English Woman's Journal - Förderung für Plug-in-Hybride soll zum Jahresende auslaufen

Förderung für Plug-in-Hybride soll zum Jahresende auslaufen


Förderung für Plug-in-Hybride soll zum Jahresende auslaufen
Förderung für Plug-in-Hybride soll zum Jahresende auslaufen / Foto: David GANNON - AFP

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will die Förderung von Elektroautos künftig stärker auf den Klimaschutz ausrichten und die Zuschüsse zum Kauf von Plug-in-Hybriden schon zum Jahresende beenden. Habeck sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Hybride seien "marktgängig und brauchen keine öffentliche Förderung mehr". Widerspruch kam aus der SPD und der FDP. Auch die Autoindustrie kritisierte den Plan als verbraucherunfreundlich.

Textgröße ändern:

Steuergeld müsse "gezielt dort eingesetzt" werden, wo es aus Klimaschutzgründen sinnvoll sei, hieß es aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums. Eine längere Förderung von Plug-ins in Abhängigkeit vom tatsächlichen elektrischen Fahranteil – wie im Koalitionsvertrag vorgesehen – "würde in der Praxis zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen".

Auch die Förderung für reine Elektroautos soll ab 2023 schrittweise sinken. Sie sei damit aber "immer noch auf hohem Niveau und damit für Verbraucherinnen und Verbraucher interessant", betonte Habeck in den Funke-Zeitungen. Ab 2023 soll es den Ministeriumskreisen zufolge einen Zuschuss von 4000 Euro geben, ab 2024 dann 3000 Euro. Ende 2025 soll die Förderung auslaufen. Derzeit gibt es noch 6000 Euro für ein reines Elektroauto dazu.

Weiterhin bleibt zudem das Datum der Zulassung für die Förderung entscheidend - und nicht, wie teils aus der Wirtschaft gefordert, der Zeitpunkt des Kaufvertrags. Neben einem "erheblichen bürokratischen Mehraufwand" sei auch die Missbrauchsgefahr "deutlich höher, da Kaufverträge anfälliger sind für Manipulationen", hieß es aus dem Ministerium zur Begründung.

Die Mindesthaltedauer bei der Elektroauto-Förderung soll wie angekündigt von sechs auf zwölf Monate steigen. Das Ministerium hatte schon im Februar darauf verwiesen, dass zahlreiche E-Autos nach Ablauf der bisherigen Mindesthaltedauer ins Ausland verkauft werden.

Der Entwurf für die Novelle ging am Mittwochabend in die Ressortabstimmung. Die Abstimmungen sollen "zügig abgeschlossen" werden und nach einer Prüfung durch die EU-Kommission Mitte des Jahres in Kraft treten.

Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Anke Rehlinger, designierte Ministerpräsidentin des Saarlandes, wandte sich gegen den Plan und argumentierte mit der Lage der Autoindustrie: "Hybridmotoren sind eine wichtige Brücke in die automobile Zukunft und für den Wirtschaftsstandort Saarland von großer Bedeutung", sagte sie dem "Handelsblatt". Die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages gäben den Unternehmen Zeit und würden zugleich die Klimabilanz verbessern, indem auf den elektrischen Anteil an der Fahrleistung abgehoben werde. "Das ist klug und abgewogen."

Der FDP-Verkehrspolitiker Bernd Reuther sagte der "Rheinischen Post", im Koalitionsvertrag hätten die Ampel-Parteien vereinbart, die Innovationsprämie auch für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge fortzuführen. "Es gibt keinen Grund, jetzt von dieser Vereinbarung abzurücken." Jedes elektrisch betreibbare Fahrzeug leiste einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele.

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, erklärte, ein Ende der Hybrid-Förderung "gefährdet in einer ohnehin angespannten Zeit den Hochlauf der E-Mobilität und ignoriert die Lebenswirklichkeiten der Verbraucherinnen und Verbraucher". Gerade angesichts einer "noch immer vollkommen unzureichend ausgebauten Ladeinfrastruktur" seien Plug-in-Hybride Wegbereiter und ein "zentraler Baustein zur Vertrauensbildung beim Umstieg auf die Elektromobilität".

Dass die Auszahlung der Prämien weiterhin an das Datum der Zulassung gebunden sein soll, sei eine "weitere Entscheidung gegen die Verbraucherinnen und Verbraucher", kritisierte Müller. Bei einer so grundlegenden Frage der Investitionsentscheidung sei Planungssicherheit entscheidend. Das Ziel von 15 Millionen E-Autos bis 2030 müsse "mit konkreten Maßnahmen und Instrumenten auch von der Politik unterstützt werden".

M.Campbel--EWJ

Empfohlen

Kommunale Wärmeplanung: Knapp die Hälfte der Gemeinden arbeitet an Wärmeplan

Rund die Hälfte aller Gemeinden in Deutschland arbeitet an einem kommunalen Wärmeplan oder hat die Planung bereits abgeschlossen. Wie eine am Freitag veröffentlichte Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn zeigt, hatten bis Anfang Mai insgesamt 5085 Gemeinden und damit rund 47 Prozent mit der Wärmeplaung begonnen. Weitere 488 Gemeinden (4,5 Prozent) haben ihren Wärmeplan bereits abgeschlossen.

Neuer Abschnitt der Autobahn 100 in Berlin unter Protesten offiziell eröffnet

Der neue Abschnitt der Autobahn 100 in Berlin zwischen Neukölln und dem Treptower Park ist am Mittwoch unter dem Protest von Umweltorganisationen offiziell eröffnet worden. Die rund 3,2 Kilometer lange Strecke wurde am Nachmittag freigegeben, wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin mitteilte. Zu den Gästen des Festaktes zählte unter anderem Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Parallel fanden Kundgebungen gegen den Ausbau statt.

Urteil: Apple Watch darf nicht als "CO2 neutrales Produkt" beworben werden

Der US-Technologiekonzern Apple darf Smartwatch-Modelle nicht als "CO2-neutrales Produkt" anpreisen: Das Landgericht Frankfurt am Main entschied am Dienstag, Apple müsse diese Art der Werbung unterlassen. Sie sei irreführend und verstoße gegen das Wettbewerbsrecht. Geklagt hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH). (Az. 3-06 O 8/24)

Brennelemente aus Jülich: Bundesamt genehmigt Transport ins Zwischenlager Ahaus

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) hat den umstrittenen Transport von 152 Behältern mit Brennelementen aus dem früheren Atomversuchsreaktor Jülich in das Zwischenlager Ahaus genehmigt. In den Behältern sollen insgesamt rund 300.000 abgebrannte Brennelemente aus Jülich in das Zwischenlager gebracht werden, wie die Behörde am Montag in Berlin mitteilte. Ein Termin wurde nicht genannt, die Genehmigung für den Transport ist befristet bis zum 31. August 2027.

Textgröße ändern: