English Woman's Journal - Guterres spricht bei Ozeankonferenz vom "Notstand" der Meere

Guterres spricht bei Ozeankonferenz vom "Notstand" der Meere


Guterres spricht bei Ozeankonferenz vom "Notstand" der Meere
Guterres spricht bei Ozeankonferenz vom "Notstand" der Meere / Foto: CARLOS COSTA - AFP

UN-Generalsekretär António Guterres hat einen besseren Schutz der Weltmeere gefordert, um den "Notstand der Ozeane" zu bekämpfen. Guterres forderte am Montag zur Eröffnung der Welt-Ozean-Konferenz in Lissabon weltweite Anstrengungen, um katastrophale Folgen für Umwelt und Menschheit abzuwenden. "Leider haben wir das Meer als selbstverständlich angesehen", sagte der Portugiese. Wenn der Meeresschutz nicht gelinge, werde ein katastrophaler Dominoeffekt eintreten.

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Auf der von Portugal und Kenia organisierten UN-Konferenz werden tausende Politiker, Experten und Umweltschützer bis Freitag darüber diskutieren, wie die durch Klimawandel und Verschmutzung bedrohten Meere gerettet werden können.

Für Deutschland wird Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) an der Konferenz teilnehmen, die zu einem "effektiveren Meeresschutz" aufrief. Lemke warnte, mit der Zerstörung der Meere werde auch die Lebensgrundlage der Menschheit zerstört.

Auf der Tagesordnung der Konferenz stehen unter anderem die Reduzierung von Mikroplastik, das sogar im Arktischen Eis und in den tiefsten Meeresgräben gefunden wurde und jährlich mehr als eine Million Meeresvögel sowie mehr als 100.000 Meeressäuger verenden lässt. Auch globale Fischerei wird ein Thema sein - der US-Organisation Oceana zufolge ist mindestens ein Drittel der Fischbestände überfischt, illegale Fischerei bleibt meist ungestraft.

Die Meere bedecken mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche und sind für das Leben auf dem Planeten von immenser Bedeutung: Sie produzieren Sauerstoff, liefern Nahrung und Energie und mildern die Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben an Land ab - allerdings zu einem hohen Preis.

Bislang haben die Meere etwa ein Viertel des von der Menschheit produzierten Kohlendioxids geschluckt. Als Resultat wird das Meerwasser sauer, Tiere und Pflanzen leiden. Durch die Erderwärmung steigt zudem die Wassertemperatur, Korallen sterben ab und der Sauerstoff wird knapp. Sauerstoffreie sogenannte Todeszonen breiten sich immer weiter aus.

"Wir beginnen gerade erst zu verstehen, in welchem Ausmaß der Klimawandel die Gesundheit unserer Meere beeinträchtigt", sagte Charlotte de Fontaubert, die bei der Weltbank für eine nachhaltigere Nutzung der Meere zuständig ist, vor der Konferenz.

Der Sauerstoffarmut in den Meeren entgegenzuwirken wird ein weiterer Schwerpunkt der Ozeankonferenz sein, etwa durch die Wiederaufforstung von Mangrovenwäldern, die viel CO2 binden. Wissenschaftlern zufolge ist jedoch gleichzeitig eine Reduktion der Treibhausgasen nötig, um die Gesundheit der Meere wieder herzustellen.

Auf Fortschritte beim Meeresschutz drängte anlässlich der UN-Konferenz auch der Umweltverband WWF. "Die Meere sind unser Lebenserhaltungssystem. Wollen wir sie bewahren, muss die internationale Staatengemeinschaft jetzt einen konsequenten politischen Kurswechsel zugunsten der Meere vollziehen", forderte die Leiterin der WWF-Abteilung Meeresschutz, Heike Vesper. Sie warnte auch vor zusätzlichen Störungen empfindlicher Ökosysteme durch geplanten Rohstoffabbau in der Tiefsee.

Die UN-Konferenz war ursprünglich schon für April 2020 geplant gewesen, wurde wegen der Corona-Pandemie jedoch mehrfach verschoben.

P.Smid--EWJ

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