English Woman's Journal - Nabu: Kreuzfahrtbranche nur zögerlich bei E-Fuels - und "festgefahren im Schweröl"

Nabu: Kreuzfahrtbranche nur zögerlich bei E-Fuels - und "festgefahren im Schweröl"


Nabu: Kreuzfahrtbranche nur zögerlich bei E-Fuels - und "festgefahren im Schweröl"
Nabu: Kreuzfahrtbranche nur zögerlich bei E-Fuels - und "festgefahren im Schweröl" / Foto: Sebastien SALOM-GOMIS - AFP/Archiv

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat weitere Anstrengungen der Kreuzfahrtbranche im Kampf gegen Umweltzerstörung und Klimaerwärmung angemahnt. "Während die Zahl der Kreuzfahrtgäste weiter wächst, belasten die Schiffe Klima und Umwelt nach wie vor erheblich", erklärte der Nabu am Donnerstag anlässlich der Vorstellung seines aktuellen Kreuzfahrtrankings. Zwar gab es demnach zuletzt auch Fortschritte - der nur zögerliche Umstieg auf E-Fuels und die verbreitete Nutzung von Schweröl blieben aber ein Problem.

Textgröße ändern:

Mit Blick auf die Verringerung von Emissionen hätten einige Kreuzfahrtanbieter bereits einige "vorbildliche Schritte" unternommen, teilte der Nabu mit. Zu den Spitzenreitern im Ranking zählen demnach Havila und Hurtigruten gefolgt von Ponant.

"Viele Kreuzfahrtanbieter steuern beim Klimaschutz in die richtige Richtung - etwa mit energieeffizienteren Neubauten oder durch technische Verbesserungen bestehender Flotten", erklärte Nabu-Schifffahrtsexperte Sönke Diesener. "Manche erproben erste zukunftsweisende Technologien. Vor allem in deutschen Häfen gehen die Schadstoffemissionen zurück, da häufiger Landstrom genutzt wird."

Allerdings setze keine der untersuchten Reedereien "konsequent und flächendeckend wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz um", führte der Naturschutzbund weiter aus. Der entscheidende Hebel für eine klimafreundlichere Schifffahrt sei dabei der Umstieg auf "grüne" E-Fuels - also auf synthetische Kraftstoffe, bei deren Herstellung der dafür benötigte Strom aus erneuerbaren Quellen stammt.

Dem Nabu zufolge bleiben die Reedereien hier weiter zögerlich. Stattdessen setzten sie "auf Scheinlösungen wie fossiles LNG oder Biokraftstoffe mit zweifelhafter Klimabilanz", kritisierte Diesener. "Wirklich mutige Investitionen - etwa in methanolfähige Neubauten - bleiben bislang die Ausnahme", fügte er hinzu. "Unterm Strich ist die Branche einmal mehr aufgefordert, unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unser Klima nicht weiter zu belasten, sondern im Einklang mit ihnen zu wirtschaften."

Ein "weiterer großer Missstand" ist dem Nabu zufolge die noch immer weit verbreitete Nutzung von Schweröl. "Lediglich vier Reedereien schließen den Einsatz dieses klimaschädlichen und hochgiftigen Brennstoffs aus", kritisierte Nabu-Expertin Raija Koch. "Die meisten Kreuzfahrtanbieter setzen weiterhin in großem Stil auf Schweröl und leiten durch Abgaswäscher zusätzlich Schadstoffe ins Meer", erläuterte sie und hob hervor, dass der Einsatz von Schweröl Mensch und Natur "massiv" schade.

Für die Reedereien sei "der Umstieg auf sauberere fossile Alternativen sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich zumutbar", fügte sie hinzu. Sie blieben aber "festgefahren im Schweröl".

Der Nabu mahnte verbindliche und ambitionierte Schritte der Kreuzfahrtunternehmen an. Nur ein schneller Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen und Investitionen in erneuerbare Alternativen ermöglichten es der Branche, "glaubwürdig ihren Beitrag zu Klima- und Umweltschutz zu leisten".

St.Ch.Russell--EWJ

Empfohlen

Reiche gehen Lockerungen der EU-Regeln für Gas- und Ölimporte nicht weit genug

Die von der EU-Kommission geplanten Lockerungen der europäischen Regeln für Gas- und Ölimporte gehen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) noch nicht weit genug. "Die jetzt vorgeschlagene Lösung überzeugt nicht", erklärte Reiche am Dienstag in Berlin. Sie kritisierte, dass die EU an den rechtlichen Vorgaben der sogenannten Methanverordnung festhalten und lediglich auf Bußgelder bei Verstößen zunächst verzichten wolle.

Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems"

Dem Great Barrier Reef in Australien drohen nach Einschätzung von Wissenschaftlern unter dem Einfluss des diesjährigen Klimaphänomens El Niño eine extreme und weitflächige Korallenbleiche und ein "Kollaps des Ökosystems". Der "extreme El Niño" stelle ein erhebliches Problem dar, warnte am Dienstag Morgan Pratchett, Meeresschutz-Experte von der James Cook University in Queensland, bei dem Internationalen Korallenriff-Symposium im neuseeländischen Auckland.

Bundespräsident Steinmeier empfängt aserbaidschanischen Präsidenten Alijew

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag seinen Amtskollegen aus Aserbaidschan, Ilham Alijew, zu einem Gespräch empfangen. Anschließend will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Alijew über Energie- und Rohstofffragen und den Friedensprozess mit Armenien beraten. Geplant ist auch die Unterzeichnung eines Vertrags, dessen Inhalt noch bekanntgegeben werden soll. Alijew sollte gegen Mittag vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren begrüßt werden.

Waldbrände im Amazonas-Regenwald 2025 auf tiefstem Stand seit Jahrzehnten

Die Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet sind 2025 auf ein historisches Tief zurückgegangen. Insgesamt brannten gut drei Millionen Hektar ab, die bislang kleinste Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen 1983, wie das Überwachungsnetzwerk MapBiomas am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr waren knapp 16 Millionen Hektar abgebrannt, das war der bisherige Höchststand.

Textgröße ändern: