English Woman's Journal - Gefahr für die Ärmsten: 900 Millionen Menschen laut UNO von Klima-Schocks bedroht

Gefahr für die Ärmsten: 900 Millionen Menschen laut UNO von Klima-Schocks bedroht


Gefahr für die Ärmsten: 900 Millionen Menschen laut UNO von Klima-Schocks bedroht
Gefahr für die Ärmsten: 900 Millionen Menschen laut UNO von Klima-Schocks bedroht / Foto: Mukesh GUPTA - AFP/Archiv

Knapp 80 Prozent der Ärmsten der Welt und damit fast 900 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben den zunehmenden katastrophalen Folgen des Klimawandels direkt ausgeliefert. "Niemand ist immun gegen die zunehmend häufigen und stärkeren Auswirkungen des Klimawandels wie Dürren, Überflutungen, Hitzewellen und Luftverschmutzung, aber es sind die Ärmsten unter uns, die die härtesten Auswirkungen zu spüren bekommen", sagte der amtierende Leiter des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Haoliang Xu, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Textgröße ändern:

Der Klimawandel bedeute für die Ärmsten eine "doppelte und zutiefst ungerechte Bürde", kritisierte der UNDP-Interimschef. Die UN-Klimakonferenz kommenden Monat im brasilianischen Belém sei daher "der Moment für die Anführer der Welt, Klimaschutzmaßnahmen als Maßnahmen gegen Armut" zu beschließen.

Laut einer Untersuchung, die das UNDP zusammen mit der Oxford-Initiative zu Armut und Entwicklung veröffentlicht, leben 1,1 Milliarde der 6,3 Milliarden Menschen in den 109 untersuchten Staaten in "akuter, multidimensionaler" Armut. Die Hälfte von ihnen sind demnach Kinder und Jugendliche. Zwei besonders stark betroffene Regionen sind dem Bericht zufolge Afrika südlich der Sahara sowie Südasien. Zugleich seien diese Regionen in hohem Maße anfällig für die Auswirkungen der globalen Erwärmung.

Der Bericht verweist auf den Zusammenhang zwischen Armut und vier Umweltrisiken: extreme Hitze, Dürre, Hochwasser und Luftverschmutzung. Arme Familien seien "besonders anfällig für Klima-Schocks, da viele von ihnen von sehr anfälligen Wirtschaftszweigen wie Landwirtschaft und informeller Arbeit", also Jobs ohne formelle Verträge und Absicherung, abhängig seien.

887 Millionen Menschen und damit fast 79 Prozent der in Armut lebenden Menschen sind dem Bericht zufolge mindestens einer der Klima-Gefahren ausgesetzt: Von extremer Hitze sind demnach 608 Millionen Menschen bedroht, bei Luftverschmutzung sind es 577 Millionen, bei Hochwasser 465 Millionen und bei Dürren 207 Millionen Menschen. Wegen der fortschreitenden Erderwärmung würden diese Zahlen voraussichtlich weiter steigen, hieß es.

Ch.Anderson--EWJ

Empfohlen

Bericht: Bundesumweltministerium streicht zeitliches Ziel für Atommüllendlager

Das Bundesumweltministerium nennt kein zeitliches Ziel mehr für die Entscheidung über das geplante Atommüllendlager. Das geht aus einem Referentenentwurf hervor, der dem Deutschlandfunk am Mittwoch vorlag. Darin ist das ursprüngliche Zieljahr 2031 ersatzlos gestrichen. Dieses habe sich als nicht realistisch erwiesen, heißt es zur Begrünung. Eine gesetzliche Frist sei nicht mit den Anforderungen an das Auswahlverfahren für den bestmöglichen Standort kompatibel.

Stadtbäume können im Sommer mehr CO2 aufnehmen als Autos ausstoßen

Stadtbäume können im Sommer mehr Kohlendioxid aufnehmen, als Autos ausstoßen. Das fanden Forscher bei Tests in München heraus, wie die Technische Universität (TU) München am Dienstag berichtete. Im Jahresdurchschnitt können etwa zwei Prozent der städtischen Emissionen des Treibhausgases durch die Vegetation kompensiert werden. Stadtbäume erzielen dabei die größte Wirkung, Grasflächen hingegen setzen oft unter dem Strich mehr CO2 in die Atmosphäre frei, als sie aufnehmen.

Indien und Kanada unterzeichnen Vereinbarung über Seltene Erden und Uran

Indien und Kanada haben eine Reihe von Vereinbarungen unterzeichnet, unter anderem über die Zusammenarbeit in den Bereichen Seltene Erden und Uran. Der kanadische Premierminister Mark Carney traf am Montag in Neu Delhi seinen indischen Kollegen Narendra Modi. Bei dieser Gelegenheit unterzeichnete Abkommen decken auch den Technologiesektor und die Förderung erneuerbarer Energien ab.

Protest gegen Atomgeschäfte mit Russland: Greenpeace blockiert Frachter in Frankreich

Bei einer Protestaktion gegen französische Atomgeschäfte mit Russland sind vier Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace in Frankreich in Polizeigewahrsam genommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft Dünkirchen am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, handelt es sich bei den Aktivisten um drei Frauen und einen Mann aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Die Behörden leiteten demnach ein Ermittlungsverfahren ein.

Textgröße ändern: