. Geplant ist auch die Unterzeichnung eines Vertrags, dessen Inhalt noch bekanntgegeben werden soll. Alijew sollte gegen Mittag vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren begrüßt werden.

Waldbrände im Amazonas-Regenwald 2025 auf tiefstem Stand seit Jahrzehnten

Die Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet sind 2025 auf ein historisches Tief zurückgegangen. Insgesamt brannten gut drei Millionen Hektar ab, die bislang kleinste Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen 1983, wie das Überwachungsnetzwerk MapBiomas am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr waren knapp 16 Millionen Hektar abgebrannt, das war der bisherige Höchststand.

Textgröße ändern: