English Woman's Journal - Dänemark sucht nach den Verantwortlichen für riesigen Berg verseuchter Erde

Dänemark sucht nach den Verantwortlichen für riesigen Berg verseuchter Erde


Dänemark sucht nach den Verantwortlichen für riesigen Berg verseuchter Erde
Dänemark sucht nach den Verantwortlichen für riesigen Berg verseuchter Erde / Foto: Bo Amstrup - Ritzau Scanpix/AFP

Seit Wochen bedroht ein ins Rutschen gekommener riesiger Berg verseuchter Erde die Umwelt im Westen Dänemarks - nun will die Regierung die Verantwortlichen ausfindig machen und für die Aufräumarbeiten zur Kasse bitten. Er habe eine Anwaltskanzlei mit den Ermittlungen im Namen des Staates beauftragt, sagte Umweltminister Magnus Heunicke am Freitag vor Journalisten. Die Kanzlei solle herausfinden, wer für den Schaden verantwortlich gemacht werden könne.

Textgröße ändern:

Im Dezember war bekannt geworden, dass ein giftiger Schlammberg auf dem Gelände des Entsorgungsunternehmens Nordic Waste südlich der Hafenstadt Randers ins Rutschen gekommen war. Seitdem rutschen 2,5 Millionen Tonnen kontaminierte Erde auf die kleine Gemeinde Olst und den nahegelegenen Fluss Alling A zu.

Mitte Dezember gab Nordic Waste alle Versuche auf, den Erdrutsch zu stoppen und überließ die Arbeiten der Kommune. Inzwischen hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet.

"Wir müssen herausfinden, ob das Management, die Eigentümer oder andere Personen oder Unternehmen im Umfeld von Nordic Waste für die entstandenen Schäden verantwortlich gemacht werden können", sagte Umweltminister Heunicke. "Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen."

Das kontaminierte Erdreich stammt vor allem aus den dänischen Nerzfarmen und ihren Massengräbern, die während der Corona-Pandemie schließen und ihre Nerze keulen mussten. Einige der Abfälle wurden zudem aus Norwegen importiert. Nach Schätzung des auf Umweltfragen spezialisierten Ingenieurbüros Cowi könnten die Sanierungsarbeiten bis zu 2,2 Milliarden Kronen (fast 300 Millionen Dollar) kosten.

Der Erdrutsch wurde zunächst auf starke Regenfälle in der Region zurückgeführt. Eine Untersuchung des Geologischen Dienstes von Dänemark und Grönland (Geus) kam jedoch zu dem Schluss, dass der Hauptfaktor die riesige Menge der auf dem Gelände von Nordic Waste gelagerten, belasteten Erde war. Der Erdrutsch könne keineswegs "als seltenes, unvermeidliches Naturereignis angesehen" werden, hieß es in dem Geus-Bericht.

R.Sutherland--EWJ

Empfohlen

EU-Lebensmittelaufsicht senkt Grenzwert für Ewigkeitschemikalie TFA deutlich ab

Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa hat den Grenzwert für die tägliche Aufnahme der Ewigkeitschemikalie TFA (Trifluoressigsäure) deutlich abgesenkt. Neue Studien hätten ergeben, dass TFA ein für den Stoffwechsel wichtiges Hormon beeinflusst, erklärte die Behörde mit Sitz in Mailand am Mittwoch. TFA gelangt vor allem über den Pestizideinsatz in Grundwasser, Böden und Ackerpflanzen und auf diesem Weg in den menschlichen Körper.

Reiche gehen Lockerungen der EU-Regeln für Gas- und Ölimporte nicht weit genug

Die von der EU-Kommission geplanten Lockerungen der europäischen Regeln für Gas- und Ölimporte gehen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) noch nicht weit genug. "Die jetzt vorgeschlagene Lösung überzeugt nicht", erklärte Reiche am Dienstag in Berlin. Sie kritisierte, dass die EU an den rechtlichen Vorgaben der sogenannten Methanverordnung festhalten und lediglich auf Bußgelder bei Verstößen zunächst verzichten wolle.

Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems"

Dem Great Barrier Reef in Australien drohen nach Einschätzung von Wissenschaftlern unter dem Einfluss des diesjährigen Klimaphänomens El Niño eine extreme und weitflächige Korallenbleiche und ein "Kollaps des Ökosystems". Der "extreme El Niño" stelle ein erhebliches Problem dar, warnte am Dienstag Morgan Pratchett, Meeresschutz-Experte von der James Cook University in Queensland, bei dem Internationalen Korallenriff-Symposium im neuseeländischen Auckland.

Bundespräsident Steinmeier empfängt aserbaidschanischen Präsidenten Alijew

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag seinen Amtskollegen aus Aserbaidschan, Ilham Alijew, zu einem Gespräch empfangen. Anschließend will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Alijew über Energie- und Rohstofffragen und den Friedensprozess mit Armenien beraten. Geplant ist auch die Unterzeichnung eines Vertrags, dessen Inhalt noch bekanntgegeben werden soll. Alijew sollte gegen Mittag vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren begrüßt werden.

Textgröße ändern: