English Woman's Journal - Weiter keine entscheidenden Fortschritte bei Verhandlungen für UN-Plastikabkommen

Weiter keine entscheidenden Fortschritte bei Verhandlungen für UN-Plastikabkommen


Weiter keine entscheidenden Fortschritte bei Verhandlungen für UN-Plastikabkommen
Weiter keine entscheidenden Fortschritte bei Verhandlungen für UN-Plastikabkommen / Foto: Wakil KOHSAR - AFP

Die Verhandlungen über ein UN-Abkommen gegen Plastikmüll kommen weiterhin nicht entscheidend voran. "Der erreichte Fortschritt reicht nicht aus", sagte am Samstag der ecuadorianische Diplomat Luis Vayas Valdivieso, der die Verhandlungen in Genf leitet, in einer Halbzeitbilanz der Tagung. "Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen, wo es einen wirklichen Ruck braucht, damit wir unsere gemeinsamen Ziele erreichen können", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Mehrere Teilnehmerstaaten warfen sich gegenseitig eine Blockadehaltung vor. Länder wie Uruguay, die für eine Begrenzung der Plastikproduktion sind, beschuldigten erdölproduzierende Staaten, auf einstimmige Entscheidungen zu pochen, um die Vorgaben zu verwässern. Das Beharren auf Konsens "kann nicht als Begründung dafür genutzt werden, unsere Ziele nicht zu erreichen", erklärte die Delegation des südamerikanischen Landes.

"Einstimmigkeit muss die Grundlage all unserer Entscheidungen sein", erklärten hingegen die Vertreter Kuwaits. Saudi-Arabien sprach sich dafür aus, strittige Passagen aus dem Vertragsentwurf zu streichen. "Wir können nicht alles überall zur selben Zeit schaffen", hieß es zur Begründung. Die ölproduzierenden Länder liefern die Ausgangsstoffe für Plastik.

Die Konferenz hatte am Dienstag begonnen und soll noch bis Donnerstag dauern. Nach vier Verhandlungstagen wuchs der Vertragsentwurf von 22 auf 35 Seiten an. Die Delegationen fügten zahlreiche Ergänzungen an, so dass die Gespräche drohten, immer komplizierter zu werden.

Die Verhandlungen in Genf folgen auf die gescheiterten Gespräche im südkoreanische Busan vom vergangenen Dezember. Diese Gespräche hätten eigentlich bereits die letzte Verhandlungsrunde für ein Plastikabkommen sein sollen. An der Konferenz in Genf nehmen 184 Länder teil, auch Nichtregierungsorganisationen sind vertreten.

Plastikmüll sorgt weltweit für massive Umweltverschmutzungen. Mikropartikel des Kunststoffabfalls treten auch im menschlichen Köpfer auf. Derzeit werden jährlich mehr als 400 Millionen Tonnen Plastik produziert, die Hälfte davon für Einwegprodukte. Weniger als zehn Prozent des Plastikmülls wird recycelt. Bis 2060 könnte sich die Plastikproduktion verdreifachen.

M.Campbel--EWJ

Empfohlen

25 Mutterschafe von Weide gestohlen - Lämmer zurückgelassen

In Brunsbüttel in Schleswig-Holstein haben Unbekannte 25 Mutterschafe von einer Weide gestohlen. Die dazugehörigen Lämmer ließen sie zurück, wie die Polizei am Donnerstag in Itzehoe mitteilte.

Rohstoffe: Regierung will Land mit Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft unabhängiger machen

Ob Stahlschrott für Bahnschienen, alte Akkus für neue Batterien oder das Recycling von Baustoffen: Die Bundesregierung will mit einem Aktionsprogramm die Kreislaufwirtschaft stärken und Deutschland unabhängiger machen. Das Programm sei "gut für die Umwelt, aber auch für die Wirtschaft und macht uns unabhängiger und krisenfester", sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Mittwoch. Für viele Wirtschaftsverbände allerdings bleibt der Plan hinter den Erwartungen zurück.

Breites Bündnis fordert Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen

Ein breites Bündnis aus Krankenkassen sowie Gesundheits- und Wirtschaftsverbänden fordert eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen. "Nachhaltigkeit muss in den anstehenden Strukturreformen verbindlich verankert werden, damit das deutsche Gesundheitswesen langfristig finanzierbar bleibt und den internationalen Anschluss nicht verliert", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Eckpunktepapier. Damit senden die Unterzeichner ein Signal an die Politik für die anstehenden Reformen im Gesundheitsbereich.

Umweltminister Schneider: Kreislaufwirtschaft macht uns unabhängiger

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sieht im Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaftsstrategie große Chancen für die Umwelt, aber auch für die Rohstoffunabhängigkeit. Das Programm liefere den Rahmen, Lieferketten in Deutschland zu schließen und Rohstoffe, beispielsweise aus Autos, wieder zerlegt zur Verfügung zu stellen, sagte Schneider am Mittwoch den Sendern RTL und ntv. Es soll am Vormittag vom Kabinett beschlossen werden.

Textgröße ändern: