English Woman's Journal - UN-Verhandlungen in Genf: Neuer Anlauf für ein Abkommen gegen Plastikmüll

UN-Verhandlungen in Genf: Neuer Anlauf für ein Abkommen gegen Plastikmüll


UN-Verhandlungen in Genf: Neuer Anlauf für ein Abkommen gegen Plastikmüll
UN-Verhandlungen in Genf: Neuer Anlauf für ein Abkommen gegen Plastikmüll / Foto: Fabrice COFFRINI - AFP

Vertreter aus 180 Staaten sind im schweizerischen Genf zusammengekommen, um erneut über ein UN-Abkommen gegen Plastikmüll zu verhandeln. "Wir stehen vor einer globalen Krise", sagte Verhandlungsleiter Luis Vayas Valdivieso am Dienstag zum Auftakt des zehntägigen Treffens. Plastikmüll schade Ökosystemen, "verschmutzt unsere Ozeane und Flüsse, bedroht die Biodiversität und schadet der menschlichen Gesundheit". Die Leiterin des UN-Umweltprogramms(Unep), Inger Andersen, hält eine Einigung für schwierig, aber möglich.

Textgröße ändern:

Plastikverschmutzung treffe "unfairerweise" die Schwächsten am meisten, sagte Valdivieso. Der Diplomat aus Ecuador appellierte an die Unterhändler: Die Dringlichkeit einer Lösung des Plastikproblems sei real, die Beweise eindeutig, und "die Verantwortung liegt bei uns".

Eine vorige Runde der Verhandlungen über ein Plastik-Abkommen war im Dezember im südkoreanischen Busan gescheitert. Mehr als hundert Länder, darunter Deutschland, unterstützten damals eine ehrgeizige Vereinbarung. Sie stießen jedoch auf den Widerstand einer Handvoll überwiegend ölproduzierender Länder, welche die Ausgangsstoffe für Plastik liefern.

Seit den Verhandlungen in Busan habe es umfassende diplomatische Bemühungen gegeben, sagte Unep-Chefin Andersen. Die UN-Organisation ist Gastgeber des Treffens. Die meisten Länder, mit deren Vertreten sie gesprochen habe, hätten ihr zugesichtert: "Wir kommen nach Genf, um ein Abkommen zu schließen", sagte Andersen. "Wird es einfach sein? Nein. Wird es unkompliziert sein? Nein. Gibt es einen Weg für ein Abkommen? Absolut".

An dem Treffen in Genf nehmen auch Vertreter von mehr als 600 Nichtregierungsorganisationen teil. "Wir können nicht zulassen, dass einige wenige Länder über die Zukunft der Menschheit in Bezug auf die Plastikverschmutzung entscheiden", sagte der Leiter der Delegation der Umweltorganisation Greenpeace, Graham Forbes, der Nachrichtenorganisation AFP.

Greenpeace und verbündete Organisationen fordern laut Forbes ein Abkommen, dass die Produktion von Plastik reduziert, giftige Chemikalien verbietet und den Übergang zu einer Zukunft ohne fossile Brennstoffe und Plastik finanziert.

Derzeit werden jährlich mehr als 400 Millionen Tonnen Plastik produziert, die Hälfte davon für Einwegprodukte. Weniger als zehn Prozent des Plastikmülls wird recycelt.

T.Burns--EWJ

Empfohlen

25 Mutterschafe von Weide gestohlen - Lämmer zurückgelassen

In Brunsbüttel in Schleswig-Holstein haben Unbekannte 25 Mutterschafe von einer Weide gestohlen. Die dazugehörigen Lämmer ließen sie zurück, wie die Polizei am Donnerstag in Itzehoe mitteilte.

Rohstoffe: Regierung will Land mit Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft unabhängiger machen

Ob Stahlschrott für Bahnschienen, alte Akkus für neue Batterien oder das Recycling von Baustoffen: Die Bundesregierung will mit einem Aktionsprogramm die Kreislaufwirtschaft stärken und Deutschland unabhängiger machen. Das Programm sei "gut für die Umwelt, aber auch für die Wirtschaft und macht uns unabhängiger und krisenfester", sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Mittwoch. Für viele Wirtschaftsverbände allerdings bleibt der Plan hinter den Erwartungen zurück.

Breites Bündnis fordert Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen

Ein breites Bündnis aus Krankenkassen sowie Gesundheits- und Wirtschaftsverbänden fordert eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen. "Nachhaltigkeit muss in den anstehenden Strukturreformen verbindlich verankert werden, damit das deutsche Gesundheitswesen langfristig finanzierbar bleibt und den internationalen Anschluss nicht verliert", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Eckpunktepapier. Damit senden die Unterzeichner ein Signal an die Politik für die anstehenden Reformen im Gesundheitsbereich.

Umweltminister Schneider: Kreislaufwirtschaft macht uns unabhängiger

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sieht im Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaftsstrategie große Chancen für die Umwelt, aber auch für die Rohstoffunabhängigkeit. Das Programm liefere den Rahmen, Lieferketten in Deutschland zu schließen und Rohstoffe, beispielsweise aus Autos, wieder zerlegt zur Verfügung zu stellen, sagte Schneider am Mittwoch den Sendern RTL und ntv. Es soll am Vormittag vom Kabinett beschlossen werden.

Textgröße ändern: