English Woman's Journal - Anstieg der Großhandelspreise erreicht im April neues Rekordhoch

Anstieg der Großhandelspreise erreicht im April neues Rekordhoch


Anstieg der Großhandelspreise erreicht im April neues Rekordhoch
Anstieg der Großhandelspreise erreicht im April neues Rekordhoch / Foto: SEBASTIEN BOZON - AFP

Der Ukraine-Krieg treibt die Preise im Großhandel im Rekordtempo nach oben. Im April hoben die deutschen Großhändler wegen der stark gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe ihre Preise so stark an wie noch nie seit Beginn der Erhebung vor 60 Jahren, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Auswirkungen dürfte dies auch auf die ohnehin schon hohen Verbraucherpreise haben.

Textgröße ändern:

Allein im Vergleich zum Vormonat März 2022 stiegen die Großhandelspreise um 2,1 Prozent. Verglichen mit April 2021 legten sie um 23,8 Prozent zu und waren damit fast ein Viertel teurer als ein Jahr zuvor. Das war laut Statistischem Bundesamt der stärkste Anstieg seit Beginn der Erhebung im Jahr 1962. Schon im März hatte es einen Rekordanstieg der Großhandelspreise von 22,6 Prozent gegeben, im Februar lagen sie 16,6 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.

Im April stiegen vor allem die Großhandelspreise für Mineralölerzeugnisse - hier betrug der Anstieg im Vorjahresvergleich 63,4 Prozent. Auch im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln lagen die Preise jeweils über 50 Prozent höher als im April 2021, ebenso für Erze, Metalle und Metallhalbzeug.

Um mehr als 44 Prozent stiegen die Großhandelspreise für chemische Erzeugnisse. Im Großhandel mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Fetten legten die Preise um knapp 30 Prozent zu.

"Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Großhandelspreise sind im April 2022 besonders im Großhandel mit Rohstoffen und Energieträgern, aber auch mit verschiedenen Lebensmitteln zu beobachten", fasste das Bundesamt zusammen.

Der von den Statistikern ermittelte Großhandelspreisindex kann als Frühindikator angesehen werden: Er zeigt die Preisentwicklung in vorgelagerten Bereichen an, die sich dann später in den Verkaufspreisen der Abnehmer der Großhandelswaren niederschlägt - also beim Endverbraucher.

Die Teuerung der Verbraucherpreise hatte - angetrieben von Preissteigerungen bei Benzin und Diesel, Speiseöl oder Butter - zuletzt den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht und schürt bei vielen Menschen die Befürchtung, die steigenden Lebenshaltungskosten nicht mehr decken zu können. Im April erreichte die Inflationsrate in Deutschland 7,4 Prozent. Für den Euroraum erwartet die EU-Kommission für das Gesamtjahr aktuell ein Rate von 6,1 Prozent und für das kommende Jahr 2,7 Prozent.

St.Reid--EWJ

Empfohlen

Bericht: Bundesumweltministerium streicht zeitliches Ziel für Atommüllendlager

Das Bundesumweltministerium nennt kein zeitliches Ziel mehr für die Entscheidung über das geplante Atommüllendlager. Das geht aus einem Referentenentwurf hervor, der dem Deutschlandfunk am Mittwoch vorlag. Darin ist das ursprüngliche Zieljahr 2031 ersatzlos gestrichen. Dieses habe sich als nicht realistisch erwiesen, heißt es zur Begrünung. Eine gesetzliche Frist sei nicht mit den Anforderungen an das Auswahlverfahren für den bestmöglichen Standort kompatibel.

Stadtbäume können im Sommer mehr CO2 aufnehmen als Autos ausstoßen

Stadtbäume können im Sommer mehr Kohlendioxid aufnehmen, als Autos ausstoßen. Das fanden Forscher bei Tests in München heraus, wie die Technische Universität (TU) München am Dienstag berichtete. Im Jahresdurchschnitt können etwa zwei Prozent der städtischen Emissionen des Treibhausgases durch die Vegetation kompensiert werden. Stadtbäume erzielen dabei die größte Wirkung, Grasflächen hingegen setzen oft unter dem Strich mehr CO2 in die Atmosphäre frei, als sie aufnehmen.

Indien und Kanada unterzeichnen Vereinbarung über Seltene Erden und Uran

Indien und Kanada haben eine Reihe von Vereinbarungen unterzeichnet, unter anderem über die Zusammenarbeit in den Bereichen Seltene Erden und Uran. Der kanadische Premierminister Mark Carney traf am Montag in Neu Delhi seinen indischen Kollegen Narendra Modi. Bei dieser Gelegenheit unterzeichnete Abkommen decken auch den Technologiesektor und die Förderung erneuerbarer Energien ab.

Protest gegen Atomgeschäfte mit Russland: Greenpeace blockiert Frachter in Frankreich

Bei einer Protestaktion gegen französische Atomgeschäfte mit Russland sind vier Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace in Frankreich in Polizeigewahrsam genommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft Dünkirchen am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, handelt es sich bei den Aktivisten um drei Frauen und einen Mann aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Die Behörden leiteten demnach ein Ermittlungsverfahren ein.

Textgröße ändern: