English Woman's Journal - Studie: EU muss für Energiewende mehr Metalle recyceln

Studie: EU muss für Energiewende mehr Metalle recyceln


Studie: EU muss für Energiewende mehr Metalle recyceln
Studie: EU muss für Energiewende mehr Metalle recyceln / Foto: Christophe ARCHAMBAULT - AFP

Ob Lithium, Nickel oder seltene Erden: Die Europäische Union muss ihre Versorgung mit wichtigen Metallen zügig neu organisieren, um die Energiewende zu schaffen. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag veröffentlichte Studie der belgischen Universität Leuven (Löwen) für den europäischen Verband der Metallproduzenten Eurometaux. Ein Schlüssel dafür ist demnach mehr Recycling.

Textgröße ändern:

Für das Erreichen der Klimaziele in der EU ist laut der Studie bis 2050 allein beim Leichtmetall Lithium, das unter anderem für die Batterien von Elektroautos bedeutsam ist, eine 35 Mal größere Menge nötig. Bei den sogenannten seltenen Erden, die für zahlreiche Hightech-Produkte eine entscheidende Rolle spielen, sieht der "Metals for Clean Energy"-Report der KU Leuven einen "sieben- bis 26-mal" so großen Bedarf.

Die Metalle der seltenen Erden, die in Deutschland bislang vor allem aus China, aber auch aus Russland stammen, besitzen besondere Eigenschaften beispielsweise als Supraleiter oder haben eine besondere Hitzebeständigkeit, die sie für die Industrie wertvoll machen. Zum Einsatz kommen sie unter anderem in Computerkomponenten, aber auch in Kameralinsen, in Magneten für Windkraftgeneratoren oder Elektroautos.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität sind außerdem deutliche größere Mengen an Aluminium, Kupfer, Nickel, Kobalt und am Halbmetall Silizium nötig. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte Europa laut der Studie 40 bis 75 Prozent seines Bedarfs an solchen Basismetallen selbst decken - vorausgesetzt, es gibt erhebliche Investitionen in die Recyclinginfrastruktur und weniger bürokratische Hürden.

Vorerst bleibt die EU für einen Großteil dieser Metalle aber abhängig von Importen, während zugleich die Sorge über die Versorgungssicherheit wächst. "Europa muss dringend entscheiden, wie es seine drohende Versorgungslücke bei Primärmetallen überbrücken will", erklärte Studienautorin Liesbet Gregoir. "Ohne eine entschlossene Strategie riskiert es neue Abhängigkeiten von nicht nachhaltigen Lieferanten", warnte sie.

Die Studie sieht auch das theoretische Potenzial für mehr Minen in Europa. Ein Hindernis ist hierbei neben langen Planungs- und Bauzeiten allerdings auch, dass Investitionen für die energieintensiven Projekte durch die derzeit rasant steigenden Energiekosten gehemmt werden.

Die Untersuchung kommt daher zu dem Schluss, dass "Recycling Europas beste Chance ist, seine langfristige Selbstversorgung zu verbessern". Zudem verursache das Recycling von Metallen deutlich weniger CO2 als die Produktion von Primärmetallen. Bis 2050 könnten durch lokal wiederverwertete Metalle "drei Viertel der in Europa hergestellten Batteriekathoden", die Produktion von Permanentmagneten und "erhebliche Mengen an Aluminium und Kupfer" hergestellt werden.

O.Jonstone--EWJ

Empfohlen

Bauern aus Pakistan reichen Klimaklage ein - RWE weist Forderung zurück

Mit einer Klimaklage gegen den Energiekonzern RWE und das Unternehmen Heidelberg Materials wollen Landwirte aus Pakistan vor dem Heidelberger Landgericht einen Anspruch auf Entschädigung geltend machen. Gefordert werde eine "anteilige Entschädigung für die massiven Schäden", die sie durch die verheerenden Überschwemmungen im Jahr 2022 erlitten hätten, teilte die Menschenrechtsorganisationen European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) am Dienstag in Berlin mit. Die Organisation unterstützt die Klage zusammen mit weiteren Gruppen.

China bewirbt sich als Sitz für Sekretariat des neuen UN-Hochseeschutzabkommens

Kurz vor Inkrafttreten des UN-Hochseeschutzabkommens hat China überraschend sein Interesse angemeldet, das Sekretariat für das neue UN-Abkommen zu beherbergen. China habe entschieden, eine Kandidatur für die Hafenstadt Xiamen im Südosten der Volksrepublik als Sekretariatssitz einzureichen, erklärte Chinas Ständige Vertretung bei den Vereinten Nationen am Freitag in einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres, den die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte.

Rainer verteidigt geplanten leichteren Abschuss von Wölfen

Vor der Beratung des Bundestags über eine Änderung des Jagdgesetzes hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) den darin vorgesehenen leichteren Abschuss von Wölfen verteidigt. "Es geht um den Schutz von Weidetieren", sagte Rainer am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin".

Dobrindt und Alabali Radovan stellen sich Regierungsbefragung im Bundestag

Die erste Sitzungswoche des Bundestags im Jahr beginnt am Mittwoch mit einer anderthalbstündigen Regierungsbefragung. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Entwicklungshilfeministerin Reem Alabali Radovan (SPD) stellen sich den Fragen der Abgeordneten. In erster Lesung berät das Plenum zudem einen Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes. Mit diesem soll der Wolf in das Gesetz aufgenommen und damit künftig bejagt werden können.

Textgröße ändern: