English Woman's Journal - Deutscher "Überlastungstag" für Ressourcen bereits am Mittwoch

Deutscher "Überlastungstag" für Ressourcen bereits am Mittwoch


Deutscher "Überlastungstag" für Ressourcen bereits am Mittwoch
Deutscher "Überlastungstag" für Ressourcen bereits am Mittwoch / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Am Mittwoch hat Deutschland bereits sämtliche Ressourcen verbraucht, die bei einer nachhaltigen Nutzung rechnerisch für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen. Anlässlich dieses "German Overshoot Day" (Überlastungstag) forderte die Umweltorganisation WWF Deutschland die Bundesregierung am Dienstag auf, die im Koalitionsvertrag gegebene Zusage, ökologisches Handeln ins Zentrum ihrer Politik zu stellen, zügig voranzutreiben.

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Der deutsche Überlastungstag wurde damit erneut früher erreicht als der globale, der noch bevorsteht. Im vergangenen Jahr war dieser auf den 29. Juli gefallen. Der deutsche WWF-Naturschutz-Vorstand Christoph Heinrich forderte die Bundesregierung auf, bei der Umsetzung der Energiewende keine Zeit zu verlieren. Diese müsse aber auch Rücksicht auf Natur- und Landschaftsschutzbelange nehmen. In Reaktion auf die Rohstoffknappheit müsse Deutschland eine effiziente Kreislaufwirtschaft aufbauen.

Der in der "Zukunftskommission Landwirtschaft", eingeschlagenen Weg müsse fortgesetzt und eine klimagerechte, nachhaltige und faire Landbewirtschaftung erreicht werden. "Auf der kommenden Weltnaturkonferenz in China muss Deutschland zudem seiner Verantwortung für die massiv bedrohte Biodiversität gerecht werden." Als viertgrößte Volkswirtschaft müsse Deutschland dafür auch einen angemessenen finanziellen Beitrag leisten.

"Der Welterschöpfungstag verdeutlicht einmal mehr, wie sehr wir über dem Limit leben, unsere knappen Ressourcen vergeuden und wie schlecht wir unsere Ökosysteme weiter behandeln", sagte Heinrich. "Rechnerisch ist der deutsche Anteil an den natürlichen Ressourcen der Erde schon nach den ersten vier Monaten des Jahres aufgebraucht, betonte der Naturschutzexperte. "Wenn alle Länder auf der Welt so 'haushalten´ würden wie Deutschland, bräuchte es mehr als drei Erden."

Die Ampel-Koalition habe in ihrem Koalitionsvertrag viele Umweltversprechen gemacht und mit ihren angekündigten Vorhaben große Erwartungen geweckt, sagte Heinrich weiter. Diese müsse sie erfüllen und ihre Projekte mit Nachdruck voranbringen. "Wir sehen im Koalitionsvertrag viele Weichenstellungen, die in die richtige Richtung gehen, aber noch sieht die Realität anders aus, wie sich allein schon an den Auswirkungen des Klimawandels, an der Artenvielfalt und dem Zustand der deutschen Gewässer zeigt."

An dem von Umweltschutzorganisationen ausgerufenen Welterschöpfungstag sind nach Berechnungen von Forschern sämtliche Ressourcen und Puffer aufgebraucht, welche die Erde auf natürlichem Wege ersetzen könnte. Vor 20 Jahren hatte der weltweite Erschöpfungstag noch im Oktober gelegen.

St.Reid--EWJ

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